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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 283

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
Seite 283 (sequence 3)
Language
German
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Miscellen. 283 griechisch Latein., gedruckt bei S. Grymm u. Marcus Wirsung') mit einer Dedication des Uebersetzers Voesch enstein an den ersteren (Bodl. n. 37) — Moses Kimchi's RnäinientA dsdr., Abdruck aus ed. Hagenau 1518 „a. Io. Lossedenstew äiliAevti studio revisa (Bodl. x. 1841 u. 6); die Bodleiana erwarb erst 1858 ein Exemplar dieses höchst seltenen Buches, dessen deutsche Übersetzung in der HS. München 401, l. (datirt Apollinaris 1501) vielleicht von Böschenstein herrührt. -) — 1520 gab letzterer bei Grymm zc. auch die Jntroductio des Aldus Manutius „eum latiore emeuäaticme" heraus. Dieses in Ben. 1501 (und bald daraus in Erfurt s.!. s. a. nachgedruckte) Schriftchen war die erste hebräische Fibel für Christen und daher mit hebräisch übersetzten Stücken des N. T. versehen. In B'öschenstein's Ausgabe ist die Übersetzung Adrian's benutzt. (Näheres in meinem Handb. S. 13 u. 7.) In dieselbe Kategorie gehört einigermaßen das von Böschenstein 1521 bei Grhmm herausgegebene Schriftchen (6 Bl.) enthaltend ^raeeatio sä äivam Vir^inem ete. xer lo. L. versa, „ciui liv^uae xroxrietateiQ xoews ^ua.m ele^antiani äoeers voluit." (Gildemeister bei Geiger 1. e. S. 135). Jo. Voesch enstein ist als „zweiter Wiedererwecker der hebräischen Sprache" bezeichnet worden (Geig. S. 49). Den Vorwurf jüdischer Geburt lehnt er ab; dennoch glaubte ich (Catal. Bodl. p. 807 und Add.; mein ^Grünbaum, Z. eitauäo S. 21, schreibt die letzten Stücke in Caspar Amman's deutschem Psalter (dem Jo. Böschenstein gewidmet) dem Or. Grymm zu, ohne zu beachten, daß dieser als Drucker bezeichnet ist; Grünbaum giebt für den Psalter das Jahr „1500 und im 23. April" an, was mir unverständlich war; ich konnte aber erst während der Correctnr das Nachfolgende ermitteln. Der Psalter findet sich auf der k. Bibliothek, und wird auf dem Vorblatt notirt: Hallesche Bibliothek II, 387, 390; Vogt, vatal. ILdr. rar. p. 658; Panzer, Annal. d. alt. Deutschen Lit. II, 131, 10. 1610. Ich füge hinzu : Artikel Amman in der Deutschen allgem. Biographie I, 400 (nach Löscher daselbst hätte Amman nur eine Lpitoms arti8 Zramnz. copirt, aber bei Wols IV, 275 eitirt Münster „Ammonii Gramm."). — Amman datirt die Widmung des Psalters zu Laugingen (so) „anno tausend fünfhundert und in drey und zwaintzigsten" (— 1523); der Titel ist undatirt, das letzte Blatt enthält nur Druckerzeichen und die Iahrzahl 1523. In der Widmung Amman's heißt es: „Als nun du alter liebster johann, mein erster schulmeister biß in das fünfft jar der hebräischen zungen jnn meiuem hohen alter geweßt bist und ich Yetzt groß arbeit biß in dz achtzehnd jar in diser zungen gehabt, dich allweg willig gegen mir erzaigt." — Darum soll Böschenstein das Buch „fleissiglich besehen" u. s. w. „auch zu sonderm wolgefalleu unserS aller liebsten Patrons Sigismund giymm der artzney Dector." Angebunden, und wohl mit dem Psalter zusammengedruckt (8 Bl. incl. Titelbl.) ist Böschensteins deutsche Übersetzung des Gebets Salomonis (aus B. der Kön.), in dessen Nachschrift: „dem würdigen Herren Caspar Amman der Hailigen schrisft lerer wünscht I. B. fryd und hail in Christo", Augsburg 21. Februar 1523. Böschenstain hat Amman's Buch „fleißig besehen, kain arbait darann gespart." Bezieht sich das auf die Correctur? Somit gebührt auch Amman ein Platz unter den ersten Lehrern des Hebräischen in Deutschland. Vergl. auch HS. München h. 72. (Einen Artikel Böschenstein von L. Geiger fand ich auch nachträglich in der Allgem. Deutschen Biogr. III, 184). 2) Ain neu geordnet Rechenbüchlein zc. den angehenden Schülern zu nutz, Ausg. 1518, 4<>, bei Panzer, Zusätze S. 150 u. 924 e, ist aus Heyse's Bücherschatz 301 in der k. Bibliothek in Berlin.

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