Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
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282 Miscellen. 1727—1731 nicht einmal 10 Drucke hervorgingen, nämlich 1727: ein Index zum Talmud, (Bedl. u. 3862), — Jakob b. Joel's n^x^,,Bemerkung enzum Pentateuch :c. mit einer gewandten eaxtatio b6nev0l. (ni^T'N, ob von Popper!?); — Jecheskiel Katzenellenbogen's Anweisung für „Jahrzeit" (Todestag von Eltern, nur aus Wolf bekannt); — 1728 Bußgebete (Selichot, Bodl. u. 2895); — Tractat Abot mit Commentar von Natan b. Jsak (id. v. 1485); — Elegien für 9. Ab, jüdischdeutsch (Ld. Q. 2999). — Aus dem Jahre 1729 ist nichts bekannt. 1730. Danielbuch, eine 4. Auflage einer gereimten Nachahmung des „Samuelbuchs" (s. unter Augsburg 1543), jüdisch-deutsch, nur aus Wolf bekannt; — eine neue Ausgabe der Purimverse mit neuem Titel, nur aus Wolf bekannt (Bodl. v. 4073). 1731. „Spanische Heiden" — „gedruckt und zu Kauf bei dem Drucker selbsten Sanwel Poppert." kl. 8«, ohne Pagination (26 Bl.), besaß der Buchhändler Benzian im Jahre 1879. Diese Umschreibung der bekannten Geschichte der I^raeeioZa in hebräischen Lettern erschien zuerst in Amsterdam um 1711- 25 (Bodl. n. 4077 u. Add.). Unter diesen 9 Drucken sind 4 Ritualien und 4 Bücher in deutscher Sprache, wie die 2 in Hamburg edirten. Ter zweite Drucker in Altona, Efraim Heckscher, errichtete 1732 „eine neue Druckerei"; er hatte sogar einen „Corrector" (Natan b. Moses Auerbach aus Wischnitz) und einen „Arbeiter" Ahron b. Elia Kohn aus Hamburg, der seit 1714 in sieben anderen Orten Deutschlands als Setzer (Catal. Bodl. x. 2836 u. Add.), und schon 1735 als Nachfolger Heckschers erscheint, aber ebenfalls nur für wenige Jahre, wie sein Nachfolger in einer „neuen Druckerei" Abraham b. Israel Halle. Hingegen hat die um 1750 von Moses b. Mendel Bonn gegründete Offizin sich bis heute erhalten; bei „Gebr. Bonn" ist 1878 mein Catalog der hebr. Handschr. in der Stadtbibliothek zu Hamburg gedruckt. 6. Augsburg. Augsburg bietet uns einen Contrast zu Altona in mehrfacher Beziehung: sehr frühen Ansang und baldiges Ende, größere Leistungen und Beziehungen zu sonst bekannten Persönlichkeiten, die erst kürzlich nähere Beleuchtung erhalten haben. Wir werden hier in die Ansänge des Studiums der hebräischen Sprache in Deutschland geführt. ^) 1514 (im Mai) druckte Erhard Oeglin den Decalog und einige Stücke des N. T. mit Übersetzung von Jo. Bo eschenstein, in des Letzteren Llement. Introäuetoi-Lum (Bodl. v. 20 A., genaue Beschreibung in meinem Handb. n. 251, Geiger 1. e. S. 51, Catal. der Münchener hebr. HSS. S. 186). — 1520 die Bußpsalmen u. Ps. 121 hebr. L. Geiger, Das Studium der hebr. Sprache in Deutschland :c. Breslau 1870. — Gelegentlich mache ich auf das deutsche ms. München 972 (Schmellers, Bd. V. S. 159 der Cataloge) vom Jahre 1540 aufmerksam, enthaltend „Disputation zwischen einem Juden und einem Christen, durch Marcum Lombardum, Heiliger hebr. sprach interpretem und Professoren:".