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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 266

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Ein Brief Moses Mendessohns und sechs Briefe David Friedländers
Date
1887-01-01
Page
Seite 266 (sequence 14)
Language
German
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266 Ludwig Geiger, Ein Brief Moses Mendelssohns Kenntniß zu haben, damit allen Dokumenten, die bei ihnen gemacht werden, Kraft inne wohne." Dieses müssen ordentliche Deutsche sein und alle Schriften müssen in deutscher Sprache geschrieben werden. Es kann ein Jeder seine Kethubah „sich noch in aramäischer oder Targumsprache" schreiben lassen; klagen kann man aber nur aus deutschen Schriften. „Almosen für wandernde Fremde" hört auf, weil fremde Bettler nicht über die Grenze gelassen werden. Das ist kein neues Gesetz, sondern ein altes vergessenes oder außer Acht gekommenes Edikt, welches durchaus in allen Ländern und auch „in den Tagen der Lehrer des Thalmud" stattfand. Denn auch sie sagen: „der Arme Deiner Stadt gehe vor den Armen einer anderen Stadt, um wie viel mehr den herumtreibenden Bettlern, welche von fremden Landen kämen." Alles was gelehrt wird, muß in deutscher Sprache gelehrt werden; also darf Niemand einen polnischen Rabbi zu seinem Hofmeister wählen. „In Wahrheit haben diese Lehrer in Berlin schon aufgehört, und finden sich nur noch sehr wenige darin; der größte Theil der Gemeinde" hat „deutsche Bachurim". Suchen Sie mir hierin, lieber Freund „Einstürzung des Gesetzes oder Erschwerung der Last des Königs aus dem Volke". Ich gehe weiter. Was Sie von „15 000 Thlr." jährlich schreiben, welche die Juden mehr bezahlen sollen, mit diesen hat es folgende Bewandtniß: „Sie wissen", daß Niemand mehr „als zwei Kinder" ansetzen konnte, und „jedesmal" Concessionsgebühren und Kanzleijuren und Treuschein bezahlen mußte. Dieses brachte „in den Schatz des Königs" jedes Jahr außer der bestimmten Steuer 13 500 Thlr., d. h. „die Gesammtheit der Juden" bezahlte diese Summe „jährlich allmählich", wie sich einer ansetzte. Wenn nun, wie Sie weiter hören, „die Gabe für alle uns Nachfolgende" „aufhören soll", so müssen die jetzigen „Familienväter nach Schätzung" für ihre Kinder, „gemäß der Theilung von 13 500 Thlr." bezahlen, „so lange sie leben." I^Der Schluß des Briefes fehlt.) 4. Berlin, 30. März 1792. „Schwäherleben! was fang' ich mit Gerschom an? Ich hob' Maure, der Jung' „nimmt schlechte Sitten an". Ich muß mein' Parnosse nachgehn und er lauft mir den ganzen Tag auf dem Wall herum; was wird sein Tachliß sein?" „Mein lieber Eidam! nischt lösche. Ich schreib' ein Briefchen an R. David Friedländer, der wird schon für ihn sorgen. Vormittag soll Gerschom ins Cheder gehn „damit es ihm nütze in Gottes Werk und seiner Lehre", Nachmittags bei sei, damit er „Rechenkunst", Landkart' und Handlungssach lernt." So stelle ich mir vor, mein l. Freund, haben Sie mit Ihrem Schwiegersohn gesprochen, haben darauf einen Viertelbogen genommen und Ihren Brief vom 24. März an mich geschrieben. Diese Sache, welche eine sehr lächerliche Seite hat, hat auch eine sehr ernsthafte, sehr ernsthafte. Sie wollen Ihren Sohn nach Berlin schicken, wo er Vormittag bei Reb Meier ben Simche, oder bei irgend einem

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