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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 254

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Ein Brief Moses Mendessohns und sechs Briefe David Friedländers
Date
1887-01-01
Page
Seite 254 (sequence 2)
Language
German
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254 Ludwig Geiger, Ein Brief Moses Mendelssohns Theil des menschlichen Geschlechts von Gott so verlassen sehn, daß ihm sogar die Mittel nicht vergönt wären, zur wahren Tugend zu gelangen? Wenn die Religion dieses lehret; so gebietet sie zugleich ein ehrfurchtsvolles Stillschweigen, aber die Meinige lehret es nicht. A Die Bemerkung S. 81 u. 82 ist aus dem Kato übersetzt. Ich hätte sie mit ausdrücklichen Worten blos auf sinnliche Empfindungen einschränken sollen, so wäre an ihrer Grundlosigkeit weniger zu zweifeln gewesen. Sinnliches Vergnügen und sinnlicher Schmerz entspringen beyde aus einer Quelle, nur daß die Stärke des Eindrucks in die Gliedmaßen verschieden ist. Eine gelinde Anstrengung der Nerven verursacht angenehme, eine heftige unang. Empfindungen; daher können sie gar leicht in einander übergehen. Es wechseln auch bey allen sinnlichen Empfindungen Verlangen und Genuß, Besitz und Beraubung so unaufhörlich mit einander ab, daß Vergnügen und Schmerz nothwendig an einander gränzen müssen. In der künftigen Auflage wird die sehlende Einschränkung hinzukommen. Das Bewußtseyn S. 241, würde man durch eine klare Vorstellung von uns selbst, und von den Sachen die uns umgeben, erklären müssen. Im Schlafe sind wir dieses Bewußtseyns völlig beraubt, und da unsere Seele im Schlafe die Natur eines Geistes nicht ablegt, sondern außer den dunkeln Empfindungen auch noch die Fähigkeit und das Vermögen zur deutlichen Erkentnis behält; so ist klar, daß der Mangel alles Bewußtseyns der Natur eines Geistes nicht widerspreche. Der Misdeutung, deren Ew. Herzogl. Durchl. erWehnen, vorzubeugen, setz e ich in der neuen Auflage, daß der Mangel alles klaren Bewußtseyns, wie etwa im Schlafe, der Natur A eines Geistes :c. :c. Es ist nehmlich dieses weiter nichts als eine Wiederholung des S. 240 vorkommenden Gedankens, daß die Seele durch Schlaf, Schwindel, Ohnmacht, Entzücken u. s. w. wenigstens auf eine kurze Zeit, ihrer Besinnung beraubt werden kan. Nach wiederholter unterthäniger Bitte um die Anmerkungen, auf die ich eine Art von Vaterrecht habe, weil sie mein Phaedon veranlasset hat, ersterbe in tiefster Ehrerbietung Berlin, d. 17. July 1767. Ew. Herzoglich Durchlaucht untertänigster Moses Mendelssohn. Der vorstehende Brief — von dem Besitzer Herrn Albert Cohn in Berlin mir zum BeHufe der Veröffentlichung freundlichst mitgetheilt — ist, soweit ich habe constatiren können, ungedruckt. Der Adressat ist nicht genannt und keineswegs leicht zu ermitteln. Herzöge gab es damals in Deutschland genug und auch an philosophisch durchgebildeten kleinen Herrschern, welche mit einem jüdischen Weltweisen über einzelne Stellen eines philo>

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