Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 15)
- Language
- German
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244 vi-. I. Kracauer, Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. Somit waren die Juden fast aller ihrer Bücher beraubt. Am schmerzlichsten empfanden sie aber den Verlust ihrer Gebetbücher, da dadurch ein regelrechter Gottesdienst fast unmöglich wurde. Um so eifriger lagen sie jetzt den Rat an, unter Hinweis aus diesen Zustand ^) beim Kaiser die Zurücknahme der erzbischöflichen Kommission zu erwirken. Noch am 12. hatte der Rat von all diesen Vorgängen Hinsperg in Kenntnis gesetzt und dem Schreiben wiederum eine Supplikation beigefügt, welche er dem Kaiser überreichen und zur Berücksichtigung empfehlen solltet) Die Supplikation berichtet nur über den Verlauf der Verhandlungen zwischen Pfefferkorn und den Juden, lobt dabei deren Haltung mit tadelnden Bemerkungen gegen jenen und bittet zum Schluß um die Ermächtigung, die Bücher in der Stadt behalten zu dürfen, bis nach einer sorgfältigen Besichtigung ihr Schicksal endgültig entschieden würde. Vergleichen wir diese Bittschrift mit den früheren, so sehen wir, wie der Rat nach einem kräftigen Ansturm bald erlahmt, eine Forderung nach der anderen aufgiebt und schließlich alles über sich ergehen läßt. Ein so energieloses, durch Rücksichten aller Art beeinflußtes Austreten konnte unmöglich dem Kaiser oder dessen Räten imponieren. Ein Glück für die Juden war es, daß Hinsperg in seinem Eifer für sie nicht erkaltete. Er rechnete allerdings weniger daraus, daß ihr gutes Recht, als vielmehr darauf, daß ihr Geld ihnen schließlich zum Siege verhelfen würde. Aber einstweilen konnte er in seinen Briefen vom 6. und 16. April nur wenig Tröstliches nach Hause melden. ^) Der Handel sei „also weit gekommen, bemerkt er, daß man keinen Rat mehr schaffen könne. Auch der von der Frankfurter Gemeinde nach Augsburg geschickte Bote Isaak (Jtzegog heißt er im Briefe) habe bis jetzt nichts erreicht." In der That standen die Sachen jetzt schlimm genug. Des Kaisers Schwester Kunigunde bot allen ihren Einfluß für Pfefferkorn auf und bemühte sich aufs angelegentlichste, die Auswirkung eines für die Juden günstigen Mandates zu verhindern. ^) Dazu kam noch, daß die beiden Pfefferkornschen Schriften lod vuä eer" und das „Sendschreiben an alle Geistlichen und Weltlichen", die in Augsburg verbreitet wurden, eine stark judenfeindliche Strömung unter den Mitgliedern des Reichstages hervorriefen.^) Der Kaiser selbst wollte von der ganzen Angelegenheit nichts mehr hören; 6) er scheute sich, binnen so kurzer Zeit zum drittenmale in S. die oben S. 174 A. 2 angeführte Urkunde. H S. Ratscht. 1. e. kol. 131.' Itsra Oarls senridsn, ^vc» ciie kuriZ oollunlssion cler «sudäeri kaldsr nit vsskraont ^ere, 6aL er Zaun diese eowiriissioii vnderstanä vs22udrmKen. Die Suppl. (12. Apriy im Frankfurter Stadtarchiv. 2) Die Briefe H. find datiert vom 6., 16., 22., 26. April und 3. Mai. Leider fehlen uns diesmal die Berichte der jüdischen Abgesandten, die doch ebenfalls wie s. Zeit Jonathan Zion, ihre Erlebnisse in Augsburg und den Gang der Unterhandlungen nach Hause berichtet haben werden. ReichstagSakt. tdl. 86. - H S. Reichstagsakt. toi. 86: Hinsperg schreibt: inan kat anek den ärook sDruH der 2U. ^rano^kurt diss2 nies2 Ze^egt ist, alle nie. 6) 1. o. . . . dssorZ iek sse. IZinsperg^j 6S2 ^er senpotlieken das der m. dar von talle seit.