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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 234

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
Date
1887-01-01
Page
Seite 234 (sequence 5)
Language
German
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234 Di-. 3- Kracauer, Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. man ihm.') Nun scheint es aber, daß auch letztere ihn zu ihrem Sachwalter haben wollten und ihn um ein Gutachten in ihrer Angelegenheit angegangen hatten. Selbstredend konnte er in seiner offiziellen Stellung beide Aufträge zugleich nicht übernehmen. Auf eine Anfrage an den Rat befahl ihm dieser, die Ausarbeitung eines Gutachtens für die Juden abzulehnen. 2) Also offen für die Juden einzutreten, dazu konnte sich der Rat noch nicht entschließen, daher ging er auch auf ihr Verlangens) das sie anfangs Februar an ihn stellten, einen Boten auf ihre Kosten an den Kaiser zu schicken, der ihm ihre Petitionen überreichen sollte, nicht ein und setzte nur Jacob Heller davon in Kenntnis. Somit blieb den Juden nichts übrig, als einige Männer aus ihrer Mitte nach Augsburg, wo Anfang März 1510 der Reichstag sollte eröffnet werden, zu schicken, die im Verein mit den Augsburger Juden an Ort und Stelle für ihre Glaubensgenossen wirken sollten. Unter ihnen befand sich auch der uns bekannte Gumprecht. Aber weder sie, noch Jacob Heller konnten einstweilen etwas ausrichten, da der Kaiser und die Fürsten sich noch nicht in Augsburg eingefunden hatten.*) Wie nun die Juden ihre letzte Hoffnung auf den Reichstag setzten und den Kaiser zu ihren Gunsten umzustimmen gedachten, beschloß auch Pfefferkorn seinerseits, gerüstet auf dem Kampfplatz zu erscheinen und den so schwankenden und allen Einflüsterungen zugänglichen Herrscher zu bestimmen, auf der einmal gegen die Juden betretenen Bahn fortzuschreiten. In dieser Absicht verfaßte und widmete er Ende Februar die schon 'öfters citierte Schrift: In lod vnd eer dem allerdurekleuedtiAstev, Ai-ossmeektiAstev Kirsten vnä deren ete. dem Kaiser Maximilian/) in der er sich die LrZrnd. toi. 96»- (keria Quinta post Viueent. ^24 Januar.^) ^.Is der ^lndden de^ere gelesen ist, dootor ^.dam?n vderseken Zeven, desZIienen die adsokriÄ't der oommission vnd ander adsonrMen der koniZlienen Briefen. 2) So verstehe ich die allerdings nicht klaren Worte im LrZmd.?. e.: voetor ^daw defeie», sin (nicht ein, wie Geiger hat) ratlion Antoednoeken der ^lndden hnener naiver vnd kavserlien oommission adexnlevnen vnd vK milter (Geiger falsch: rnitter) v^ege?n deHuendiensten erlanZt werden moont, nKsnnsiennen. Der Rat verweigert also den Juden vr. Adam als Rechtsbeistand, während er später ihnen als solchen Bernhard Huselin gewährt (ef. LrZmo. ko!. 122^ Lernnart Üuselin den ^nden linsn, 2n dinen). ^) LrZmd. tol. 101^ und 102a. Vss der «Indisoneit ditte vnd deZeren 2n der 1:ev. maiestat 211 sedieren der judisenen ononer 80 inen alnie Zenomen worden svon, die 2^0 lsste petioion vä" der Mden kosten — sol man ^laood Heller sonriden . . . auen der «lndden dneker nalder, d. h. nur: Verlesung des Antrags der Juden, ohne Beschlußfassung (dies gegen Geiger S. 214). ») Reichstagsakt. 1510?om. XXV kol. 16 Jacob Heller schreibt an den Rat: (Seine Schrift ist nur mit großer Mühe zu enträtseln; auch seine Orthographie ist sehr auffällig) korsiontiZen, ersamen liden kern vnd Zute trnnde ete. . . . also geint die jnden dir dei mir erseninen, ader ist nocn nemanss von Ln. Na. die, der denn solene ookel natt, so man dis nandelin ^vert, ^vil ion, so ül mir idnkliA vnd moZIion ist, nandelin ete. Gumprecht wird erwähnt Reichstagsakt. kol. 82. Die Frankfurter Juden begaben sich noch aus einem anderen Grunde nach Augsburg, um wegen einer Schuldforderung an den Herzog Erich v. Braunschweig mit dem Kaiser zu unterhandeln. 2) Die Benutzung dieser Schrift, sowie der anderen Schriften Pfefferkorns verdanke ich der Freundlichkeit der Wolfenbüttler und Augßburger Bibliotheksverwaltung.

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