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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 222

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte der Juden am Bodensee und in seiner Umgebung
Date
1887-01-01
Page
Seite 222 (sequence 7)
Language
German
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222 Moritz Stern, Beiträge zur Geschichte der Juden Neli- Nsir dar isolier kallevi; im Namen der Brüder fehlt der Beiname: „Tannebach" 24). Zwei Jahre später, am 19. Mai 1334, treffen wir den Kaiser in Ueberlingen, wo er mit kurzen Unterbrechungen bis zum Ausgang des Monats August verweilte. Die Ermordung seiner Kammerknechte, welche ihm eine bedeutende Geldquelle entzogen hatte, konnte er nicht ungestraft hingehen lassen. Er legte daher den Ueberlingern eine Geldbuße auf und ließ als weiteres Zeichen der Bestrafung einen Teil der Stadtmauer niederreißen^). Das Borgehen des Kaisers findet in dem Kriegszustand, in welchem er sich damals gegen Meersburg befand, seine Erklärung. Zugleich regelte er endgültig die Ansprüche, welche wegen der Hinterlassenschast der in Ueberlingen verbrannten Juden erhoben worden waren. Am 21. August verordnete er in Konstanz, daß diejenigen Konstanzer Juden, auf Stobbe, a. a. O., S. 81. 87, 95, Note 106 und 122. Das Metzer Iudensiegel aus dem Ausgang des 13. Iahrh. ist von E. Carmoly, Revue Orientale, t. II, Lruxe11e3 1842, S. 328 abgedruckt. Das Augsburger Iudensiegel v. 1298 findet sich nun auch im Anzeiger für Kunde d. deutschen Vorzeit 1875, SP. 106. An einer Ingolstadts Urkunde vom Jahre 1322, die von den dortigen Juden ausgestellt ist, hängt das Siegel des angesehensten der ausstellenden Juden (Hübner, Merkwürdigkeiten von Ingolstadt, S. 42 s.). Die von Ullrich, Sammlung jüd. Geschichten in der Schweiz, S. 376 u. 433 aus den Jahren 1329 u. 1343 erwähnten Iudensiegel sind nebst einem anderen v. 1352 durch Abdruck wiedergegeben von Al. Kisch in der Illustrierten Zeitung 1880, 2/7 Nr. 1982 (vgl. Revue Zs8 Vwctss juive3 III, 148) und in Revue IV (1882), 278 ff. Ueber ein Magdeburger Iudensiegel, das an einer Urkunde vom Jahre 1364 hing, siebe l^oä. ckipZ. ^nualdiu. IV (1879), 320. Das Siegel eines Koblenzer Juden, das an einer Urkunde v. 1378 befestigt ist, veröffentlicht Ouverleaux in Revue VIl (1883), 125. Ueber Meininger Judensiegel aus dem Jahre 1388 und später macht H. Breßlau in der Hebr. Bibliogr. IX, 143 Mitteilung. Ueber Judensiegel in Pisek siehe Revue XI, 280. An einer Braunschweiger Urkunde vom Jahre 1510 hängen 15 Siegel der ausstellenden Juden, an einer anderen aus demselben Jahre drei Siegel (Holtze, das Strafverfahren gegen die märkischen Juden im Jahre 1510, S. 76 ff.). Das Siegel des R. Joselmann aus Rosheim, an Urkunden v. 1534 und 1536 befestigt, ist in Revue V (1882), 93 abgebildet. Während in Deutschland die Führung eines Siegels im Belieben der Juden gestanden zu haben scheint, war dieselbe in Frankreich unter Philipp August Zwang. Siehe Revue XI (1885), 82. Eins der in ^.eaäeuals äes IvLoriptious et Re11e8-I^ettres, eoruxtes-reuckus <Zss Leauoes cke I'auuee 1872, p. 235 ff. besprochenen südfranzösischen Judensiegel ist auch im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 1875, Sp. 107 wiedergegeben. Frühere Mitteilungen Longperier's über Judensiegel siehe bei Levy, a. a. O.. II, 290 und Anm. 95 f. Vgl. Hebr. Bibliogr. IV, 155; VIII, 77. Geiger, Jüd. Zeitschr. II, 63; X, 285. Groß in Monatsschr. f. Gesch. u. Miss. d. Jud. 1878, S. 382, 472 ff. (Histor. Jahresberichte f. 1878, S. 46). ^) Den Beinamen Tannebach weiß sich von Schreckenstein, a. a. O-, nicht zu erklären. Sollte der Name nicht mit Tennebach in der Nähe des basischen Emmendingen im Zusammenhang stehen? Vitoäui'. ourou., a. a. O.: ^ttaraeu Huia oives in HederliuZeu in Q0Q taeto uou re^uiLieraut imperatorem I^u6v?iouiu, ad ee puuiti sunt. Ram 608 talliavit et wuuuiu eivitatiZ in louKituäine multoruru ouditoruiu äirumxi xreospit. Diese Bestrafung haben wir in das Jahr 1334 zu setzen, da dieselbe wohl schwerlich von Ravensburg aus 1332 vor sich gegangen sein wird. Nach der hdschr. Flachoschen Chronik blieben die Ueberlinger unbestraft. Siehe Marmor, Geschichtl. Topogr. d. Stadt Konstanz, S. 108.

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