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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 211

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Die Judenprivilegien Heinrichs IV. für Speier und für Worms
Date
1887-01-01
Page
Seite 211 (sequence 7)
Language
German
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O. Stobbe, Die Judenprivilegien Heinrichs IV. für Speier und für Worms. 211 zwischen Juden und Christen eomes loei IIILus per V6ri88imam iu<M8Ltionem kaelat ununi^uem^ue illorum seeunäum ledern suam verltatem äieere; bei gewissen Voraussetzungen sollen die Streitigkeiten (eausae) us<iue in xraesentiaiQ nostrara sivt LusxsvsAe vel eonservatae, ^ualitei' Ldi 8eeunälllli le^em ünitivam aeeixiaQt 8enteutiam (Nr. 31, 52). Also staatlicher Schutz, staatliche Gerichtsbarkeit, unter Umständen Entscheidung des Königs selbst. Nach dem bischöflichen Privileg von 1084 stehen die Juden unter dem Vorsteher der Synagoge und unter dem Bischof. Wie der triduuus urdis iüter eives, ita areliis^QAAOANL suus omuem HnäLeet (^uerilnonlaw) eonti^erlt Lnter 603 vel aävei-Lus eos; unter Umständen soll die Sache ante exisevxum eivitatiL vel e^'u8 eamerarium gelangen. Ganz anders bestimmt das königliche Privileg für Speier; aber die Vergleichung mit dem Wormser Privileg läßt es deutlich erkennen, daß nur dieses die authentische Vorschrift enthält, während in dem Speierer durch Interpolationen und Aenderungen die größte Unklarheit herrscht. Nach dem Wormser Privileg sind die Juden, eum sä eamei-am nostrara attiueant, von jeder Gerichtsbarkeit des Bischofs, Kämmerers, Grasen und Schultheiß befreit und nur dem König und dem Judenvorsteher unterworfen, Huem ex eleeeione 1x8orum ixse Inix ei-ator eis xreieeerit, der später als episeoxus eorum bezeichnet wird. Wer einen Juden verletzt, soll in königliche Ungnade fallen und bei gewissen Verbrechen eine Geldsumme aä ei-ai-wm re^is zahlen. Auch dürfen die Juden bei besonders wichtigen Streitigkeiten sich an den König wenden (re^iam AMellare xreseneiam)) inäueia8 imxeratoi'em liadeant, 8i voluerlut. In den entsprechenden Stellen des Speierer Privilegs soll die Strafsumme palaeii N08tri erArium 3 ive aä eamei-Am e^eoxi, a<I erarium re^is Aut epi8eoxi gezahlt werden; der Judenvorsteher wird bezeichnet als Hui ex parte exi 3 eoxi preest 8vna^0s'e; gewisse Streitigkeiten werden verschoben aä xre8eneiam 6x1300x17 nt ejn3 valeant MÄieio terminari. In höchst bedenklicher und haltloser Weise wird hier der Bischof neben den Kaiser gestellt; was hat es für einen Sinn, daß die Strafgelder an den König oder den Bischof gezahlt werden sollen? Höchst ausfallend ist es weiter, daß die Streitigkeiten aä pre86nei3.m i-eferautur exi8eopi. In den Ludwig'schen Formularen und in dem Wormser Privileg ist es ganz angemessen, die Entscheidung bis zur xreseueia des Kaisers hinauszuschieben. Aber den Bischof, welcher regelmäßig in der Stadt anwesend sein wird, werden die Juden doch leicht angehen können. Der Bischof, welcher seinerseits den Juden ein Privileg im Jahre 1084 gegeben haben soll, und welcher nach dem Eingang des königlichen Privilegs den König gebeten hat, den Juden die Urkunde auszustellen, tritt hier so sehr in den Vordergrund, daß diese Regelung zweifellos von Heinrich IV. nicht erfolgt sein kann. Zu welcher Zeit und bei welcher Veranlassung nun diese Aenderungen des ursprünglichen Privilegs erfolgt sind, insbesondere wer es gewesen ist, der dem Bischof wieder eine ähnliche Stellung gegenüber den Juden durch Fälschung zu geben gesucht hat, wie er sie sich selbst in seinem Privileg

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