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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 206

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Die Judenprivilegien Heinrichs IV. für Speier und für Worms
Date
1887-01-01
Page
Seite 206 (sequence 2)
Language
German
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206 O. Stobbe, Die Iudenprivilegien Heinrichs IV. für Speier und für Worms. den von ihm in die Stadt Speier aufgenommenen Juden ertheilte,') wohl aber in dem Privileg, welches Kaiser Heinrich IV. im Jahre 1090 einigen jüdischen Familien zu Speier gegeben hat.^) In demselben haben. die "bischöflichen Bestimmungen keine Ausnahme gefunden, aber ein großer Theil der Privilegien Ludwig's des Frommen ist in dasselbe wörtlich herübergenommen. Dieses Privileg — und mit ihm das Privilegienrecht^ Ludwigs — bildet wieder die Grundlage eines Privilegs, welches ein und ein halbes Jahrhundert später, im Jahre 1238, Kaiser Friedrich II. den Juden Wiens ertheilt hat. Die beiden Speierer Urkunden besitzen wir nicht im Original, sondern nur in einem Copialbuch, welches im Jahre 1282 oder bald darauf geschrieben ist, so daß sich ihre Authenticität in äußerlicher Beziehung nicht feststellen läßt; dagegen besitzen wir das Original der Wiener Urkunde in dem Wiener Staatsarchiv. Von besonderem Interesse ist es nun, daß uns Honig er (in dieser Zeitschrift 1. Heft 2. S. 136 ff.) auf Grund einer Abschrift, welche vr. Korth von einer Urkunde des Kölner Stadtarchivs gefertigt hat, ein weiteres Privileg mittheilt, welches die Judenschast von Worms gleichfalls von König Heinrich IV. erhalten hat und wesentlich mit seinem Speierer Privileg übereinstimmt. Leider ist uns auch das Wormser Privileg nicht im Original, sondern nur abschriftlich erhalten. Zu verschiedenen Malen ist es in andere Urkunden ausgenommen, so daß wir es schließlich nur aus fünfter Hand kennen. Die Bestimmungen, welche Heinrich IV. der Wormser Judenschaft gegeben hatte, sind zunächst von Friedrich I. in einer Urkunde aus dem Jahre 1157 zu Worms wiederholt worden; die Urkunde Friedrich's I. wird dann von Kaiser Friedrich II. im Jahre 1236 in Augsburg für alle Juden Deutschlands bestätigt (eonürmaelo) und mit einer weiteren Vorschrift des Kaifers (aksolneio) verbunden, daß die Juden von der Anschuldigung, sie ermordeten Christenkinder, um ihr Blut zu rituellen Zwecken zu verwenden, freizusprechen seien und solche Vorwürfe nicht weiter erhoben werden sollten. Diese adsolnvio stimmt genau zu Oft gedruckt, zuletzt in Hilgard Urkunden zur Geschichte der Stadt Speyer. 1885 Nr. 11, S. 11. — Auffallend ist es, daß der Bischof selbst befürchtet, man könnte vielleicht später die Echtheit seiner Gnadeneriheilung bezweifeln, und dem vorbeugen will: Hnam traäieionem atyns eono688ionem i»e üli^uis meornm snoeessornm eig peiorare vel aä majorem een8nm eos con^rinZere valeat, t.amHnam ipsi kaue oonckioionem 8idi nsu i'paverin t et non ad ipso episeoxo aooeperint, oano eartam preäiete traäieiouis ^ckoneam te8tem reli- <zni eis. nt ejnsckem rei memoria per temxoralia 3een1a xermaneat, mann propria sndscridenäo eorrvdoravi ao 8iZi11i mei imprs88ione, nt inkra viäeri potest, in3iAniri perkeoi. Data est nee oarta iäidus septemori8, anno 6ominiee inoarnarionis . . . , ex Hno eepit pre8ickere in eaäem oivitate prenominatu8 epi8<zopu8, enHus e8t earaetet" iste. — Das ist eine Fassung, welche allerdings an der Echtheit der Urkunde Zweifel aufkommen läßt. 2) Gleichfalls oft gedruckt, zuletzt bei Hilgard Nr. 12 S. 12 ff. — Der Abdruck, welchen Hö Niger in seinem Aussatz neben dem Wormser Privileg giebt, ist durch zahlreiche Druckfehler entstellt. 2) Zuletzt gedruckt in Tomaschek die Rechte und Freiheiten der Stadt Wien. I. 1877 Nr. 8. -

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