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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 173

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 2
Article
Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
Date
1887-01-01
Page
Seite 173 (sequence 14)
Language
German
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Or. I. Kracauer, Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. 17Z Er berichtet hierüber der Frankfurter Gemeinde in 3 Briefen (s. hebr. Bericht Nr. III und Nr. IV), von denen leider der erste, von Fürth aus datierte, uns nicht erhalten ist. Der zweite ist in Bozen am 17. Oktober geschrieben und kam am 6. November nach Frankfurt'). In demselben berichtet er, daß er und sein Diener Hiskiah am 15. Oktober in Bozen eingetroffen wären. Schon hier klagt er, und auf diesen Punkt kommt er immer wieder zurück, daß er, weil die Gemeinde ihm zu wenig Geld mitgegeben habe, auf Schritt und Tritt in seiner Mission gehemmt sei. Das Leben in Italien, zumal jetzt in Kriegszeiten , sei sehr teuer; manche Lebensmittel könnte man überhaupt nicht bekommen; so habe er und seine Diener in ganz Bozen nicht einmal ein Ei auftreiben können. Bisher hätten sie nichts erreicht: sie wüßten sogar nicht, wann und wo sie den Kaiser sprechen könnten. Derselbe zöge, nachdem er von Padua aufgebrochen sei, kreuz und quer in Oberitalien herum. In 3 Tagen würde er, wie sie von seinen Räten gehört hätten, entweder in Verona oder in Vicenza sein?). Aber bis dahin wäre auch ihr Geld bis zum letzten Heller aufgezehrt, und wenn sie nicht welches zu 200^ aufnähmen, müßten sie mit leeren Händen vor dem Kaiser erscheinen. Wechsel oder Kreditbriefe solle man ihnen aber auf keinen Fall schicken; aus diese gäbe in solch kriegerischen Zeiten hier niemand etwas. Am Schlüsse seines Brieses drückt Jonathan Zion noch die Hoffnung aus, die Gemeinde werde ihn bald nach Hause berufen und statt seiner eine geeignetere Persönlichkeit nach Italien senden, die man aber mit mehr Geldmitteln ausrüsten müßte. Noch bevor die Frankfurter sein Schreiben erhielten, hatten sie ihm mit einer Abschrift ihrer Privilegien die Appellationsschrift an den Kaiser zugeschickt. In derselben betonten sie Pfefferkorns Unehrlichkeit und beriefen sich aus ihre Freibriefe. Zugleich meldeten sie Jonathan Zion die wichtigsten Vorgänge während seiner Abwesenheit von Frankfurt und hoben nachdrücklich die Lauheit der übrigen Gemeinden hervor. Sie wiesen ihm eine Summe von 200 rheinischen Gulden auf Wechsel an; mehr dürfe er auf keinen Fall ausgeben. Sie beauftragten ihn, die Zurückgabe der Bücher für sie zu erwirken, dagegen die Ernennung des Grafen von Nassau zum Richter und eine Disputation, mit wem es auch sei, zu verhindern. Inzwischen war Jonathan Zion in sehr gedrückter Stimmung Freitag den 5. OKsselinM (19. Oktober) im kaiserlichen Heerlager zu Verona angelangt. Zu seinem Glück traf er daselbst einen angesehenen Juden, Isaak aus Trieft und dessen Schwager Moschel. Durch Geldgeschenke an einige Räte erlangten sie endlich eine Audienz beim Kaiser. Unter Hinweis aus ihre Privilegien baten sie denselben um Zurücknahme des Mandats. Einer der anwesenden Räte, der diese Privilegien gelesen hatte, unterstützte ihr Gesuch. Maximilian entließ sie mit der Bemerkung, daß er ihnen den Bescheid zukommen lassen würde. Beide Daten find in Grätz' Monatsschr. unrichtig angegeben (S. 338,339). In der Handschrist steht: zv^N 5521 5 1' ^XO .IS 2) Mit ist selbstverständlich Verona, nicht Bern gemeint. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutschs. 12

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