Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. in den Jahren 1509 und 1510
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 12)
- Language
- German
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I. Kracauer. Die Konfiskation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M. 171 bringen, der Entwicklung der Dinge zusehen dürften, sondern die Frankfurter als Vorkämpfer der allgemeinen Sache mit Rat und vor allem mit Geld unterstützen müßten. Sie hatte daher zu allen bedeutenden Gemeinden einen Mann namens Knaeblein geschickt mit einem Sendschreiben ^), das diesen kurz von den Vorgängen bei der Bücherkonfiskation Kenntnis geben sollte und die Befürchtung durchschimmern ließ, Pfefferkorn hätte auch die Vollmacht vom Kaiser, die Strafen an ihnen zu vollstrecken 2). Jetzt thäte ein einmütiges Handeln Not. Deswegen sollten die Gemeinden auf Montag, den 29. Oktober Abgesandte nach Frankfurt schicken, die mit unumschränkten Vollmachten in Geldangelegenheiten ausgerüstet wären, damit keine Verzögerungen entständen. Bei der Dringlichkeit der Gefahr dürften die Abgesandten ohne Rücksicht auf Sabbat und Festtage reisen. Die Gemeinden dagegen, welche die Tagessatzung nicht beschicken und auch keinen Geldbeitrag liefern wollten, sowie den Einzelnen, der sich ihren Verfügungen widersetze, bedrohten sie mit dem Bann^). Dieses Rundschreiben rief nicht den Eindruck hervor, den die Frankfurter erwartet hatten. Der Rat hatte zwar auf Bitten feiner Juden allen Abgeordneten, die sich am 23. NarelieZed^aii (6. November) — denn aus diesen Tag hatte man inzwischen die Zusammenkunst verschoben — in Frankfurt einfinden würden, einen Geleitsbrief (^71)^) ausgestellt. Aber nur die benachbarten Gemeinden Worms, Friedberg, Gelnhausen, Windecken 6) schickten Vertreter. Die Gemeindenin Lippe entschuldigten brieflich ihr Ausbleiben; die Reisekosten wären ihnen zu groß, doch wollten sie den auf sie fallenden Betrag gerne zahlen. Schreiben desselben Inhalts liefen von Deutz, Boppard, Schweinfurt, Mühlhausen, der Markgrafschaft (die brand.-fränkischen Herzogtümer Anspach und Baireuth?) Gochsheim (bei Schweinfurt), Grasenrheinseld(?) und Lingen ein«). Die Gemeinden in Hessen erklärten sich bereit, Delegierte zu schicken, doch hätten sie nicht die Macht, auf ihre einzelnen Mitglieder einen Zwang auszuüben'). Am lässigsten zeigten sich während des ganzen Verlaufes dieser Angelegenheit die Gemeinden von Rothenburg, Fürth und Weißenburg. Sie motivierten ihr Fernbleiben vom Gemeindetage damit, daß ihnen die Reise!) S. hebr. Bericht II. 2) S. hebr. Bericht II: 2) S. hebr. Bericht II und Pfefferkorns Sendbrief an alle Geistliche und Weltliche 2c.: Äarvmd sied äan ds^ cleni doeksten pan äer sinaAOAeu ernstliek vu<1 kertlioli verpuQäeii Kaden dem kauäel ^iäsrstanüt 211 tnun vnd adsuleZsu. 4) S. Graetz Monatshef. S. 394. 2)!?^'N ist Windecken an d. Nidda (Kreis Hanau).. e)'S. hebr. Bericht Nr. VII. Welcher Ort unter -z^i' Ottlu zu verstehen ist, habe ich nicht ermitteln können (Grafenrheinfeld bei Schweinfurt?). Graetz hat S. 7 des hebr. Manuskript, nur teilweise abgedruckt. (S. 342 und 395 der Monatsschr.) Es fehlt ganz bei ihm der Brief eines Würzburger Juden Pfarrkirchen an seinen Verwandten Simon in Frankfurt, aus dem wir erfahren, daß der Bischof von Würzburg das Mandat mißbillige. Schreiber will für die Frks. Juden sein möglichstes thun. S. hebr. Bericht Nr. VII. ') I.. 0. ^55^ O^",^ ^'55 ^55- Dafür druckt Graetz S. 342 ab: (?) NID'? ÜN^D ^'55 '