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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 147

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden Deutschlands im Mittelalter
Date
1887-01-01
Page
Seite 147 (sequence 12)
Language
German
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R. Hoeniger, Zur Geschichte der Juden Deutschlands im Mittelalter. 147 «zuaeunHiie re re^iam axxellaverint SHQteueiam, inäueie eis evneeäantur; 14. si äe ma^va eausa wenlpati kuerlut) inäueias Imxeratvrerri dadeaut, si vowerwt). Alle Bußen fließen dem königlichen Schatze zu (2. iu Aratiam Qvstram reii3 sit; 7 u. 13 erarium re^is xersvivat; 12. xersolvat imperatvri). Die Speierer Urkunde weiß nichts von einem ausschließlichen Rechte der königlichen Kammer an den Juden. Mit dem ersten Absatz des Wormser Privilegs, welcher die alleinige Gerichtsbarkeit des Königs proklamirt, correspondirt eine allgemeine Wendung (1. ut rmI1u8 <M sud nostra rexia pvtestate Alic^ua äi^vitate vel xotestate sit xreäitn8) von x>arvu8, uvn iQa^QU8) Q0Q Uder aut 8ervu8 608 Luciuietare <iuidu8libetz iviu3ti3 0eea8i0vidn3 aut attemxtare pre3umat). Der Passus, welcher das königliche Gericht als höchste Apellationsinstanz nennt (12 und 14) ist an ersterer Stelle ausgelassen und an letzterer dafür der Bischof als Berufungsinstanz eingeschoben (14. äWeiles Hue8ticm68 vel 1ite3 aä xre8eneiAiii referAntuiexi3eoxl, ut e1u8 valeant iuäieio teriuwari). An Stelle des selbstgewählten Judenbischofs tritt ein vom Bischof ernannter Beamter (<M ex parte exi800xi xree3t 8vna^0sse). Betreff der Bußen endlich concurrirt mit dem Recht des Königs ein Recht des Bischofs (2. eoAatur xei^olvere aä xalaeü nostri erarium, 8ive aä eameram epi80oxi; 7. erarium r6Ai8 aut exi 800x1). An anderer Stelle entspricht dem unzweideutigen xer8o1vat imxeratori (12) ein unbestimmtes xer30lvere eo^atur. Es bleibt also unklar, ob im einzelnen Falle der König oder der Bischof die Buße zu fordern hat. Nur ein gelegentlicher anscheinend harmloser Zusatz verräth die Absicht der Fassung des Speierer Privilegs. Absatz 8 bestimmt die Buße für Enteignung heidnischer Sclaven der Juden durch Vollzug der Taufe: maveixia eorum pa^aua uu11u8 . . . daxti2av8 a 3erv1eio eorum avertat, Hiioä 31 Leeerit, danvuiu xer8o1vat) das Speierer Privileg fügt hinzu: o0aetu3 wäieiaria x>0te3tate. Da nach demselben der Bischof alleiniger und oberster Gerichtsherr ist, so steht ihm folgerichtig auch der Anspruch auf die Buße zu. / Weitere Abweichungen ergeben sich bezüglich der Rechtsverhältnisse der Juden. Daß nach der Speierer Ausfertigung das Berufungsrecht an die höchste Reichsgewalt beseitigt ist, habe ich bereits erwähnt, desgleichen daß aus dem selbstgewählten Judenbischof ein bischöflicher Judenmeister geworden ist. Letzteres ist um so auffallender, als gerade in Speier kurz vorher durch das bischöfliche Prvileg von 1084 der Judenbischof ausdrücklich anerkannt wird, (3ieut tridumi3 urdl3 inter eive8, ita arekl8^vaK0Kii8 8UU3 omnera iuÄLeet Huerimoniam Hue eoütiSerlt iuter 603 vel aäver3U8 sos*). Aehnlich steht es mit einer anderen Veränderung in der Speierer Ausfertigung. Dem Wormser Satz: kakeant lideram xotestatem . . . eum <Mdu.3lidet d0minidu3 eaudire ar^entuin (3), der einen klaren Sinn und zugleich eine Begünstigung enthält, entspricht in Speier die Formulirung: Kakeant lideram kaoultatem re3 3ua3 eurn <^uidu3lidet 1i0miQidu8 iu8to evneamdio mutare, die sachlich um so bedeutungsloser erscheint, als schon der nächste ') Urk.-Buch der Stadt Speier Bd. I, Nr. 11.

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