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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 145

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden Deutschlands im Mittelalter
Date
1887-01-01
Page
Seite 145 (sequence 10)
Language
German
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R. Hoeniger, Zur Geschichte der Juden Deutschlands im Mittelalter. 145 Das Speierer Privileg Heinrichs IV ist genau datirt. Es ist im Jahre 1090 Febr. 19. ausgestellt. Das Wormser Privileg desselben Kaisers ist ohne DaLirung und unter entsprechender Aenderung der Einleitungs- und Schlußformeln in einer Bestätigung eines Nachfolgers und obendrein in einem wahren Rattenkönig von Transsumirungen überliefert. Es fragt sich, wie weit unter solchen Umständen der ursprüngliche Text sich unverändert erhalten hat. Aber auch das Speierer Privileg liegt nicht im Original, sondern in Abschrift eines bischöflichen Copiars aus dem Ende des 13. Jahrhunderts vor. t) Aus der Kaiserzeit in der ersten Hälfte des Mittelalters ist bislang noch ein kaiserliches Judenprivileg bekannt geworden. Es ist von Friedrich II im Jahre 1238 für die Juden der Stadt Wien ausgestelltDasselbe berührt sich gleichfalls so eng mit dem Speierer Privileg, daß Stobbe eine wörtliche Benutzung desselben vermuthete ^). Unter Fortlassung der Einleitungs- und Schlußformeln gebe ich im Folgenden den Text des Wiener Judenprivilegs unter Hervorhebung der Abweichungen vom Speierer Privileg durch Cursive, sowie der Abweichungen von der Wormser Ausfertigung durch größeren Druck. Die Nummern der correspondirenden Absätze des Privilegs Heinrichs IV sind in Klammern beigefügt. 1) (1.) ^6?» nsönnb nsFnnbns nnöne^sss, H55oc? ^T5c?sc>s W^ienns, se^ss ea^67-6 N08F?6 STeö nost?'« 65?'6eH?/?NNS et 2) (5.) ^'Hte^ece in äoillidns YPSOT'NM eorurn oonsensu kospites non ^eeiMamtn/'. 3) (6.) Li antem axuä eos res inrtiva iiz venia iuerit, si äixerit Indens se einisse, iurarnento p rodet seenndnin leZern snsin <zuant?6Ni,a) einerit et tantunäein »'eeipiat et rem ei onius erat, restitnat. 4) (7.) Julius Llios ns? Llias ^PSS9^SA, invitos daptii-ars xresurnat, ant, si oaxtos vi vel fnrtini raptos vel voaotos daptisaverit, clnoäeeirn lidras anri aü erariurn ^dOS^^S?^ persolvat. Li «Msm aliquis eornin sponte daptixari 2/0?^6^, triäno reservetur, nt integre eoZnoseatnr, si vere edristiaue reliZionis causa, ant pro ali^ua illata ininria ledern suarn et sient lepsin patrurn snornin relin^u«^, ita eeiain ^e^^ttt ^e^eä^ttttem. 5) (8.) Älaueipia c^noc^ne eornrn pa^ana unllns sud optentn odristiane reliZionis dapti^ans a<? serviti« eornin ess^vertat; c^nod si feoerit, dannnrn, ^'Ä est tres lidras arZenti, xersolvat et servnin dornino sno redäat. 6) (11.) Li Inäens edristiannrn vel cdristianns Inäeurn cs^e^Äe»'^ nterczne, xront res est, ssennänin leZein suarn instieiarn kaeiat et »em snam xrodet. 7) (12.) Dt nemo Inäenin ad iZnitnm kerrnni ve? aä eali6ain s^narn 2?6? triZiäam nee LaAellis ee6at, in eareerein mittat, set iuret ^eeunänin leAern snain post ynaäraZinta üies. ^M^s testidns ^isi simn? IMe^8 a) Es muß offenbar qnanti heißen. ^> Das Speierer wie das Wormser Privileg haben die zweifellos richtige Lesart a servieio eornin avertat. t) Urkunden z. Gesch. d. Stadt Speier Bd. I, S. 11 und Einl. S. X. 2) Hrsg. von Meiller im Archiv f. Kunde ö'sterr. Geschichtsquellen Bd. X, S. 127. 3) S. 295.

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