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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 131

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 2
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1887-01-01
Page
Seite 131 (sequence 23)
Language
German
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Richard Maria Werner, Nicolai und seine Freunde über Mendelssohn. 131 Noch dreizehn Jahre später „den Ersten Nov: 8" heißt es in einem Briefe Friedländers u. a.: „Wenn Sie besonders in der M. Schrift ^Berlinischen Monats-SchriU einen stehenden Artikel, etwa unter dem Titel: zur neueren Sittengeschichte der Juden, etabliren wollten, könnte ich Ihnen noch manche Behträge, auch Anecdoten von den verewigten M. jMoses Mendelssohns liefern.....Kriedländer gab dann bekanntlich 1819 „Moses Mendelssohn. Ein Fragment von ihm und über ihn" heraus^. . . Der Satz: daß nach dem Judenthum auch widersprechende Erklärungen zuläßig sind, hat seine Richtigkeit, und leidet eine große Ausdehnung. M. Moses^j hat sich dessen in seinem Jerusalem, wenn auch nur im Vorbehgehn, bedient, und gewiße Stellen in dieser Schrift sind weder von Juden noch Christen richtig verstanden worden. Dieses aufzuklären wäre aber zu spät: wer soll die Aufklärung lesen? In seinem Commentar sind herrliche, wiewohl sehr leise, Winke für den Nachdenkenden, und es war dreust von M. daß er seinen Glaubensgenossen Eichhorns Einleitung :c. empfahl, die über Offenbarung die sreysten Mehnungen enthält. — Alles dieses sse. nachzuweisen^ würde aber eine große Arbeit erfordern, die unbelohnt bliebe. — Seine Übersetzung der 5 B. Moses und seine Psalmen haben eine erstaunliche Wirkung unter den Juden verursacht, und werden immer mehr Wirkens. Christen haben von der ersten gar keine, und von den Psalmen nur wenig Notiz genommen. Der Profeßor Löwe, der die letzten mit einem hebräischen Commentar noch Key Lebzeiten des Übersetzers herausgab, hat eine überaus verdiente Arbeit..gemacht; und der Prof. Wolfssohn, der noch lebt, hat sich durch feine Übersetzungen und Commentare nicht weniger ausgezeichnet. Beyde sind Schüler von M. Aber ihre Arbeiten haben außer ihrem Kreise wenig Sensation gemacht. Mitunter auch deswegen, weil die Herder so. nicht so viel hebräisch, chaldaisch u. Rabbinisch verstehn, als zur Würdigung ihrer Arbeiten gehört. Wer darf aber das laut sagen? Unsere Harfen hängen an den Weiden". — Von Nicolais Anhänglichkeit an Moses Mendelssohn geben solche Briefe eben so lautes Zeugnis, als seine wiederholten eigenen Geständnisse. Wie intim ihr Verkehr war, beweist unter anderem der Umstand, daß sie sich gegenseitig in ihren Arbeiten unterstützten. Nicolai erwähnt selbst (Über meine gelehrte Bildung 1799 S. 44), daß er in seine Abhandlung über den Tempelherrenorden (vgl. 1, 122 ff.) Beiträge Mendelssohns aufgenommen habe, sie betreffen die Kabbala und ihre Nachwirkung. Wie Nicolai, haben auch Andere (z. B. Lessing) mancherlei solcher Aufzeichnungen von Moses Mendelssohn genutzt. Ein Brief Eschenburgs aus Braunschweig den 28sten 8ber 1768 giebt einen weiteren Beweis dafür, er schreibt an Nicolai: „Die antiquarischen Briefe sind vortrefflich; ein schwer Gericht über Klotzen, das er längst verdiente. Eine Recension in den Unterhaltungen kann ich Ew. -Hochedelgeb. nicht besorgen, weil ich an dieser Schrift schon seit einem Jahre nicht den geringsten Antheil habe. — Bey meinem neulichen Aufenthalt i) Man vgl. die wundervolle Geschichte von Leopold Kompert „Eisiks Brille", Ges. Schriften Bd. 4, 17.

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