Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 22)
- Language
- German
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130 Richard Maria Werner, Nicolai und seine Freunde über Mendelssohn. S. 146 erwähnte David Friedländer') wird von Nicolai sehr häufig um verschiedene Aufschlüsse gebeten. Am 1. Merz 1794 schreibt er: „Ew. Hochedelgeboh. erhalten hiebey die Friedenspredigt unsers seel: Freundes jMoses^, deren hebräischer Text in dem Sammler voriges Jahr neu aufgelegt worden. Der Deutsche verdient es nicht minder. — Auf dem Titelblatt ist bemerkt, daß die deutsche Predigt vorher schon ohne Übersetzung aufgelegt worden; dieses ist mir aber nicht zu Gesicht gekommen. — Von einer andern Predigt, die unfern Freund zum Verfaßer haben soll, habe ich auch nichts in Erfahrung bringen können". Am 8. März 1794 sendet Friedländer ein ihm von Nicolai mitgetheiltes Manuscript zurück und erinnert einige Kleinigkeiten: „Älillotk ^kiAOZOv, nicht milles kksAcxjoQ, heißt nicht: Worte der Vernunft, sondern Kunstwörter der Logik. Majemonides nemlich erklärte blos die Wörter; seine Erklärung war aber theils zu kurz, theils durch folgende Erklärer mißverstanden worden; daher übernahm unser seel. Freund die Mühe, die Majemonidische Erklärungen aufs neue zu erklären, und, welches stets seine Gewohnheit beh Abfassung hebräischer Schriften war, beh dieser Gelegenheit Sätze der Wolfischen Philosophie in Umlauf zu bringen ... „Die Anekdote, wo der Verfasser Statt Zwo. O! ausrief, hat mir unser sel. Freund auch erzählt und den Vorleser genant. Mir sagte er, er habe die Abhandlung deswegen nicht selbst vorgelesen, weil er unbekannt bleiben und erst das Urtheil der Gesellschaft wißen wollte. Ein Mitglied derselben, ein gewißer Lord, der damahls in Berlin lebte, und von welchen er mir verschiedne Sonderbarkeiten erzählt hat, sagte ihm während des Vorlesens: er sey der Verfaßer. M. leuknet U es, und wies mit dem Finger auf den Vorleser, als den vermuthlichen Versaßer. — Der Engländer schüttelte den Kopf; und als endlich dieser den lächerlichen Fehler beging, so brach der Lord in ein übermäßiges Lachen aus und nekte U unfern Freund. — „Sie wissen vermuthlich, daß Bonnet mit Mendelssohn über die Lavaterische Aufforderung ^Christ zu werden^ in Briefwechsel gerieth? — Ich habe Abschrift Eines Briefes unseres Freundes an den ersten, der sehr merkwürdig ist. — Wenn einmahl Mendelssohns Briefe an L. ^Lavater^ wieder aufgelegt würden, so könnte dieser Brief mitgedruckt werden. — Wenn Sie es verlangen, will ich ihn aufsuchen, und Ihnen mittheilen". AeW. Am 13. Februar 1795 schreibt er ihm die Etymologie von Mansche!, Mauscheln, welches nicht von diesem hebräischen Wort: Herrscher komme, sondern von Hlausede (NoseZie) — Noses . . . Unsern seligen Freund, nennte man unter den Juden ebenfals immer: Nauseke Dessau, d. i. Noses aus Dessau. — Ich bin neugierig das literarische Gericht zu sehen, zu welchen Sie, diese und ähnliche Ingredienzien sammeln. Doch Sie sind wie die Biene, die aus allem Honig zu bereiten weiß". t) Friedländer hat einzelnes auch Zelter mitgetheilt, welcher manches davon an Goethe schreibt.