Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Ludwig Geiger, Briefe von und an Mendelssohn. 127 unsinnigen Rhapsoden. Wo Aufklärung und Kultur mit gleichen Schritten fortgehen, da ist die Menschheit vor Irregehen sicher! „Jeweiter die Kultur geht, desto wachsamer muß man durch Aufklärung dem Verirren zuvorzukommen suchen. In dem beständigen Streben nach Vollkommenheit ist dem Menschen nichts mehr entgegen, als etwas für vollkommen anzunehmen; wenn ihm dabei etwas als vollkommen vorgeschrieben wird und man ihm das Bearbeiten untersagt, verschlimmert er es. Daher ist das größte Verderben in der Religion. Je vollkommener diese sein soll, desto mehr muß die Aufklärung sie bearbeiten......" Der letzte Brief Mendelssohns ist vom 5. November 1785 (Kahserling S. 337 ff.). Der Schreiber übersendet darin die „Morgenstunden" und spricht von seinem Sohne Joseph, der bei einem Besuche Hamburgs Hennings leider verfehlt habe. Eine Antwort Hennings' aus diesen Brief ist nicht erhalten, auch keine Äußerung von seiner Seite über Mendelssohns bald darauf erfolgten Tod. Aber daß er den Hingeschiedenen von ganzem Herzen betrauerte, ist auch ohne besondere Äußerung klar; für die fortdauernde freundschaftliche Gesinnung spricht schon die Sorgfalt, mit der er die Briefe Mendelssohns aufbewahrte und zur Herausgabe vorbereitete.