Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ludwig Geiger, Briefe von und an Mendelssohn. 115 Aus einem Briefwechsel zu urtheilen, der mir zufälligerweise in die Hände gerathen, schienen sie ziemlich entschlossen, auf keine andere Gedanken kommen zu wollen. Indessen möchte ich sie weder ausfordern, noch lächerlich machen. Was hätt' ich auch davon, wenn ich die Gelehrten meiner Nation verächtlich machte? Dadurch haben Sie mir einen wichtigen Dienst geleistet, meint heuerster Freund, daß Sie mir von hoher Hand ^rasnumer^- tioQ verschafft haben. Die Altonaer werden wenigstens dadurch abgehalten, keinen voreiligen Schritt zu thun, ein Buch zu verdammen, bevor sie es gesehen. Was sie aber nachher thun wollen, wenn das Werk vor Augen liegt, und jedermann darüber urtheilen kann, stehet ihnen völlig frey, und hierin möchte ich von meiner Seite kein äußerliches Mittel auf ihr Urtheil mitwirken lassen. Der ganze Handel bleibt also in Ihren philosophischen Schriften noch vor der Hand unberührt. Aber meinen besten freundschaftlichen Dank empfangen Sie für das gütige Anerbieten. Das heißt einem Freunde, der sich rauffen muß, das reinlichste Zimmer dazu anzubieten. Leben Sie wohl und fahren Sie fort mich zu lieben. Was von Ihren Schriften die Presse verläßt, erwarte ich von Ihrer Freundschaft... Für den Passus „Meine Rabbinen" ist darauf hinzuweisen, daß die Rabbinen von Prag, Fürth und Altona gegen Mendelssohns Pentateuch-Uebersetzung auftraten und daß Hennings mit Erfolg bemüht gewesen war, das Verdammungsurtheil des Letztern unschädlich zu machen und eine günstige Erklärung der dänischen Regierung für Mendelssohn zu erwirken. Von dem folgenden Briefe (13. März 1780) fehlt in dem Abdruck bei Kayserling der Anfang; er handelt wieder über die schon oben S. 113 erwähnte Recensions - Angelegenheit. Dann folgt in der handschriftlichen Corr. ein ungedruckter Brief M/s vom 15. März 1780, der bis auf eine ganz bedeutungslose Nachschrift so lautet: 3. <^ Berlin, den 15. März 1780. Gestern erhielt Hr. Nicolai die Aushängebogen des 39. Bd., II. St. der allgemeinen deutschen Bibliothek, in welchem Ihr Olavides angezeigt worden. Ich schicke Ihnen den Bogen mit, weil Ihnen vielleicht daran gelegen ist, solchen eher als das Publicum in den Händen zu haben. Da die Bibl. auswärts gedruckt wird, so war es für dieses Mal zu spät, und die Recension blieb so, wie sie eingeschickt worden. Im Grunde enthält sie keinen sonderlichen Tadel und das Lob, welches Ihnen ertheilt wird, muß dem Leser, meines Erachtens, desto verdienter scheinen, je unparteiischer er den Recensenten gefunden. Nichts ist schaler, ekelhafter und daher unüberzeugender, als ein kahles Lob. Man hat, soviel ich sehe, Ihren Gedanken und Gesinnungen Gerechtigkeit wiederfahren lassen und nur Ihren poetischen Vortrag, freilich mit einiger Strenge, getadelt. Dieses kann weder Ihrem Ansehn, noch der guten Sache, die Sie beherzigen,