Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 2
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 3)
- Language
- German
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Ludwig Geiger, Briese von und an Mendelssohn. III besonders aber durch sein Werk: „Versuche über den Charakter und die Werke der letzten italienischen Dichter", 2 Bände, 1763, 1764 einen Namen gemacht. Lessing hatte das Buch außerordentlich gelobt und dadurch die Anerkennung des talentvollen Mannes in Berlin begründet. Auch die anerkennenden Worte über Klotz sind bemerkenswerth, hauptsächlich deshalb, weil gerade in dieser Zeit der Streit Klotz' mit Lessing begann, der den Rus des Erstern in der Meinung Vieler schädigte, ja zu vernichten drohte. Von lateinischen Schriften Klotz' erschienen damals seine Gedichte und einzelne neue Editionen alter Autoren; aber gerade damals wurden außer den lateinisch geschriebenen aeta ei-uäitorulv auch deutsche kritische Zeitschriften, die „Neuen hallischen gelehrten Zeitungen" und die „Deutsche Bibliothek der schönen Wissenschaften" von ihm herausgegeben, so daß das über ihn gefällte Urtheil Mendelssohns nicht ganz begründet erscheint. L. Zur Correspondenz zwischen Mendelssohn und Hennings. In „Moses Mendelssohns gesammelten Schriften" herausgeg. von E. B. Mendelssohn, Leipzig 1844, Bd. V. sind nur zwei Briefe Mendelssohns an Hennings vom 20. Jan. 1775 und 25. Juni 1782 zum Abdruck gebracht. Elf weitere Briefe vom Sept. 1775 bis Nov. 1785 hat Kayserling, Moses Mendelssohn, sein Leben und seine Werke, Leipzig 1862, S. 519 bis 538 und derselbe: Moses Mendelssohn, Ungedrucktes und Unbekanntes, Leipzig 1883, S. 25 bis 27 veröffentlicht. Die Quelle, aus welcher derselbe schöpfte, ist der Hennings'sche Nachlaß, der ehemals im Besitze des Herrn Prof. W. Wattenbach in Berlin, jetzt der Hamburgischen Stadtbibliothek einverleibt ist. Dank dem gütigen Entgegenkommen der Direction der letztern, habe ich denselben hier benutzen können. Meinem verehrten Kollegen, Herrn Professor Wattenbach, danke ich für den freundlichen Hinweis, Herrn v?. Wohlwill in Hamburg für die gefällige Bezeichnung der für mich wichtigen Bände des Nachlasses. August v. Hennings (vergl. W. Wattenbach, in der Allgem. deutschen Biogr. Bd. XI, S. 778—780 und derselbe: Berlin vor 80 Jahren nach Hennings' handschriftlicher Reisebeschreibung im: Sonntagsblatt der „Weser-Zeitung", Bremen 1851, Nr. 8 bis 15) geb. 19. Juli 1746, gest. 17. Mai 1826, Diplomat und Philosoph, praktisch und literarisch eifrig für die Ideen der Aufklärung thätig, bis in sein hohes Alter in der Bildung der Aufklärungsepoche besangen, z. B. in der Abneigung gegen Goethe, ein Mann von Talent und Kenntnissen, von Freisinn und gutem Willen, von persönlicher Liebenswürdigkeit und Feinheit des Wesens, dem es aber, trotz mancher Ansätze, nicht gelang, durch ein wahrhaft bedeutsames Werk eine bleibende Stelle in der Literatur zu erwerben. Durch seinen Schwager Reimarus wurde er 1772, da er als dänischer Legationssekretär nach Berlin kam, an Mendelssohn empfohlen und verkehrte während seines Berliner Ausenthaltes sehr viel mit 8*