Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der Juden Deutschlands im frühern Mittelalter
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 20)
- Language
- German
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84 N. Hoemger. Zur Geschichte der Juden Deutschlands im frühern Mittelalter. stattung einer Tochter, für Hof- oder Heerfahrt oder für Auslösung aus Gefangenschaft um baares Geld in Verlegenheit war, stellte sich Hundertsach die Nothwendigkeit einer Anleihe heraus. Noch häufiger mußte die Veranlassung dazu mit der beginnenden Handels- und Gewerbethätigkeit in den Städten hervortreten. Und selbst die Mächtigen der Erde reichten mit den laufenden Einnahmen nicht immer für ihre großen Unternehmungen. Allerdings erzählen die Chronisten nur wenig von solchen kleinen oder besser großen Sorgen des täglichen Lebens. Man kann für das häufige Vorkommen von Darlehnsgeschäften im allgemeinen die seit dem christlichen Alterthum, in ununterbrochener Reihe immer wieder erneuten Wucherverbote der Concilien geltend machen^). Greifbarer treten uns diese Darlehnsgeschäfte bereits in den -Bestimmungen des ^Axitulai-s von 806 entgegen 2). Wir gewinnen die Vorstellung, daß neben dem Darlehn in baarem Geld überwiegend Consumtiv- und Naturaldarlehen vorkamen. Völlig klar aber wird das Bild erst, wenn wir solche mehr allgemeine Eindrücke durch concrete Einzelfälle localisiren. Vielleicht darf man hierher schon die Wormser Beschlüsse von 829 rechnen, in denen die Bischöfe über wucherische Ausbeutung der armen Leute durch Kleriker und Laien Klage führen -^) und zugleich aus der heiligen Schrift und den Kirchenvätern eine umständliche Begründung des kirchlichen Zinsverbotes erbringen, Ausführungen, die an prägnanter Bedeutung verlieren, da sie ein bloßer Auszug aus den Beschlüssen der Pariser Synode desselben Jahres sind^). Schwerer wiegt jedenfalls der Bericht der vita des loKanneZ, Abt von Gorze (960-973), in welcher seiner geschäftlichen Thätigkeit im Kloster vor seiner Wahl zum Abt gedacht wird, ^.ä iä äevauiu tota sldi sxeetadat intentio, yniecMd iustitia aä^nireret, totnm üdeliter monasterio inLerre^ et illud oxtime eavit, ne saeeu1u8 mcmaLterli yualidet unyuam äoll vel inisei-arum trauäe vel ealamitate eontaminaretur.... (^ommeZadat e<Mäem xlurima et reelxiedat) eautuZ, ne yuo äelo äeditornm falleretur.... si ü-uinentum, viniiM) 83.1) vel <iua.eeuiv<iu6 aä eidum xertinentia, Limiliter ad vestitum eyirnuoäabAntur) eiusäem inensurae vel Hnavtitatis rexoLeedantni-, nt nikil suxra exi^eretur. ^i-Aentuva xonäere Lüste eemmeäabatur; nee Funck, Gesch. d. kirchlichen Zinsverbotes. Tübing. Univ. Prog. 1876, Seile 18. 2) Oap. Miss. Ami». Oiixitiilaria. eä. Loretius 1, 132. 2) Oov8tituti0rie8 ^oririatisvses avuo 829. (Zma erZo in ivvltiravüis usurarum allilivslitiovidrlL ^uosäam e1erie08 et 1aioo3 odlitos praeoextiovis 6orniiiiea6 Hva dieitur: peouviam tvam von 6adi8 ad U3nraiv et kruZum superkaduiiüaiitiam von exiZe3 .... in tsutuin turpissimi lueri IaI)erQ exarsisse e0FN0vimu8, nt iuultiplieidu8 st^us inQuiueriZ usnraruin Aeneridus 8ua aüiilventione et eripiäitats repertig pavperes aätÜAant odpriivant et exdauriavt, adec» ut mu?ti taoie eonkeeti pereant, rnulti etiaiu propriis derelietis alieria8 terrs3 expetant; iv <^uidu8omi(in6 I0013 kaeo üeri 6idieiinrl3, ve ulterius Leret enin ivKevti protestatione modis 0viQidu3 iQkidiiilnii3. N. (Zs. 1.1^. I. 8. 343. Saräui'n voll, eovoi!. IV. 0. 53, 8. 1328.