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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 1 · p. Seite 76

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Juden Deutschlands im frühern Mittelalter
Date
1887-01-01
Page
Seite 76 (sequence 12)
Language
German
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76 R. Hoeniger, Zur Geschichte der Juden Deutschlands im frühern Mittelalter. letzte Spur einer vormals uneingeschränkten bürgerlichen Gleichberechtigung aufzufassen wären. Da wir in der Begründung dieser Ansicht, den Boden Kölns verlassen und auf allgemeinere Ausführungen uns stützen müssen, soll dieser Punkt erst an einer späteren Stelle erörtert werden. Jedenfalls verräth sich in den angeführten Schreinsurkunden nirgend eine Spur, daß die ungezwungene Annäherung christlicher und jüdischer Kreise irgend gestört wurde. Dieser allgemeine Eindruck wird bestätigt, wenn einem Kölner Propst in dieser Zeit der freundschaftliche Verkehr mit der dortigen Judenschaft nachgerühmt wird i). Noch entschiedener spricht dafür das häufige Vorkommen deutscher Namen bei Juden. Ich erinnere an den oben genannten Llraekim yui vulKariter voeatur koäesealeus^). Auf die Rufnamen der drei als maKistri eivLum erwähnten Juden (Thiderich, Eckebert und sein Sohn Fordolsus) darf ich ein entscheidendes Gewicht nicht legen, da dieselben möglicherweise auf eine Namensändernng in der etwa vollzogenen Taufe zurückgeführt werden könnten. Aber es bleiben auch dann noch zahlreiche Beispiele deutscher oder in Deutschland allgemein recipirter Namen bei ungetansten Juden übrig. So heißt der in den ältesten Karten des Laurenzschreins mehrfach genannte Judenbischof Bruningus. Andere Juden heißen Alexander, Gerhard, Heinrich. Besonders häufig sind deutsche Frauennamen: Adelheid, Agnes, Heilswindis, Johanna, Jutta, Richedis, Richeza, Sophia; in diesem Zusammenhang darf wohl auch eine xuella nomine ValkirwuAe und eine Frau mit dem Beinamen Sekonenik genannt werden. Wie weit jene ungezwungene Annäherung im einzelnen gegangen ist, läßt sich freilich nicht ermessen. Der urkundliche Beweis für eine Mischehe begegnet nur einmal 3). In dem betreffenden Fall hat ein Christ eine Jüdin geheirathet. Noch heute erinnert in Köln die Lage des Rathhauses am Eingang der Judengasse und gegenüber dem Standort der mittelalterlichen ') Rudolf v. S. Trond war im Anfang des 12. Jahrhunderts Propst von S.Pantaleon zu Köln, seine Biograph erzählt aus der Zeit seiner dortigen Wirksamkeit: (?um Znäeis 5re^ueoter lene Iladedat oolloyuinm, von äiseextanäo ueque exprodranäo, seü änritiaro eorüis eornm palpatu et trieations yua opus erat ewollieuäo; Huam vi) rem ita ainadatnr eis, ut etiam iQnlieres eorum irent viäere eunci et alloqui. Kosta. add. I'ruöonoos. Hl. 6., 88. X, 304. 35. -) S. oben S. 70. 2) I^aur. 3 16. Notum sit vodis, yualiter Lneoäerieus äe L... *) Qoirio aävooati et uxor eins 8opQia Nia Vivi «snäei et eorum sueoessores exkestuoavernnt omueni nereÄitateni Viv! et uxoris eins et omnium sueoessornru ipsorura; et sie reooneiliati sunt, ut ultra üs nis ^nerirueniaiu nouinoveallt. ^.ota sunt nee oorarn xreäioto aävooato (Asraräo et inaZistratidus Voräolto et ülio eius Lele^i^o, Ltermaono et kratrs eins Ounone, ^olderoue et Hermaviio (knko), ^aläevero, Ruwers, Lruuone (kuko), Lerruanno, >VieAivsvno, (?oäesealoo, Wiuriono; et kratres**) 6e6erunt tostiniomuin, sieut iure Äeduerunt. *) Die Urkunde ist durch Rasur getilgt, das Wort ist nicht zu entziffern. **) Die Brüder der Sophia.

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