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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 4 · p. Seite 247

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte der Juden in den schwäbischen Reichsstätten
Date
1937-01-01
Page
Seite 247 (sequence 5)
Language
German
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Miszelle Frankfurt a. M. I, S. 166 ff., was Dicker unbekannt blieb. Am 12. Juni 1431 berichteten J. Stralenberg und J. Weiße, die Vertreter des Frankfurter Rats, daß in Nürnberg „die Jodesheit von Olm, Heilbrun und andir fast stede in Swabin gededingit han" (Stadtarchiv Frankfurt a. M., Ugw. E 45 A Nr. 48). Welche Summe dabei auf Ulm fiel, wird nicht gemeldet. Um mit den Bevollmächtigten König Albrechts wegen des von ihm verlangten dritten Pfennigs am 25. Juli 1439 in Nürnberg zu verhandeln, waren auch Ulm und der schwäbische Städtebund aufgefordert worden, ihre Juden dorthin zu senden. Am 10. Juni teilte hierauf der Ulmer Rat dem König mit, daß er seine Juden schicken und den „Städten der Vereinigung" vom Verlangen des Königs Kenntnis geben werde, „und lassen uwer kunglich gnade wissen, das wir die egenanten unser Judschait, by uns wonhafft, vor zu zwayn malen, als si mitsampt anderer Judschait zu uwer gnaden raten vertagt waren, gen Nuremberg zu denselben uwer gnaden machtbotten geschicket haben; umb was sach aber sölichs deßmals nicht ußgericht ist, wissen wir nicht" (Oehringen a. a. O., E 55). Vgl. Kerler in ZGJD Hl (1889), 118 Anm. 5. Die früheren Verhandlungstage waren 1438 Juli 13, Okt. 16 und 1439 Febr. 22. Ob die Ulmer Juden auch zu dem dritten Tage nach Nürnberg gingen, bleibt fraglich (Dicker, S. 98). Sicher aber meldeten sie sich am 25. Juli 1439 durch ihren Vertreter Kyrson, der mit Gerschom, dem Parteigenossen Rabbi Seligmanns (Resp. Weil, Nr. 147) und mit dem 1437 aufgenommenen Kersam von Babenberg identisch ist; denn am 4. August beurkundet Konrad von Weinsberg ihren Gehorsam und gibt ihnen Aufschub bis zur Meldung an den König und einer neuen Ladung (Oehringen a.a.O., G 57): „Also ist zu uns kummen Kyrson Jude von Ulme als von sin und siner mitburgere gesellschafft der Juden wegen zu Ulme und hat uns von iren wegen wol furgelegt und herzelt mercklich irrung als vynndtschafft und unfrieds halben, deshalb sie nit wol sicher here kummen möhten, und auch sunderlichen demütiglichen gebeten, sollich wilde lawffe allenthalben diss lannds anzesehen und ine des uberkummens als umbe den dritten pfennyng schub und zugk zu geben, biz das es durch uns an unsers hern konigs gnaden bracht worden und gelanngen möge, und biten auch daby, das wir solchs von wegen unsers gnedigsten hern des konigs für gehorsamen und nicht als für ungehorsamen haben wollen." Die Unsicherheit der Wege wird übrigens als Grund für den mangelhaften Besuch des Nürnberger; Tages auch in gleichen Schreiben Konrads für die Erfurter Judenschaft, sowie für Abraham und Mosse zu Nordhausen und für David Sprintzen von Salzburg angegeben. Von den außerordentlichen Judensteuern blieben die regulären unberührt. Die halbe Judensteuer kassierten 1420—1439 die Grafen von Öttingen ein, denen die Ulmer und Nördlinger Judensteuer seit 1324 verpfändet war. Dicker, S. 97, Anm. 59, spricht von Quittungen, die von den Grafen bis zum 12. November 1439 ausgestellt wurden. Daneben war aber im Bistum Konstanz, zu dem Ulm gehörte, die halbe Judensteuer und der goldene Opferpfennig von Kaiser Sigmund 1437 Aug. 22 dem Protonotar Herman Hecht verpfändet worden (Altmann 12 055), was König Albrecht 1438, Juni 24 und Juli 25, bestätigte (Lichnowsky 3947 und 3988). Am 5. Januar 1439 befahl Albrecht den Juden im Konstanzer Bistum, die halbe Judensteuer und den Opferpfennig an Hecht zu zahlen, bis der König diese an Hecht verpfändeten Steuern wieder einlösen würde (Lichnowsky 4136). Der Einkassierung durch Hecht war jedoch in Ulm ein anderer zuvorgekommen: Konrad von Weinsberg. Bereits am 8. Januar schrieb der König an Konrad, Hecht habe ihm gemeldet, daß Konrad die halbe Judensteuer und den goldenen Opferpfennig von den Juden in Ulm abverlangt und vielleicht auch von anderen Juden des Konstanzer Bistums eingenommen habe, die Steuern seien dem Hecht verpfändet, Konrad solle die Ulmer und die anderen Juden unbekümmert lassen und etwaige Einnahmen an Hecht geben (Oehringen a. a. O., E 45). Auch der Kanzler Caspar Sligk machte am 13. Januar Konrad Vorhaltungen, es sei diesem oder seinen Leuten in Ulm ausdrücklich gesagt worden, daß die betreffenden Steuern dem Hecht gehörten (Oehringen a. a. O., Q 27). Wie war es nun möglich, daß Ende 1439 wieder die Öttinger Grafen quittierten? Wie die Judensteuer wechselte auch der Opferpfennig seine Einnehmer. 1450 Dez. 28 wandte sich der Markgraf Wilhelm von Hochberg an den Bürgermeister von Ulm, er habe Brief und Siegel des Königs, den goldenen 247

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