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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 174

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Die Steuern und Abgaben der Juden im Erzstift Trier
Date
1937-01-01
Page
Seite 174 (sequence 19)
Language
German
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Jakob May. Die Steuern und Abgaben der Juden im Erzstiit Trier Uebertrag: 1130 Rthlr. Isac Picardt .......... 50 Schmuel Mering......... 30 Abraham der Biedel....... 10 Kusel ............ 10 Herz Picardt Löb........ 10 Isac Schweich......... 20 Moses Herz.......... 10 Meyer Berncastel........ 10 Abraham Levy......... IC Moses Meisenheim....... 5 Salomon Schweich........ 15 Der Judensänger ........ 10 Judenrabbiner . -....... . 30 Gesamtsumme 1350 Die Höhe der Summen, die schon Vermögensabgaben gleichkommen, sowie der Umstand, daß auch Rabbiner, Judendoktor, Vorsänger und sogar der Pedell (= Biedel) aufgeführt sind, beweisen, daß es sich hierbei nicht, wie Ehrmann meint, um die regelmäßige Steuer, sondern nur um eine Sonderabgabe handeln kann. Hierauf deutet auch der von ihm erwähnte vergebliche Einspruch der Beteiligten hin. Möglicherweise steht die Zahlung im Zusammenhang mit den Folgen des Spanischen Erbfolgekrieges, unter denen die Stadt Trier besonders schwer gelitten hatte115). Um das Schutz- oder Neujahrsgeld kann es sich jedenfalls nicht handeln. Bezeichnend für die Wirtschaftsverhältnisse der damaligen Zeit ist, daß Erzbischof Johann Hugo am 15. November 169S und 15. Juni 1709 wegen Kriegszeit und Mißwachs zweijährige Moratorien für Hypothekenschuldner erließ116). Eine allgemeine Sonderumlage ist aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges bekannt, in dem Kurtrier auf Seiten des Reichs und der Franzosen stand. Die gesamte jüdische Einwohnerschaft des Niedererzstifts mußte in den Jahren 1761 und 1762 für die durchmarschierenden französischen Truppen 6000 Rationen Fourage an das Magazin in Limburg liefern, die in „proportionierter Concurrenz" aufgebracht wurden. Es muß sich hierbei um eine beträchtliche Summe gehandelt haben, da auf die früher (S. 11) erwähnten 30 Familien, die weder zu den erzstiftischen noch den Kameraljuden zählten und großenteils arm waren, allein 265 Rthlr entfielen117). Für das Obererzstift wird man eine entsprechend ähnliche Leistung annehmen können. Formell freiwillig war eine Zahlung von 2000 rhein. Gulden, über die ein Gesuch der Judenschaft um Erlaubnis zur „Aufsprechung" einer entsprechenden Anleihe mit dem Genehmigungsvermerk des Landesherrn vom 23. März 1773 unterrichtet118). Dieser Betrag, der 1333 Rthlr entsprach, wurde „auf gethane Vorstellung" als Beitrag zum Schadenersatz für einen am Hofgericht zu Koblenz vorgekommenen großen Diebstahl geleistet. Die schwerste Zeit für die kurrrierschen Juden waren wie für alle anderen Bewohner des Rheinlandes die Jahre der Besetzung durch die Revolutionsheere. Zwar waren mit dem faktischen Ende des Kurstaates auch ihre besonderen Steuern und Handelsbeschränkungen weggefallen, aber sie sollten sich dieser Freiheit zunächst nicht lange erfreuen können. Ein umfangreiches Gesuch der Koblenzer Judenschaft vom 12. August 1797 ist in dieser Hinsicht sehr aufschlußreich119). Das erste Jahr nach dem Einmarsch der Franzosen stand im Zeichen der Assignaten mit den bekannten Wertverlusten. Mitte 1796, als die Geldwirtschaft sich wieder besserte, setzte die Koblenzer Kaufmannschaft bei der Stadtverwaltung, die mit dem neuen Namen „Munizipalität" keine neue Gesinnung gegenüber den Juden angenommen hatte, wiederum das Verbot des freien Handels für diese durch öffentlichen Trommelschlag durch. Dazu kamen die Ein- 115) Vgl. Leonardy a.a.O., S. 845ff. ™y Hontheim a. a. O., III, S. 853. — Scotti a. a. O., Nr. 294 u. 313. i«) Gem.-A. Kobl. II, 6 u. 8. ™) Gem.-A. KobL II, 33. "9) Gem.-A. KobL II, 155. 174

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