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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 173

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Die Steuern und Abgaben der Juden im Erzstift Trier
Date
1937-01-01
Page
Seite 173 (sequence 18)
Language
German
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Jakob May. Die Steuern und Abgaben der Juden im Erzstift Trier scheinen110), war er in Kurtrier anscheinend in der Regel in den Händen von Christen. Im Jahre 1728 bewarb sich der Koblenzer Vorsteher Kirst Wolf auf einer Versteigerung im Wettbewerb mit einem Ehrenbreitsteiner Gastwirt vergeblich um den Zoll für Koblenz und Umgebung. Die Einnahmen aus der dortigen Zollpacht betrugen 1727 ...... 25 Rthlr 1735 ...... 45 „ 1744 ...... 55 „ 1745 ...... 84 „ 1753 ...... 56 „ 1761 ...... 105 „ Im Jahre 1782 war der Leibzoll auf 6 Jahre an einen Koblenzer Bürger für 130 Rthlr verpachtet worden111). Nach Ablauf der Frist erreichte es die Koblenzer Judenschaft, daß die Erhebung in Koblenz, Ehrenbreitstein und Vallendar ihr überlassen wurde. Sie zahlte dafür im voraus vierteljährlich einen Pachtschilling von je 16 Rthlr 33 Alb. an die Kellnereien in Koblenz und Ehrenbreitstein, also jährlich 132 Rthlr 48 Alb. Die Zolleinnahmen selbst wurden innerhalb der Judenschaft versteigert und der Zuschlag an Jakob Cahn aus Koblenz für 134 Rthlr 24 Alb. erteilt. Mit diesem wurde am 28. Dezember 1788 ein dreijähriger Vertrag abgeschlossen, der ebenfalls vierteljährliche Vorauszahlung vorsah. Unter den übrigen Bedingungen ist bemerkenswert, daß sich der Ansteigerer verpflichten mußte, den Zoll an keinen Christen weiterzuverpachten, damit „sowohl die Armen als der Rabbiner jederzeit frei gelassen sein sollten". Der Vertrag scheint beide Partner befriedigt zu haben, da er nach Ablauf auf weitere drei Jahre bis Ende 1794 verlängert wurde112). Er hat jedoch das Ende seiner Laufzeit nicht mehr ganz erlebt, da am 23. Oktober 1794 der französische General Marceau in Koblenz einrückte und drei Tage später dort der Freiheitsbaum gepflanzt wurde113). f) Sonderlasten Das geregelte Rechtsverhältnis, dem die Juden im 18. Jahrhundert im Erzstift unterlagen, brachte es mit sich, daß sie mit besonderen Lasten allem Anschein nach nur in Kriegszeiten beschwert wurden, dann allerdings in einem Ausmaß, das weit über die Bürde der anderen Untertanen hinausging. Nach einer in der Stadtbücherei zu Trier befindlichen Liste zahlten die dortigen Juden im Jahre 1713 an den Erzbischof folgende Beträge in Reichstalern114): Calmann Schweich.......200 David Mayer Schweich......120 Mayer Calmann Schweich ..... 10 Nathan Picardt.........10 Jäckel Schweich u. Sohn.....60 David Picardt.........60 Meyer Picardt.........30 Isac Lob Schweich........70 Lob Meisenheim u. Sohn.....50 Judas Veith..........70 Philipp Levy, Juden-Doktor .... 40 Lob Schweich.........200 Lob Picardt..........90 Herz Münster.........80 Jäckel u. Schwiegersohn . . . . . 40 Uebertrag: 1130 110) Hoffmann, Die Juden i. Erzstift Köln i. 18. Jahrhundert, Diss. München 1928, S. 25. 1U) St.-A. Kobl. nach Wagner a.a.O., Nr. 6. 112) Gem.-A. Kobl. II, 115—117. 113) Vgl. Leonardy a.a.O., S. 949. 114) Ehrmann a.a.O., S. 1124. 173

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