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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 150

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Süßkind von Trimberg
Date
1937-01-01
Page
Seite 150 (sequence 13)
Language
German
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Meier Spanier. Süßkind von Trimbergr Da bi so nem ouch meniger gerade den gesuch; das Hesse er nicht dur got, noch dur der lüten. fluoch, wan das er hat des houbet guotes ai ze mässen. Und das der esel hetti horn, die lüte er nider stiesse; vermöchti kocheldrille sinen zorn, nieman es leben Hesse. stünt an wolfen gar dü kür, vil schaffen man daran verlür; diep wolti das beslossen wurde niemer tür; der böse wolti, das der biderbe wer verwässen. Unter den Beispielen aus der Tierwelt — zwischen Wucherer und Dieb — fällt das Krokodil auf. Seine Nennung entspricht der Eigenart der Fahrenden, die gern ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse hervorkehren. Die Wendung wenn der Esel Horner hätte, geht zurück — worauf mich Johannes Bolte aufmerksam macht — auf die Äsopische Fabel vom Kamel und Zeus44), die im Arabischen oft auf den Esel übertragen wird45): Das Kamel wünscht sich Hörner, da wurden ihm seine Ohren abgeschnitten. Siehe die gründliche Abhandlung Bernhard Hellers über das hebräische Märchen bei Bolte-Polivka,' Anm. zu Grimms Märchen Bd. 4, 318. 333. 342, wo u.a. auch dieser Satz aus Sanhedrin 106 a zitiert wird. Aber es ist nicht zu verkennen, daß es sich hier um die Bestrafung des Neides handelt. Dem Gedanken Süßkinds entspricht mehr jenes Sprichwort, das Tendlau46) anführt: Es is gut, daß der Esel kaan Hörner hot! — Wenn der Esel Hörner hätt un der Ochs wüßt von seiner Kraft, hätt die Welt kaan Kijum. Tendlau verweist auf Süßkind und auf den Satz bei Adelung: Wenn manches Tier seine Kräfte kennete, es würde sich von dem Menschen nicht so mißbrauchen lassen. Es wäre interessant zu erfahren, ob aus der älteren jüdischen Literatur das von Tendlau angeführte Sprichwort zu belegen ist Zu Vers 6 vgL das alte Sprichwort: Wucher ist mir verboten, denn es fehlt mir an der Hauptsumme47). 9. Hatte richer mel, der arme da bi eschen hat, daran gedenke ein wiser man, das ist min rat. und lass dir nit den armen sin ze smehe üeinem fründe. Vil lichte kumet dü stunde, das er sin bedarf, davon si richer gen dem armen nicht ze scharf, kuo sunder nagen den sumer nicht wol getuon künde. Wie man den esel hat unwert, doch was er ie gereite, wa man ie sines. dienstes gert, das er in nie verseite. hetti nieman zuo armuoten pflicht, der riehen richtun wer ein wicht. wer solte dann dienen, ob der arme were nicht? guot was ie das baste, das man den sak damit verbünde. ") 184 ed. Halm. «)■ Chauvin, Bibüoth. Arabe 2, 110. 233; 3, 50. 46) Sprichwörter und Redensarten (1860) Nr. 218. «) Siehe Wander unter Wucher 18 u. Wuchern 2 u. 3. Vgl. auch m. Anm. zu Nr. 12. 150

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