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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 129

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
Max Freudenthal
Date
1937-01-01
Page
Seite 129 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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MAX FREUDENTHAL gestorben 10. Juli 1937 Durch das Hinscheiden Max Freudenthals ist unserer Zeitschrift in schwerste Trauer versetzt worden. Er war nicht nur ihr Mitherausgeber und Mitarbeiter, man kann ihn mit Recht ihren Vater nennen. Als wir in Berlin den Plan erwogen, Ludwig Geigers „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" wieder ins Leben zu rufen, lag bei Freudenthal das Manuskript für ein ähnliches Unternehmen bereits vor. Seiner Anregung folgend, hatten die süddeutschen Verbände israelitischer Gemeinden den Beschluß gefaßt, Mittel zür Förderung geschichtlicher Studien bereitzustellen und eine periodische Veröffentlichung zur Geschichte der Juden in den süddeutschen Ländern herauszugeben, und Freudenthal die Leitung übertragen. Das Bestreben, beide Vorhaben zu vereinigen, stieß auf Schwierigkeiten, und nur der überlegenen Einsicht und dem überragenden Ansehen Freudenthals ist es zu danken, daß die Zersplitterung vermieden wurde und eine einheitliche „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" zustande kam. Bereitwillig stellte er ihr seine Mitarbeit zur Verfügung und trat er in den Kreis der Herausgeber. Er schrieb das Geleitwort für das erste Heft und wies der Zeitschrift damit die Richtung: „Die Zeitschrift will alle Fragen des geschichtlichen Seins, des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, literarischen und religiösen Lebens der Juden in Deutschland sowie die methodischen Probleme der jüdischen Geschichte und der Bearbeitung ihrer Quellen in den Bereich ihrer Behandlung ziehen. Sie wird jedem Mitarbeiter, der diese Fragen wissenschaftlich behandelt, ihre Spalten öffnen. Neben größeren Aufsätzen, neben Veröffentlichungen aus Archiven und andern Quellen wird sie auch kleinere Miszellen, kurze wissenschaftliche^ Notizen, Bücherbesprechungen und bibliographische Übersichten bringen. Bei allem Interesse für Territorial-, Lokal-, Gemeinde- und Familiengeschichte, die sie pflegen wird, will sie sich nicht in Kleingeschichte verlieren, sondern stets die großen Zusammenhänge ini Auge behalten. Die Gesamtgeschichte der Juden in Deutschland ist dabei als wissenschaftlicher Begriff im weitesten Sinne gefaßt, als Inbegriff aller der Länder, die einmal Teile des alten deutschen Reiches gewesen sind." Freudenthal hat sich nicht vom Anfang seiner wissenschaftlichen Laufbahn an der Geschichtsforschung gewidmet. Seine Erstlingsschrift ist eine noch heute mit Achtung genannte Abhandlung über die Erkenntnislehre Philos von Alexandrien. Unter dem Einfluß seines Lehrers Graetz und seines Freundes Brann fand er früh den Weg zur Geschichte. Er erlernte sehr rasch die Technik der Quellenforschung und verstand es, urkundliches und sonstiges Quellenmaterial 9 129

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