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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 118

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 2-3
Article
[Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 118 (sequence 2)
Language
German
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Literatur gewiesen werden, der die mittelalterlichen rabbinischen Responsen für historische Vorgänge auszuwerten unternimmt. Hier breitet sich für die jüdische Geschichtsforschung noch ein weites und fruchtbares Feld aus, das der Bearbeitung harrt und bisher nur wenige Liebhaber gefunden hat. Suler gibt einige Proben aus Responsen deutscher Lehrer, besonders des Jakob Weil. Es wäre erfreulich, wenn er, offenbar im Besitz der erforderlichen historischen und rabbinischen Kenntnisse, einmal eine größere zusammenhängende Arbeit bieten würde. München. Max Freudenthal. Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Österreich. Herausgegeben von der Historischen Kommission der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. XL Band: Nachträge zu den bisher erschienenen Bänden der Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Österreich. Wien 1936. Selbstverlag der Historischen Kommission. 360 Seiten: 1—14 Goldmann, 15—123 Wachstein, 125—264 Taglicht, 265—360 Wachstein. Die in diesem Band vereinigten Nachträge sind selbständige Schriften von ebensolcher Wichtigkeit und Bedeutung wie diejenigen, deren Ergänzung sie bilden. Arthur Gold mann, der seinerzeit die Schriftenreihe der Historischen Kommission mit der Herausgabe des Judenbuchs der Scheffstraße in Wien eröffnete, geht in seiner Abhandlung über „das verschollene Wiener Judenbuch (1372—1420)" den Spuren dieses verschwundenen Judenbuchs der Wiener Judenrichter nach und entdeckt 29 Stellen in anderen mittelalterlichen Urkundenbüchern, in denen darauf Bezug genommen wird. Die Stellen werden im Wortlaut angeführt; sie beziehen sich auf geschäftliche Verhandlungen mit Nichtjuden. Die bisher unzureichende Liste der nichtjüdischen Judenrichter ist in besserer Zusammenstellung beigefügt und ein Verzeichnis der vorkommenden Judennamen angeschlossen, aus dem sich wertvolle Vergleiche zum Namensverzeichnis des Judenbuchs in der Scheffstraße ergeben. Mittelalterliche Namen (z. B. Hadigan wohl Chajjim oder Henoch) zu erklären und mit den entsprechenden hebräischen Namen zu identifizieren, würde eine neue Untersuchung und dadurch eine Erweiterung der gerade vor 100 Jahren erschienenen Arbeit von Zunz lohnen. — Als zweite Abhandlung im Bande schließen sich Bernhard Wachsteins „Randbemerkungen zu seinen Inschriften des alten Judenfriedhofs in Wien" an, die noch kurz vor seinem Tode herauskamen und auf die ich bereits im letzten Jahrgang dieser Zeitschrift, S. 2, hingewiesen habe. Wachstein hat alles ergänzende und verbessernde Material, das seit dem Erscheinen seiner beiden großen Inschriftenbände publiziert wurde, hier zusammengestellt und so mit seiner gewohnten staunenswerten Sach- und Literaturkenntnis fast zu jeder Seite dieser Bände überaus wertvolle neue Ausführungen gegeben. Dabei konnte er an sehr vielen Stellen auf eigene spätere Publikationen Bezug nehmen, sehr oft als sicher nachweisen, was im Inschriftenwerk nur als Vermutung oder als kühne Schlußfolgerung ausgesprochen war, und aus der kritischen Sichtung und Ineinanderfügung des Materials weiterführende scharfsinnige Aufhellungen bieten. Bei einem fast die ganze jüdische Gelehrten- und Familiengeschichte der letzten Jahrhunderte umfassenden Werk, wie es die Inschriftenbände sind, darf es nicht wunder nehmen, wenn die Randbemerkungen nicht bloß am „Rande" bleiben, sondern auf weite Strecken von neuem Stoff überfließen, aber auch selber wieder noch Raum genug lassen zu weiterer Fortführung mit dem Fortschreiten der historischen Einzelforschung. Zunächst aber ist es so, daß fortan das große Inschriftenwerk nur mit Hilfe der „Randbemerkungen", denen ein genaues Personen- und Ortsverzeichnis beigegeben ist, korrekt benutzt werden kann. Wir werden, um diese Besprechung nicht zu belasten, bei nächster Gelegenheit einige Ergänzungen bringen. Hier soll nur ein offenbares Versehen richtig gestellt werden; S. 30, im Stammbaum des Kabbalisten Elieser b. Avigdor, muß der Name der Frau Edel nicht als dessen Gattin, sondern als die seines Sohnes Avigdor eingesetzt werden. — Den dritten Teil des Nachtragbandes bildet die Fortsetzung des bekannten Werkes von J. T a g 1 i c h t, „Nachlässe der Wiener Juden". Der erste Band desselben, die Nachlässe der Wiener Juden im 17. und 18. Jahrhundert enthaltend, hat sich in den zwei Jahrzehnten seit seinem Erscheinen als eine der reichsten Quellen, 118

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