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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Der Bibel'sche Orient und sein Verfasser
Date
1937-01-01
Page
Seite 42 (sequence 29)
Language
German
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Hans Bach. „Der Bibel'sche Orient" und sein Verfasser lebenden Schlüssel der Konsonanten (Punctation) spanisch vokalisierte und ein Maimonides . . . alles Ächtorientalische in der Bibel zeitgemäß modelte.. da wäre notwendig . . . das Judentum zur Mumie geworden, hätte sich nicht die Schule des Nachmanides neuerdings protestierend erhoben und, mit tief praktischer Kenntnis des Talmuds und essäisch-kabbalistischem Geiste nebst einer wahrhaft hebräischen Sprachansicht aus der französischen Schule eines Raschis und Raschbams, dem Rabbinismus freiem und eigenthümlichern Geist wiedergegeben." (über Spinozas Forderung einer „Grammatik der hebräischen Sprache" statt nur der biblischen Wörter II 62 f.) II 65: Das „kritische Messer" der neueren Philologen schnitt aus der Bibel „gerade den göttlich geistigsten Kern ge- und wissenlos heraus", so daß auch die hebräische Sprache, „in die Reihe ihrer semitischen Schwestern gestellt, von der arabischen verdunkelt, jetzt von den ostorientalischen gar mit objektiver Masse zerdrückt, in die Gefahr geriet, ... zu einer willkürlichen Reflexionsform erniedrigt, endlich — nachdem die ersten arabisch jüdischen Grammatiker schon ihren an sich höchst lebendigen Wortschatz abtöteten — jetzt gar, über der körperlichen Fülle ihrer asiatischen Schwestern verachtet, aus der Schule geächtet zu werden." Schon diese eine Kritik würde wohl genügen, die Sonderstellung des Studenten Isaak Bernays im Rahmen der jüdischen Wissenschaft seiner Zeit zu belegen und damit auch dessen Verfasserschaft am Bibelschen Orient, selbst ohne solch greifbare Parallelen, wahrscheinlich zu machen. Die beiden Briefe von 1841 zur Tempelfrage ergänzen das Bild aus späterer Zeit nach der aktuell-politischen wie nach der theologischen Seite. Der erste Brief geht von der Bitte einer Gemeindedelegation aus, derChacham möge sich gegen den Bau eines vergrößerten .Tempels' erklären, da „diese imposante Vergrößerung keine andere Absicht haben könne, als die echtgläubigen Juden zu einem willkürlichen, gesetzwidrigen und von allen gelehrten Rabbinern bereits vor 23 Jahren als illegal verdammten46) Ritual durch äußern Glanz und Prunk zu verleiten, die Würde des jüdischen Glaubens 45) Gesenius antwortete daFauf in der Vorrede zu seinem „Lehrgebäude . . . der hebräischen Sprache" (Leipzig 1817, 1. Th., S. VIII): „Daß meine öfteren Äußerungen über gewisse Mißbräuche bei der Dialektsvergleichung mißverstanden oder auch wohl absichtlich gemißdeutet werden würden, war mir nicht ganz unerwartet. Unbegreiflich aber war es mir, wie ein Rezensent meines kleineren Wörterbuches . . ., wahrscheinlich ein jüdischer Gelehrter, auf dieses Mißverständnis die (sonderbar genug ausgesprochene) Hoffnung gründen konnte, daß ich ,gewiß nicht anstehen würde . . Unter diesem Panier werde ich nie streiten, wohl aber bei Gelegenheit die Unhaltbarkeit d«r meisten dort mit vieler Wichtigkeit angekündigten grammatischen Bestimmungen zeigen." 46) Die Gutachten sind gesammelt in „Ele diwre hab'rit", Altona 1819. Bande ab und räumten wieder allen nur existierenden Sprach- und Redeformen gleiches Recht ein. Will man nun wieder uns jene Fesseln umwerfen und die eigenthümlichen Erzeugnisse des lebendigen Ausdruckes auf ewig zernichten, indem man ihre Spuren aus einem Wörterbuche sogar verwischet ... — dies kann Ree. wahrlich nicht billigen." S. 180: „. . . der Gelehrte von Fach" verehrt in Gesenius „einen Freund der Wahrheit, dessen tätiger Forschungsgeist einst, wenn die schon lange im stillen von dem wahren Hebräer ersehnte Epoche der Erlösung der Tochter Sions aus ihrer arabischen, persischen, äthiopischen und koptischen Gefangenschaft, worin sie schon seit Michaelis seufzete, herannahet, für ihre Befreiung mit zu kämpfen nicht anstehen wird."45) 42

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