Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Bibel'sche Orient und sein Verfasser
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 28)
- Language
- German
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Hans Bach. „Der Bibel'sche Orien:" und sein Verfasser Tempelstreit vom 3. Februar und 29. August 1841 veröffentlicht41)» und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach, wie das sorgfältige spätere Druckfehlerverzeichnis zeigt, von Bernays selbst42); unveröffentlicht sind Randbemerkungen des Chacham zu mehreren älteren Werken, u. a. zu R. David Kimchis „Michlol"43). Die einzige vor dem Erscheinen des Bibelschen Orients sicher beglaubigte Arbeit des Chacham gestattet ihrer Art nach einen stofflich nur begrenzten, dafür aber charakteristischen Vergleich. Es ist eine mit vollen Namen — „Isaac Berneys in Würzburg" — gezeichnete Kritik des Kleinen hebräischen Handwörterbuchs von Gesenius, aus dem Jahre 181744). Die Rezension des Wörterbuches eines christlichen Gelehrten schloß die Erörterung theologischer Fragen neben den sprachlichen weitgehend aus. Bedeutsam darin sind nun, neben der Forderung, auf die „Grundbedeutung" der hebräischen Wortstämme zurückzugehen (die positiv im Bibelschen Orient in der Form von Etymologien auftritt), und neben einem kecken Vorstoß gegen den protestantischen textus receptus, vor allem zwei aufeinander bezogene Stellen, die den entsprechenden im Bibelschen Orient unmittelbar gegenübergestellt werden können. Die erste tritt gegen die arabisierende Behandlung der hebräischen Grammatik und — darin ihrer Zeit weit voraus — für die Achtung und Erhaltung der Dialektformen des Hebräischen, die zweite für dessen Eigenrecht gegenüber seinen semitischen Schwestern ein. Gesenius-Kritik S. 186f.: Bibelscher Orient II 52ff.: . . . Kimchi trat „hierin in die Fuß- Indem das Buch „Cosri" der Sprache stapfen seiner anubisierenden Lehrer, des jüdischen Gesetzes „die bedeutdie die Sprache in trivialen Formen same Einfachheit ihre Elemente und einzwängten und hebräische Grammatik deren Komposition als Dokument der und Wörterbuch noch nach der Sym- Göttlichkeit derselben vorhält, arbeitete metrie ihrer arabischen Muttersprache es umsonst, die damalige jüdische Zeit abzirkelten. Daß aber dieses durch von der arabischen Sprach- und WeJrden ganzen Sprachschatz so ängstlich Wissenschaft isoliert und rein zu erdurchgetriebene Zusammenstoppeln wihalten. Judas Chywag, Rabbi Jonas der die wahre vom uralten ehrwürdi- und ben Esdras zwängten das Wörtergen Cosri ausgesprochene Tendenz der buch in arabisch zweisilbige Wort- Punktation streite, die lediglich durch form und die Grammatik in die. ge¬ Erhaltung aller im Munde des Hemeine Einteilung von Nomen, Verbum bräers lebenden Sprecharten diesen und Particula ein, wodurch schon die freieren und erhabnem Genius noch Bibel, alles Lebens verlustigt, bloß im todten Buchstaben fortpflanzen soll, noch den Kommentatoren ben Bileam, dies haben schon Raschi, Nachmaniben Esdras etc. einen dürftigen histodes und unter den Neuern Spinosa rischen Sinn verdankte. Als endlich kräftig gefühlet. Sie schon warfen jene gar die Familie Chimchis die bemir freundlich mitteilt, Hirsch Cohn in Hamburg besessen; doch sind sie wohl nach dessen Tode verloren gegangen, da weder das Hamburger Altenhaus noch die Familie sie aufbewahrt. «) Der Orient 1842, Nr. 13, S. 101—104. *2) Auch die Übersendung der „Warnung" vom 16. 10. 1841 an die Allg. Ztg. d. Judenthums (Nr. 45, S. 642) mit ihrem Appell an die Unparteilichkeit des Blattes ging möglicherweise von Bernays selbst aus. 43) Vgl. E. Duckesz, Iwoh Lemoschaw, Krakau 1903, S. 113. **) Neue theologische Annalen, hgg. von D. Ludwig Wachler, Frankfurt a. M. 1817, 1. Bd., S. 180—196. — Der Korrespondent der „Sulamith" erwähnt „einige Beurtheilungen von Gesenius' Werken in Literaturzeitschriften'4, doch habe ich nur diese finden können, wie auch Moses Moser, der die Arbeit als Beweis für Bemays* Verfasserschaft heranzieht, nur diese nennt. 41