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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Der Bibel'sche Orient und sein Verfasser
Date
1937-01-01
Page
Seite 40 (sequence 27)
Language
German
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Hans Bach. „Der Bibel'schc Orient" und sein Verfasser blinden Orthodoxen in Angst versetzte. Denn es kümmerte ihn wenig, ob seine Erklärung mit der streng orthodoxen Schule übereinstimmte oder nicht. ,!ch habe alle gebührende Achtung', pflegte er zu sagen, ,vor unsern anerkannt großen Auslegern; aber wenn ich da oben stehe und in meiner Anschauung versunken bin, so spreche ich nur meine Ansichten aus, ohne sie gerade für Wahrheit auszugeben/ So trug er die paradoxen Agadas vor und suchte sie zu versinnlichen ..." Diese Zeugnisse haben, so deutlich sie Isaak Bernays' Persönlichkeit darstellen, keinen Anhaltspunkt ergeben, der gegen seine Verfasserschaft am Bibelschen Orient sprechen könnte. Es bleibt nur noch übrig, seine eigenen Äußerungen auf ihr Verhältnis zu diesem Werk hin zu untersuchen. Schröder spricht davon, der Chacham habe „hin und wieder kleine, mehr oder weniger religiös-politische Aufsätze in Zeitungen und Zeitschriften verfaßt". Ich konnte, da sie anonym erschienen, keinen davon finden; eine 1851 von Salomon Frensdorf! geplante Auswahl der hebräischen kleinen Schriften ist nicht erschienen. Aus der Zeit vor dem Bibelschen Orient ist eine größere Buchkritik bekannt39), aus späterer Zeit sind, außer einem Gutachten40), nur zwei Briefe zum Hamburger 39) Eine zweite, von J. Fürst (Bibliotheca Judaica I 112; vgl. auch ZfHB 18, S. 78 Nr. 69) Isaak Bernays zugeschriebene Arbeit habe ich nicht herangezogen, da mir dessen Verfasserschaft nicht genügend sicher erscheint. Es ist die„Unterthänigste Bitte des Salomon Hirsch um allergnädigste Revision derjenigen organischen Edikte und gesetzlichen Anordnungen, welche die staatsbürgerlichen Rechte der Bekenner der mosaischen Religion betreffen", eine Eingabe an die Bayrische Ständeversammlung, datiert Würzburg, den 2. April 1819 und ebenda bei Johann Stephan Richter (in Quart) gedruckt Die Petition geht zunächst kurz auf die historische Entwicklung der Rechtslage der Juden ein und wendet sich dagegen, für deren „bisher faktische bürgerliche Untauglichkeit" sie selbst verantwortlich zu machen; vielmehr „dürfte man sich mehr wundern, daß sie nicht tiefer gesunken sind, als dies wirklich der Fall gewesen ist". Die Forderung auf bürgerliche und rechtliche Gleichstellung wird, unter Berufung auf die Pariser Synode, damit begründet, daß das Bekenntnis des mosaischen Glaubens sich mit der Ausübung bürgerlicher Rechte und Pflichten „vollkommen vertrage" und daß die bayrischen Juden dem Gesetz nach und durch die Pflicht zum Kriegsdienst bereits Bayern seien. Es folgen Vorschläge zur Revision des Judenedikts von 1813, wobei für das jüdische Ehe- und Erbrecht mit vorsichtiger Wendung eine Beibehaltung des bisherigen Zustandes empfohlen und der Frage des Schacherhandels und seiner Ersetzung durch handwerkliche, landwirtschaftliche und industrielle Tätigkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Den Schluß bildet eine Darlegung des Staatsinteresses: „alle übrigen Mittel gegen jene Gebrechen, welche noch den Zustand der Israeliten drücken", hält der Unterzeichner „bloß für palliativ, ihre Emancipation aber allein für gründlich heilend". — Salomon Hirsch war der ältere Bruder des 1818 geadelten Jakob v. Hirsch; bei Bernays' Hofmeistertätigkeit in diesem Hause ist also eine solche Verwendung seiner stilistischen Fähigkeiten nicht unmöglich. Doch handelt es sich höchstens um eine Zusammenstellung von Material nach genauen Anweisungen, da sich mit der Erwähnung der Braugerechtigkeit neben den allgemeinen jüdischen Interessen auch besondere der Familie im Spieie zeigen (vgl. J. Prys, Die Familie v. Hirsch auf Gereuth, München 1931, der übrigens die Petition nicht erwähnt). — Wenn Haarbleicher (Zwei Epochen..., Hamburg 1867, S. 142) bemerkt, das Wort Emanzipation sei erst seit 1831 auf die Juden bezogen worden, so findet es sich hier schon früher in diesem Sinne verwendet. Es wäre eine wunderliche Ironie, wenn Bernays dieses Wort, in dem sich später alle Gegnerschaft gegen ihn verkörpert, in den Sprachgebrauch eingeführt hätte. 40) Vgl. Jahrb. d. Jüd.-Lit. Ges. Frankfurt a. M., Bd. 5 (1907), S. 320 ff.; zwei für den Chiefrabbi Nathan Adler in London bestimmte Ritualgutachten über ostindische Schwalbennester und Steinbutt hat, wie Rabbiner Dr. Max Grunwald 40

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