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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Der Bibel'sche Orient und sein Verfasser
Date
1937-01-01
Page
Seite 21 (sequence 8)
Language
German
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Hans Bach. „Der Bibel'sche Orient" und sein Verfasser namen z. B. zu Attributen Gottes. (Ein Namenverzeichnis der alten Götter mit ihren Attributen wäre deshalb „der erste, ernste Schritt zur wahren Vervollkommnung des hebräischen Wörterbuches" [I 33].) Hier hat also die Etymologie ihr weites Feld: Götternamen der babylonischen, ägyptischen, indischen, persischen, griechischen, phönizischen, äthiopischen, etruskischen und tibetanischen Mythologie werden aus hebräischen Wortstämmen abgeleitet. Kein Wunder, daß bei dieser Auffassung Geschichtsvorgänge überhaupt zum guten*Teil aus Sprachvorgängen aufgezeigt, Sprachprobleme bei den verschiedensten Gelegenheiten erörtert, Forscherleistungen der Sprachwissenschaft gebührend gewürdigt werden (Ii 47, 52, 61 ff., 65). Sprachwissenschaft also — und eine, die z.B. in der Anerkennung Spinozas erstaunlich vorurteilsfrei ist — vertritt in diesem Werke die Wissenschaft; und es ist deutlich zu sehen, welche Art von Wissenschaft der Verfasser im Auge hat. Wenn er das „Entkörperungswerk" der Pharisäer tadelt, die durch „abstrakte Paraphrasen" alle sinnlichen Bezeichnungen der Gottheit als Äußerung eines bloß „intelligenten Willens" darstellen, um dem damals „allenthalben einreißenden profanen Spekuiationsgeiste" zu begegnen (II 9 f.), so darf man daraus noch keine Sympathie für den Geist profaner Wissenschaft erschließen. Denn die Träger dieses Geistes, die Sadduzäer, sind dem Verfasser schlechtweg „Ketzer": ihrer „Begriffswissenschaft" will sich „des Moses Grabstätte nicht enthüllen" (II 22), und mindestens für das Religionsgesetz lehnt er den „Prüfstein der reinen Vernunft" ab (II 24). Damit diese Meinung nicht für bloß historisch geltend gehalten werde, fällt hier ein Seitenblick auf „unsere heutigen Friedländerianer" (II 22). Ebenso scharf werden die Rationalisten Maimonides und — ohne Namensnennung — Mendelssohn angegriffen, der „elegante Schüler der Leibniz-Wolfischen Philosophie, der seinen Maimonides sogar nicht mehr verstund"; die „Schöngeister" im Judentum aber, „entgeistiget und idiotisch", beten Mendelssohn „als Restaurator an" und ziehen es, „ihres eigenen Altertums sich schämend", vor, „als Findelkinder der Gegenwart, losgebunden und wild, über die unmodischen Schranken des Gesetzes galant zu hüpfen, statt in der Schule ihrer Stammesbildung fromm und gesittet aufzuhorchen, was zu dieser Zeit der Gott gewirkt" (II 54 f.). Gegen den Rationalisten Spinoza fällt, in gemeinsamer Gegnerschaft zu Maimonides' „More Newuchim", kein böses Wort; hat er doch die Bibel als „Nationalschriften eines Volkes" aufgezeigt, „dessen Standpunkt die Offenbarung und nicht die frei forschende Wissenschaft war", und gefordert, daß die Bibel „nur durch sich selbst verstanden und beurteilt werden darf", da ihre Quelle „nicht die des gemeinen, auf dem Wege der Spekulation und der Empirie gefundenen Wissens ist" (II 61 f.). Diesem „Menschengeist der Reflexion" (II 4) stellt der Verfasser göttlichen Geist und dessen Ausstrahlungen gegenüber. Eine Vorliebe für griechische Mysterien, für ägyptische Magie, für alles, was „Urgeist" atmet, durchzieht das ganze Werk; auf die Essäer, die aus dieser Schule kommen, wird alles Gute des späteren Judentums zurückgeführt. Daraus ergibt sich auch eine für die Entstehungszeit des Werkes im damaligen jüdischen Bereich beispiellose Billigung und Würdigung des 21

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