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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1937
Issue
Heft 1
Article
Der Bibel'sche Orient und sein Verfasser
Date
1937-01-01
Page
Seite 17 (sequence 4)
Language
German
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Hans Bach. „Der Bibel'sche Orient" und sein Verfasser es zeigt einen Stil von verschnörkelter Eigenwilligkeit, eine Interpunktion, die die Sätze mehr verwirrt als ordnet, und einen gedanklichen Aufbau, der erst klar wird, wenn man die dem Verfasser wesentlichen Gesichtspunkte zu übersehen vermag. Kein Wunder, daß auch unter den gelehrten Lesern wenige gutwillig genug waren, sich nicht abschrecken zu lassen. Es wird also nicht überflüssig sein, aus den meist in historische Urteile verhüllten Andeutungen die Grundgedanken des Werkes und seines Verfassers herauszuschälen. Gott, der „klar Durchstrahlende" (II 67), hat diese Welt geschaffen und wirkt stets darin weiter. Die Art dieses Wirkens erklärt sich, nach einer „uralten Ansicht", folgendermaßen: „da des schaffenden Wertes Leib als äußere Welt sich gestaltet", so setzt „auch des intelligenten Gottes Wort, als Seele, innere kosmische Verhältnisse"; „als Leib", d. h. „im Menschenworte zum Gesetz geworden", ordnet das Wort Gottes „die äußern Weltverhältnisse in Bezug auf die Erd-Intelligenz, den Menschen nämlich, göttlich an" (II 44ff.). Unter dem „Gesetz" ist, da ja von der Bibel die Rede ist, zunächst das religiös gebundene Gesetz gemeint. Die „äußern Weltverhältnisse" wären, ohne die ausdrückliche Beziehung auf den Menschen, als Naturgesetze zu verstehen, doch bleibt dieses Gebiet, da das Buch keinen Anlaß dazu bot, außerhalb der Betrachtung; die biblischen Wunder werden übergangen. Der Blick wendet sich vielmehr sofort, ohne sich bei Raum- oder Kausalitätsproblemen aufzuhalten, der Zeit zu; alles Leben muß, „in der organischen Auseinanderlegung seines Inhaltes, in die Zeitform eingehen und so eine Oeschichte entfalten". Diese Geschichte wäre für Menschen nicht zu bemerken, wenn sich nicht „Knoten bildeten", die „als Momente im Lebensgange der Menschheit, insbesondere aber als Epochen (Zeiträume) hervortreten, wo nämlich, durch Verwickelung und Durchkreuzung der Begebenheiten, die Zeit, an Klippen stoßend, in ihrem Fortströmen gehemmt und zu ... schwerer und kreisender Bewegung gezwungen, bemerkbaren Laufes fließen muß" (I 13). Im Zeitablauf nun wirkt Gott als Vorsehung (Providenz); diese ist „das einfache geistige Prinzip", das, „in die Geschichte getreten als das reale Grundwesen, in Anschauungsformen räumlich befestigt, den Kultus, und als ideeller Urgeist, im Begriff vereinzelt, Symbolik und Gesetze dem Menschen schuf; das aber selbst und selbständig, ungeteilt und allmächtig wirkend, zuerst im Dornbusch wieder hervortrat, von wo aus, die Geschichte erfüllend, es sich einst der ganzen Menschheit väterlich offenbaren und von ihr, in kindlicher und brüderlicher Anerkennung, alleinige Verehrung erhalten soll" (II 66 f.)4). Eine Art Modell dieses geschichtlichen Wirkens nun, ein „welthistorisches Dokument der Herrschaft der Providenz und ihres göttlichen Wirkens auf menschlichen Geist, in vorbildlichem Maßstabe an einem Volke gezeigt", stellt die Bibel dar (II 67). Beispielhaft kann das jüdische 4) Daß die „Idee der persönlich handelnden Providenz" (I 20) nicht nur für die biblischen Bücher, sondern auch für die eigentliche Profangeschichte in Geltung bleibt, zeigt z.B. eine Stelle über die Septuaginta: bei dem alexandrinischen Volke „wollte sein Gott ... die National-Erinnerung erregen und belebend von ihm im Geiste erkannt werden; so mußte er sich im Volksgewande, d.h. in seine Sprache gehüllt zeigen. Das Feuergesetz ward, im Worte, hellenisch" (II 13). 17

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