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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 223

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
Die Juden in Unterfranken während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Date
1936-01-01
Page
Seite 223 (sequence 15)
Language
German
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Meier Spanier. Zur Charakteristik Johannes Pfefferkorns weß eyner in der jugent gebraucht, das vergyst er nit leichtlich in seinen alten tagen. Es sey aber dem also ader nit. so ist es schentlich zu hoeren. das er die Goetliche lerer der heyligher kyrchen sol gleichen zu hossen decken, weß er aber darumb vnd der heiiger kyrchen züthün schuldig ist. das geb ich allen frümmen cristen zu bedencken." (Streitbüchlein a3b.) Ähnlich in der Sturmglock b3b: „Dise wort vnd der meinung hastu vßgeblosen. Nun bedunckt mich, du bist der hosendecker. mogchs du sy vber komen: vnd wen du hest alle die hosen, so du al dein tag zerrissen hast vnd die dein vatter geflickt hatt vnnd darzu die hosen sant Christoffel vnd Goliath, dennocht magstu dein schand nit zudecken." Wir wissen von Reuchlins Vater nur, daß er Verwalter des Dominikanerstiftes in Pforzheim war; aber aus diesen Pfefferkornschen Äußerungen haben einige Biographen Reuchlins geschlossen, daß Reuchlins Vater Schneider gewesen sei. Hinwiederum hatte Reuchlin den Umstand, daß Pfefferkorn Schlachter gewesen, ausgenutzt, indem er die damals populäre Redensart verwendet (wie dann übrigens auch Pfefferkorn gegenüber Reuchlin!): er hat mich auf die Fleischbank gegeben=verraten, verleumdet22) vgl. meine Anm. zu Murners Schelmenzunft VI „Vff den fleischbank geben"). Reuchlin schrieb 1512 von Pfefferkorn bestiarum lanius ante, et nunc christianorum laniator. In den Evo II, 25 wird in anderer Weise auf den Beruf angespielt: fuit macellarius et macellarii communiter etiam faetent. Volkstümliches in Pfefferkorns Schriften. (Sprichwörtliche Redensarten, Vergleiche, Bilder.) Judenspiegel. 1507. So deit sy der boese vyant quellen, gelicherwyse wye die ertzen in den duppen gesoeden vnd gewalt werden23). Alb. es ist niet wail tnatuyrlich eynen alden krummen ast lichtlichen zo Süchten24). A2a. man pliegt zo saigen idt vyndt sich ouch in der wairheit also, der tzo dantzen geneigt, dat dem ouch lijchtelich mit eyne spille beholffen sy25). C3a. meynt vnsem heren gode daemit eynen flessen bart tzo machen26). E2b. wair yr schätz ist ouch yr hertze27). E3a. dat Sy vch mit yrs selffs smaltz drupende ind vrs Verstandes verbistert vnd blyntmachende synt. E4a. Dairumb allwege vnder tzwey qwaden [Übeln] man dat ministe erwelen sali. F2a. noch geyt eyn ander vnuerfenckliche rede vnder vns Cristen also dat eyn alt hundt qwait bendich zo machen sy28). G3b. Osterbüchlein. 1509. Der Jude geht auf seinen Erwerb aus „geleicht eynem strassenrawber", „sy durchlauffen alle gassen der stat gleich wie die wachtelhundt das com ob in ymandt in die klawen zukomen wel. c4a. 22) Die 20. unwarhait darmit mich der taufft iud gern wölt gegen dem hailigen barfüsserorden verunglimpffen unnd seinem handtwerck nach uff dem flaischbannk zerhawen ist der gestalt etc. 23) Ein Vergleich, den man wohl dem Westfalen Ortuin Gratius, aber niemals Pfefferkorn zutrauen kann. 24) Wander u. Ast 13: Man muß den Ast biegen, weil er jung ist. 25) Reiche Nachweise bei Wander u. Tanzen 52. 26) etwas weismachen, vgl. Murners Narrenbeschwörung, Kap. 11, Von stroem bart flechten. 27) Wander u. Schatz 50. 2f5) Reiche Belege bei Wander u. Hund 8—11. 223

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