Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 11)
- Language
- German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert fordern große Summen51). Konrad von Weinsberg leitete wieder im Auftrage des Kaisers die Verhandlungen52). „Item so wurden mir selber von den Juden zu Zürich 500 Gulden." Diese Abgabe ist ein Beweis für die in den letzten Jahren gewachsene Gemeinde. Nürnberg zahlte vergleichsweise 4000 Gulden, Augsburg 1500 Gulden, Schweinfurt 700 Gulden, Ulm 400, Salzburg 400 Gulden. Am 24. Februar 1434 bestätigt Kaiser Sigmund53), daß der Jude Salman von Rheinfelden „wonhaft und gesessen zu diser Zeit zu Zürich, Leowe von Schaffhusen sein Son und irer frunde zwen, die bei dem vorgenannten Leowen gesessen und in seiner Steuer sin, ir aller wibe und kindere mitsamt irem gesinde" wegen der durch den genannten Löwe ihm erwiesene „erung und schankung" auf 10 Jahre die Privilegien genießen dürfen, die er den Konstanzer Juden zu Chur54) verliehen hat. Am 20. März 1434 bescheinigt Kaiser Sigmund den Empfang von 1000 Gulden, die ihm die Juden zu Zürich, Schaffhausen, Winterthur, Bremgarten und Mellingen als Ehrengeschenk zu seiner Kaiserkrönung gezahlt haben55). Zugleich bestätigt er ihnen ihre Privilegien, die sie wie die Juden von Augsburg genießen sollen. Im Jahre 1435, noch vor Ablauf des Freiheitsbriefes, mußten die Juden Zürich verlassen56). Lew, der Sohn Salomons von Rheinfelden, bewirbt sich um das Bürgerrecht in Schaffhausen. Der Bürgerbrief ist erhalten57). Über Low von Konstanz erfährt man jahrelang nichts. Aber 1438 erscheint er wieder in Konstanz, er starb 143958). Salomon von Rheinfelden erhält 1437 das Bürgerrecht von Konstanz, ebenso 1440 der letzte Rabbiner des mittelalterlichen Zürich, Maister Jakob59). Ein anderer jüdischer Steuerbote und Beauftragter Konrads von Weinsberg ist seit 1418 Mosse von Costentz, öfters Mosse Switzer60). Dieser 51) Kerler in ZGJD III (1889), S. 113 ff. 52) Oehr. E 57 g. 53) Altmann, Regesten Kaiser Sigmunds nr. 10064, und Deutsche Reichstagsakten XI 299, Anm. 3. **) 15.9.1413. Wiederholung dieser fryung 1425. S. ZGJD VI, 1935, S. 13. 55) Altmann, Regesten nr. 10167: DRTA ibid. 56) Ulrich, a. a. O., S. 119. In den folgenden Jahren wird daher Zürich nicht mehr unter den besteuerten Gemeinden erwähnt. Beim Besenden der Gemeinden zu Steuerforderungen heißt es fortan: mit Juden briefen gen Beyern, gen Swaben, gen Costentz, Schafhusen, den Eytgenossen, gen Elsass. 5?) Ulrich, a. a. O., S. 212 u. 462 ff. 5S) Der geschäftsgewandte Konrad von Weinsberg wurde durch einen seiner Agenten sofort von dem Tode des „riehen Low" benachrichtigt. Er solle den ihm zufallenden Teil des Vermögens (500 Gulden) mit Beschlag legen (Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart, Bd. 18, S. 82). 59) Beide Dokumente im Stadtarchiv Konstanz. 60) Wahrscheinlich war er von 1420 an in einem Schweizer Orte, jedenfalls} Winterthur, ansässig. In Oehr. E 57 g (a. 1433) heißt es S. 6: Item als ich Mossen Swytzern den Juden sannte zu hern Reinhart von Nippurg mit den briewen zu rytten zu min hern von Mentze seligen als von der Juden fwegen. Da gab ich zu zerung 4 gülden. Item und umb ain pfert 15 gülden, (dasselbe pfert gienge Ime abe, da kauffte ich ihm ein anderes, daruff er heym reitte umb 5 gülden, und gab ihm zu zerung heyme 3 gülden. — Unter den Ausgaben Konrads von Weinsberg zum Jahr 1438 (BibL d. Lit. Ver. Stuttgart, Bd. 18, Tübingen 1850, S. 48) heißt es: Item ich han geben Mosse Switzem dem Juden umb ein phert, als ich ihn sant zu den eytgenossen von der Judisheit wegen, als man von Nürnberg gescheiden was, von der Judiesheit daselbs zu herfaren! die Gelegenheit der Juden . . . han ich geben 10 gülden uff suntag nach Jackoby; item und uff den suntag danach gab ich im zu zeren 10 gülden. — Einige Male wird ein Binysch Switzer genannt. 208