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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 204

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert
Date
1936-01-01
Page
Seite 204 (sequence 7)
Language
German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert 1413: 12, 1418: 20, 1425: 16, 1429: 25, 1430: 32 (mit einigen aus Meersburg und Umgebung) und 1435: 12 Haushaltungen30). Über diese Zahl der Haushaltungen hinaus sind damals nur wenige Großgemeinden hinausgewachsen wie Nürnberg, Erfurt, zeitweise auch Köln und Mainz. In Augsburg, das oft bedeutende Summen zu zahlen hatte, waren 1401 nur 17 steuerzahlende jüdische Familien. In Frankfurt a. M., während der Jahre 1360— 1400, nur 16; während der Jahre 1401—31 sogar noch weniger. In Ulm 13 Steuerträger. Freiburg i. B. bei einer Gesamtbevölkerung von 10 000 Seelen 13 jüdische Haushaltungen. Überlingen bei einer Gesamtbevölkerung von 4000 Seelen 6—8 jüdische Haushaltungen. Villingen bei einer Gesamtbevölkerung von 1000 Seelen 8—10 jüdische Haushaltungen. An städtischen Steuern nahm Zürich von seinen Juden folgende Summen ein: 1393 (10 Steuerzahler): 125 Gulden31) (außerdem gaben sie an Schenkungen 148 Gulden), 1402: 215 Gulden, 1404: 205, 1413: 300 und 1416: 222 Gulden. Daß 1418 der Beitrag der Konstanzer Juden so viel größer war als derjenige von Zürich32), liegt wohl daran, daß damals in Konstanz einige besonders reiche Juden wohnten, ebenso zwei in Überlingen und einer in Ravensburg (Württ.). Die städtischen Steuern der Konstanzer Juden betrugen: 1422: 170 Gulden, 1425 —26 : 213, 1427: 128 Pfund, 1431: 70 Gulden (das war nach der Ausplünderung), 1435: 158, 1437: 173 und 1438: 113 Gulden. Mancherlei Beziehungen existieren zwischen den jüdischen Gemeinden von Zürich und Konstanz; der Verkehr zwischen den beiden Handelsstädten war sehr rege. Als ältestes Zeugnis dafür wird wohl eine Urkunde zu gelten haben, die bisher nur unsicher datiert ist33). Der Rat und die Bürger von Zürich wenden sich an den Amman und den Rat von Konstanz mit der Bitte, sie möchten ihren Bürger, den Juden Bischof34), zur Erfüllung seines Versprechens anhalten, das er dem Züricher Bürger, Herrn Walter von Erlibach, gegeben hat, als er von ihm ein Haus in Zürich gekauft habe. Der große Finanzier Jäcklin von Ulm, der mehrere Jahre in Konstanz seinen Wohnsitz hatte, veranlaßte 1378 die Aufnahme seines Schwagers als Bürger in Konstanz; in demselben Jahre eröffnete sein Sohn Fidel in Zürich35) eine Filiale, so daß die Firma Jäcklin und Söhne (in Nürnberg und Straßburg war sie durch Verwandte vertreten) für ganz Süddeutschland ein mächtiges Geldinstitut war36). In den späteren Jahren war der Chef eines bedeutenden Bankhauses Löwe einer der drei von König Sigmund bestellten Steuerberater vom Jahre 1418. Auf Grund einzigartigen Materials, des handschriftlichen Ammangerichtsbuches im Stadtarchiv 30) Näheres über die Quellen dieser Angaben wird in der Darstellung der Geschichte der Konstanzer Gemeinde veröffentlicht werden. 5i) Ulrich, a. a. O., S. 17 f. 32) SS. 5. 33) Originalpergamenturkunde, ganz kleines Format, Siegel abgefallen, im Stadtarchiv Konstanz. Das Schreiben beginnt: Den visen luten und ir libsten frunden, dem Amman, dem Rate und den burgern gemeinlich von Chostintz embieten der Rat und die burger von Zürich getrulich unseren dinst mit steten truwen. — So gehört jedenfalls diese Urkunde in die erste Hälfte des 14. Jahrh,, weil hier noch nicht der Bürgermeister genannt wird, sondern der Amman an der Spitze des Rates; s. Beyerle, Konstanzer Ratslisten, Vorrede S. 23 ff. Auch die Form Chostintz deutet auf böhmischen Einfluß z. Z. Karls IV.; vgl. Beyerle, ebda. S. 81. 34) Byschof als Name eines Juden kommt in Rotenburg a. d. Tauber vor (a. 1401): Bresslau in ZGJD III (1889), S. 325. Auch in dem Get, den R. Jakob Weil aus Mainz mitteilt (ed. Hanau, S. 62), wird ein Bischof (a. 1418: fffrars nrean bxizv p bpr*) genannt. 35) Ulrich, a. a. O., S. 389. 36) Derselbe Fydel de Ulmen läßt sich 1393 in Erfurt als Bürger aufnehmen: Süssmann, Das Erfurter Judenbuch, Leipzig 1915, S. 75. 204

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