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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 203

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert
Date
1936-01-01
Page
Seite 203 (sequence 6)
Language
German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Zürich im 15. Jahrhundert Aufgrund dieser außerordentlichen Geldleistungen des Jahres 1418 war vielen Gemeinden und einzelnen Juden für die nächsten Jahre Steuerfreiheit versprochen worden. Als dann 1421 die Steuerboten wiederum durchs Land zogen, stellte sich heraus, daß die Juden von Zürich, gedeckt durch Bürgermeister und Rat, mit ihren Abgaben im Rückstand geblieben waren. Nach Meinung des Züricher Rates waren die Juden durch die besonderen Steuerleistungen von allen Abgaben befreit und nur zum goldenen Opferpfennig verpflichtet25). Wenn auch aufgrund des bisher vorliegenden Materials noch nichts Endgültiges über die Größe der Züricher Gemeinde und ihre Steuerkraft im 15. Jahrhundert gesagt werden kann, so seien doch hier einige Bemerkungen dazu gemacht. Die Gesamtbevölkerung des damaligen Zürich betrug etwa 6000 Seelen26). Jüdische Steuerzahler gibt es im Jahre 1393: 1027). Von 1402 an wächst ihre Zahl; das kann man aus der Gesamtsumme der Abgaben schließen. Der Höhepunkt im Leben der damaligen Gemeinde werden wohl die Jahre 1430—35 gewesen sein. Aber mehr als 25 Haushaltungen hat sie nie gehabt. Wenn sie in den Jahren 1433/34 so beträchtliche Summen an die kaiserliche Kammer abliefern konnte28), so wird bei diesen Leistungen ein großer Teil auf die Firma Salomon von Rheinfelden entfallen sein. Konstanz' Gesamtbevölkerung betrug damals vergleichsweise etwa 8000 Seelen29). Die jüdische Gemeinde in Konstanz zählte 1390: 30 Haushaltungen, 25) Oehr. E 57 a, S. 11: Überschrift Züriche. Item die burgermeister zu Züriche haben mir geentwort, wie daz si fryunge haben von minem hern dem konige für sich und ir Juden, an (ohne, außer) für den guldin opferpfenig, den sollen die Juden geben. Item auch haben sie geentwort, wan min her von Winsperg quittantz bringe von minem hern dem konige, so sollen die Juden den opferpfenige geben und änderst nit. Item und die burger daselbst haben den gülden pfenig ein jar ingenomen in dem jare, da man zählt 1419. Item die Juden daselbst sind die zwey jar darnach schuldig zu geben, das machen druwe jar, die ussstendig sin, das sie nihtze geben haben. Betreffs Schaff hausen war den Steuerbotein folgende Weisung mitgegeben: Item wir sollen wysen zu fordern zu Schoffhüssen von dryn jaren alle jare 50 gülden zu sture und den guldin pfenig. Auch da von dryn jaren und in den Eigenessen. Die Antwort der Stadtbehörden lautet (Oehr. E 57 a, S. 10 b): Schoffhüssen. Item zu Schoffhüssen haben mir die burgermeister und Rat geentwort von der halben Judensture wegen; wie das sie myn here von Winsperg gebeten habe, daz sie Juden halten wollen, und sie weren des gern überhoben gewest, da bat sie min her von mins hern des konigs und von sinen wegen, das sie Juden halten und zu yn ziehen ließen. Da gewerten sie des min hern und dorrten .ym des nit wol versagen, und die geben inen jars ein schencke, und sie bitten und getruwen min hern dem konig und min hern von Winsperg, das sie yn nichtzen davon geben sollen und Heipt Marschalike, der habe daz och also an sye gefordert. Den haben sie auch also geentwert. — Eine interessante Beleuchtung der Haltung der Städte den Juden gegenüber. 26) Schnyder, Zürichs Bevölkerung seit 1400, 1929, S. 11. 27) Ulrich, a. a. O., S. 17. Um den Personenstand festzustellen, kann man, nach den Berechnungen von Bücher, Die Bevölkerung von Frankfurt a. M. im 14. und 15. Jahrhundert (Tübingen 1886), S. 563, für jeden Haushalt 7 Personen zählen — Dienstmagd, Knecht, Kinder. Die Aufnahme Salomons von Rheinfelden, s. weiter S. 206, bedeutet für Zürich einen Zuwachs von wahrscheinlich 25 Personen. 2») Vgl. weiter S. 208 f. 29) Bücher, a. a. O., S. 107 f. 2* 203

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