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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 117

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
Gutachten und Briefe David Friedländers
Date
1936-01-01
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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Moritz Stern. Gutachten und Briefe David Friedländers Von dem Geiste, der unsere Aeltesten und Vorsteher belebt, steht mit Sicherheit zu erwarten, daß, besonders weim eine hohe Regierung durch unentgeldlicher Einräumung eines Locals und andere Vergünstigungen, welche den übrigen Schulen in Berlin zu gute kommen, die Israelitischen SchuJ-Anstalten unterstützt, auch sie a) durch Nachweisung von Hausvätern und Hausfrauen als Vorstände dieser Institute und b) durch Bewilligung einer nahmharten jährlichen Summe aus der Gemeinde-Casse zur Bezahlung des Schulgeldes für die Minderwohlhabende und Arme diesen wohlthätigen Einrichtungen mit allem Eifer zu Hülfe kommen werden. Ein Mehreres ist über diesen Gegenstand vor der Hand nicht beizubringen und muß, obschon bei weitem hiemit die Materie nicht erschöpft ist, theils den ferneren Verfügungen der hohen Behörden, theils einer mündlichen Eröffnung überlaßen bleiben. Berlin den 13. August 1812. Friedlaender. An einen hochedlen Magistrat hiesiger Residenzien." Zum Verständnis der vorstehenden Ausführungen und zu ihrer Ergänzung folge aus dem Berichte Noltes vom 20. Oktober ein Auszug über die Berliner von Juden geleiteten Privatschulen10). Unter ihnen befindet sich auch die frühere Gemeindeschule Talmud Tora, die in der Schülerzahl sehr zurückgegangen war und seit Mitte 1812, wie Friedländer erwähnt, keinen Zuschuß aus der Gemeindekasse mehr erhielt. 1. ) David Lazarus Fernbach aus Lissa, Jüdenstr. 60, 30 Jahre alt, seit 11 Jahren Lehrer in Berlin, 22 Schüler im Alter von 6—14 Jahren. 2. ) Abraham Offner aus Ungarn [Ofenl, Bischofstr. 23, 41 Jahre alt, 20 Schüler im Alter von 8—14 Jahren. Unterrichtsgegenstände: Deutsche Muttersprache, Englisch, Französisch, Schreiben, Arithmetik; Hebräisch wird nicht getrieben. 3. ) Hirsch Simon Bonin [aus Kempen in Südpreußen], Spaadauerstr. 8, 45 Jahre alt, 13 Knaben und 6 Mädchen im Alter von 9—12 Jahren, Lehrer mit sehr mäßigen Fähigkeiten und Kenntnissen. 4. ) Samuel Kolihary aus Polen, Nagelgasse 3, 60 Jahre alt, seit 20 Jahren Lehrer, 17 Schüler im Alter von 6—16 Jahren. 5. ) Demoiselle Bella und Juliane Lehndorff, vormals Levi, [aus Berlin, geb. 8. März 1784, bzw. 4. Okt. 1786], Neue Friedrichstr. 42, 40 Schülerinnen im Alter von 6—16 Jahren aus den wohlhabenden oder wenigstens mittleren Ständen,. 6. ) Demoiselle [Blume] Aron [aus Berlin], Neue Friedrichstr. 33, 45 Jahre alt, 14 Schülerinnen, davon nur 7 jüdisch. 7. ) Demoiselle Helft [aus Berlin], Neue Friedrichstr. 38, anwesend 8 Schülerinnen. 8. ) Moses Hirsch Bock aus Wittkowo im Herzogtum Warschau, Bischofstr. 22, 30 Jahre alt, Knabenschule mit 32 Schülern^ darunter 6 Christen, Töchterschule mit 19 Schülerinnen, darunter 1 Christin. Die Schule ist den christlichen Lehranstalten gleicher Art am meisten ähnlich, erfüllt den Zweck einer mittleren Bürgerschule und nähert sich der Einrichtung höherer Bürgerschulen. 9. ) Jüdische Freischule, vor etwa 32 Jahren durch den verstorbenen Hofbaurat Itzig und den Stadtrat David Friedländer gegründet, seit 1806 unter Leitung Bendavids, 8 Lehrer (6 jüdisch, 2 christlich) und 52 Schüler (36 jüdisch, 16 christlich). 10. ) Abraham Marcus Lewusch [aus Bentschen], Jüdenstr. 44, 60 Jahre alt, seit 26 Jahren Lehrer in Berlin, 8 Schüler im Alter von 8—12 Jahren, lehrt nur Hebräisch und Talmud. 11. ) Samuel-Hirsch Waresch aus Wronke an der Warthe, Bischofstr. 19, 63 Jahre alt, 8 Schüler im Alter von 8—14 Jahren, lehrt nur Hebräisch und Talmud. 10) In der Liste Jaffes sind Demoiselle Levy und Abraham Benschen die Nrr. 5 bzw. 10 der Liste Noltes, die Schülerzahlen differieren. 117 i

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