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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 107

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
David Friedländers Sendschreiben an Probst Teller und sein Echo
Date
1936-01-01
Page
Seite 107 (sequence 15)
Language
German
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Ellen Littmann. David Friedländers Sendschreiben an Probst Teller und sein Echo 7. Eunonia, eine Zeitschrift des 19. Jahrhunderts von einer Gesellschaft von Gelehrten hgg. von Fessler und Fischer. Oktober 1800, S. 330ff.: „Zeichen der Zeit" (Philaleth). 8. Allgemeine Litteratur-Zeitung 1799: Mai: 145, 329ff., Juni: 197, 457ff., August: 268, 481 ff.; 270, 497ff.; 272, 513ff. — 1800: März: 83, 39ff., April: 102, 79ff.; 105, 101 ff., August: 240, 433ff.; 243, 463ff., September: 263, 622ff.; dazu: Intellegenzblatt der A.L.Z. 9. Genius der Zeit. Ein Journal hgg. v. August Hennings. Bd. 18, 30 ff. (1799), 18, 311 ff. (1799), 20, 62 ff. (1800). 10. Vossische Zeitung1«) 1799: März: 12., 14., April: 11., 23., Mai: 9., 11., 14., 23., Juni: 8., 11., 13., Juli: 2., 4., 13., 18., 23., August: 10.; 15., 16., September: 21., 28., Oktober: 19., Dezember: 28. Wer sind die Verfasser der Entgegnungsschriften? Soweit die Anonymität der Schriften eine sichere Aussage überhaupt zuläßt, sind es fast durchweg Theologen oder Philologen, und zwar aus den drei großen Gruppen der religiösen Weltanschauung, die am Ende des 18. Jahrhunderts um Geltung und Herrschaft miteinander ringen: die Rationalisten, die Offenbarungsgläubigen und die Romantiker. So scheint mir eine systematische Darstellung der sich an das Sendschreiben anschließenden Literatur unter dieser Gruppierung möglich. Es versteht sich von selbst, daß eine restlose Aufteilung aller Schriften auf die drei Gruppen nicht möglich ist. Selbstverständlich wird in den Schriften der Rationalisten die wortwörtliche Offenbarung der Bibel abgelehnt und das Wesen der christlichen Religion vor allem darin gesehen, daß sie die natürliche Religion in vollem Umfange enthalte. Auch die christlichen Rationalisten wollen in ihrer Religion nur das annehmen, was vor <fem "Richterstuhl der Vernunft standzuhalten vermag." Auch darin stimmen sie alle überein, daß diese Vernunftreligion nicht für die Massen des Volkes sein kann; denn die Masse des Volkes braucht einen Kultus, braucht Zeremonien,19). Die Bibel wird bei den Rationalisten zur Geschichtsurkunde. Wenn auch bei ihnen allen ebensowenig wie bei Teller das Wort von der Gotteskindschaft Christi gesprochen wird, so sind sie fast übereinstimmend der Oberzeugung, daß Christus der Stifter einer besseren Religion sei20). Zwar werden die Antworten der Rationalisten auf die Frage: Wer ist Christ, und unter welchen Bedingungen kann man Christ werden, nicht klar und eindeutig gegeben. Zwar klingt bei ihnen allen: durch, „daß auch vernünftige und denkende "Christen" Taufe und Abendmahl nicht wörtlich nehmen. Es versteht sich, daß die Rationalisten auf der christlichen Seite der Oberzeugung sind, „daß der Christenglaube, wie er im allgemeinen noch besteht, von manchem irrigen Begriff noch gereinigt und gesäubert werden müsse"21). Dennoch wollen und können sie dem Friedländerschen Vorschlag nicht voll und ganz zustimmen. In diesem Sinne gibt der Prediger in Berlin den aufgeklärten, denkenden Christen das Wort in den Mund: „Wir werden nicht die Taufe und das Abendmahl abschaffen oder herabwürdigen, bloß um die Ehre zu haben, Juden in unserer Mitte zu sehen" (50). Nur einer, der Verfasser der Schrift „Moses und Christus", steht positiv zu Friedländers Vorschlag und ist deshalb 1S) Es handelt sich dabei nicht nur um Besprechungen, sondern auch um Anzeigen und Verkaufsangebote. Die Aufzählung zeigt ganz deutlich, welche bedeutende Rolle das Sendschreiben in einer Berliner Tageszeitung im Laufe eines Jahres gespielt hat. ") Vgl. die Schriften von „Moses und Christus", S. 5, „Treue Relation^, S. 12, und die des Predigers in Berlin, S. 48. 20) Vgl. Johannes Boanerges, S. 37 f. 21) Treue Relation ..., S. 14. 107

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