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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 91

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 2-3
Article
David Friedländer und die politische Emanzipation der Juden in Preußen
Date
1936-01-01
Page
Seite 91 (sequence 15)
Language
German
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Ismar Freund. David Friedländer und die politische Emanzipation der Juden in Preußen Mittlerweile soll die Repartition ohne meine Zuziehung vollzogen seyn, und die Deputirten sind würklich größtentheils schon abgereiset. Dieses setzet mich, des Interesse meiner Mandanten wegen, in die größte Unruhe, um so viel mehr, da ich von ihnen mittlerweile die Nachricht erhalte, daß sie, die 36 Hausväter, zwar im Jahr 1791 bei der lezten Quotisation auf 56 p.C. gestellt worden, da aber während der Zeit mehrere von den andern Mitgliedern fheils verarmt, theils heruntergekommen sind, es sehr wahrscheinlich sey, daß die Totalsumme ihres Beytrages auf 60 und mehr pro Cente steigen werde. Je größer aber das quantum ihres Beytrages wird, je wichtiger ist es für sie, bei der Repartition einen Deputirten zu haben, der ihr Interesse wahrnehme, und ihre Last zu vermindern suche. In eben der Maße ist es den andern 67 Hausvätern und ihren Deputirten gleichgültiger, ob sie mit einer wichtigern oder unwichtigem Summe fertig werden. Bei dieser Behandlung, und bei der Gefahr, in welche meine Mandanten gerathen seyn können, sehe ich mich nothgedrungen, Ew. Königl. Majestät allerunterthänigst zu bitten die, ohne meine Zuziehung vollzogene Repartition für null und nichtig zu erklären, und das Nöthige desfals an die Behörde allergnädigst zu verfügen. Meinem allerunterthänigsten Gesuch füge ich noch die allerdevoteste Bitte bey, da meine dringende Geschäfte mich nach Hause rufen, die Vollziehung meines Verlangens allergnädigst zu beschleunigen. Ich ersterbe in der tiefsten Submission Ew. Königl. Majestät allerunterthänigster Wulff Friedländer Berlin, den 13. January 1793 Nr. 6 Eingabe des Wulff Friedländer zu Königsberg an das Generaldirektorium vom 31. Januar 1793. Gen. Depart. Nr. 13 Vol. 3 Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr! Ew. Königl. Majestät Allerhöchsten Landesregierung überreiche ich in tiefster Unterwerfung Abschrift einer allerunterthänigsten Vorstellung, welche 34 Hausväter zu Königsberg in Preußen der Allerhöchsten Person zu überreichen sich nothgedrungen gesehen. In Beziehung darauf, erkühne ich mich nur folgendes im Namen meiner Mitbrüder hinzuzusetzen: Wenn die Königsbergsche Kaufleute bey den ewigen Beschwerden, daß die Juden den Handel verderben u. s. w., welches im Grunde nur leere Deklamationen sind, da sie sie nie mit Thatsachen beweisen, zu gleicher Zeit insinuiren, daß uns keine Erweiterung der Erwerbsquellen und keine andere Nahrungswege gestattet werden sollen, so verfallen sie in einem offenbaren Widerspruch. Denn wenn wir immer und ewig in dem engen Zirkel des Manufaktur-Handels eingeschränkt bleiben sollen, so muß die Anzahl der Kaufleute je mehr und mehr zunehmen, und nach ihren Begriffen der Handel um so viel mehr verdorben werden. Sie sollten also vielmehr selbst allerhöchsten Orts darauf antragen, daß uns der Ackerbau und alle übrigen Nahrungszweige, wie andern Unterthanen nachgegeben würden. Indem sie aber das Entgegengesetzte thun, und uns noch überdem in dem verhaßten Licht, wucherischer und handelsunkundiger Kaufleute vorstellen, so folgt aus ihren Darstellungen, wenn sie auch diese Folgerung nicht deutlich und bestimmt selbst ziehen, daß 91

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