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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Juden in Konstanz
Date
1936-01-01
Page
Seite 14 (sequence 12)
Language
German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Konstanz II. Der Ramungshof Ramung ist eine alte Konstanzer Familie, deren Angehörige von 1282 an als Ratsherren nachgewiesen werden können. Cunrat a. 1282—88 (Beyerle, Die»Konstanzer Ratslisten des Mittelalters, Heidelberg 1898, S.63ff); Mangold a. 1309; Jacob a. 1325—33, 1349; Ulrich a. 1349—63. — 1372 ist Ulrich Ramung einer der Ratsherren in einem Stiftungsvertrag zugunsten der „armen Schwestern'0 in der Mäntelerin hus an Blaicherstad, das zwischent der Salmanschwiler und Magol Spirginer husern gelegen ist (Schulthaiss Collect. S. 39 b). 1394 ist Ulrich Ramung zusammen mit Jacob Verre vom Rat beauftragt, denen von Stekbom bei Verlängerung ihres Bürgerrechtes den Eid abzunehmen (ältestes Bürgerbuch S. 16). 1362 werden die Häuser zwischen Jacob Ramungs Besitztum und dem Spital an letzteres verkauft. Beyerle, Die Konstanzer Grundeigentums-Urkunden der Jahre 1152—1371 Band II, nr. 298:... den wolbeschaiden pflegern und dem maister desselben spitals stat haben ze koff ent geben recht und redelich für recht aigen unsern huser und hofstette, die ze Costenz an dem Merksted zwischen desselben spitals und Jacobs Ramunges husern und hofraitinen gelegen sint mit aller zugehörde, als verre si von vorn an dem se untz hinhinder gen dem se und der nuwen Brugg zwischen desselben spitals und Jacob Ramunges husern sehent und gand mit allen rechten ... 1372 ist Vis Ramung Nachbar des Cuntz Aber, dessen Haus auf der Marktstätte als zu niedrig gebaut bezeichnet wird. Das wird wohl dem heutigen Adler benachbart gewesen sein. Die Urkunde im ältesten Gemächtebuch der Stadt Konstanz S.8 Nr. 38 lautet: Daz hus daz ze nidorost am Merkstat lit daz Cüntzen Abers ist von Bregentz. Von desselben huses wegen, won ze nider gebuwen was mit dem gewelb, darumb do schikket der rat darzu die Siben, die des jars über den Buw gesworn hattent. die hant sich alle siben darumb aimberlich erkent, daz die mur, die gen dem hus gat, daz maister Hainrich Arnolt ietz hat och gen andern husern gen dem Se desselben Cüntzes Abers reht aigen ist un ze demselben hus gehört und die mur, die zwischen demselben hus und visen Ramungs hus stat, du ist reht gemain desselben Visen Ramungs und cuntzen Abers untz an das gewelb Cuntzen Abers hus, daz ist desselben Cuntzen Abers reht aigen, wolt aber ieman darin varen ald daz niessen, daz sol er mit sinem willen tun, er sol och und wer daz selb sin hus inne hat du lichter und venster, die gen Visen Ramungs hof sehent und gand, mit isen vermachen, daz nut dahin usgeschütt werd, das Visen Ramung schädlich sie. Actum von des grossen Rates haissens wegen a. dm. 1372 In vigilia beati hylaryi (= 12.1.1372). Dieses Haus, daz niderost an dem Merkstad lit, kauft a. 1380 der Mitbesitzer Gopf: ibid. S. 32. Nr. 137. 1388 zahlt die Witwe Göpfin 200 Pfund den Kindern von dem Haus (S. 58. Nr. 247). Ramungs Besitztum war also neben dem Abers. In dem Durchgangs weg, der von der Marktstätte zur Judengasse (der Samnunggasse, dem Blaicherstad) führte, schloß sich wahrscheinlich an das Abersche Grundstück jenes Haus an, das Caspar Gumpost für eine größere Schuld an die Jüdin Gütli versetzte: hinder der brodlauben (A.G.B. S. 309). Der Hof räum, der zum Grundstücke Ramungs gehörte, erstreckte sich bis zum Blaicherstad — das war der Ramungshof. 14

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