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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1936
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Juden in Konstanz
Date
1936-01-01
Page
Seite 11 (sequence 9)
Language
German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Konstanz Bürgern gehört Salman25). Er wohnt in der Judengasse. 19.1.1422 bekennt sich in einem Zinsbrief, ausgestellt vor dem Stadtamman Ulrich Ehinger (Or. Perg. Urk. St. A. Konstanz), Hans Rayffysen zu 5 Schilling Pfennig jährlichen Zins „ab sinem hus und hofstatt vor der Katzen über zwischent Cuntzlins Vischers und Salmans des Juden husern gelegen". Dieses Haus, das heute noch seinen damaligen Namen zum Pantzer "trägt, verkauft Salman 21.11.1424 an den Konstanzer Bürger Gotlieb26). Nachbar von Salman war R. Seligman, dessen Frau Jentli als Hausbesitzerin in dem eben erwähnten Eintrag genannt wird27). 1425 übernimmt Sanwel das Haus des Schneiders Rosenveit28). A.G.B. S. 137: „Vigilia corporis a. 24 (= 21.6.) do vertigte in der gedingstatt Hans Rosenfeld der Schnider burger Märklin Juden an statt Sanwels Juden sin' hus und hofstatt mit allem zugehört", und der folgende Eintrag (vom 17.2.1425): „Sanwel git im ain briet, daz er das hus widerumb mit 28 rin. gülden losen mog von hut über ein jar in dem zit, wen er wil, doch das er Jm den gesuch dann geben sol, der dann von hut disen tag biss uff die zit gangen ist, löst ers aber ein jar nit, so hat er dannenhin nit mer gewalt zu lösen". Märkli war Schaffner für Sanwel, schon in Lindau. Sanwel war Ende 1424 aus Konstanz „entwichen", in Überlingen Bürger geworden. Zur leichteren Abwickelung seiner Geschäfte, die ihn oft genug in die Nähe von Konstanz führten, wird er sich ein Haus in Petershausen, außerhalb der Tore von Konstanz, erworben haben. 10.4.1428 erwirbt auch Ysach der Vorsinger ein Haus. A.G.B. S.343: „illa die hat Ysach Jud mit Recht zu sinen handen gezogen daz hus, so Jm Steffen Göldli und sin elich wip Barbina versetzt het nach sins briefs sag umb 24 Pfund Pfennig, als Jm daz uff offner gant beliben ist29)". Eine kleine geschlossene Siedlung scheint im Ramungshof gewesen zu sein50). Dort befand sich die Synagoge. Nicht in der alten Katze, wie Löwenstein (Geschichte der Juden am Bodensee, S. 38) meint. Und hier im „Schulhof" gab es mehrere Judenhäuser. Hier hatte Kirssman (auch er gehört zu den 1413 von König Sigismund in Schutz genommenen Konstanzer Bürgern) sein „neues Haus" und ein hölzernes. Folgende vier Einträge des Amman-Gerichtsbuches sprechen davon. 15.6.1424, S.95: „Kirssman Jud tenetur maister Jo. Rennissdorff 44 rin. gülden umb wachs uff Hilary, darnach an schaden nemen, Jngesetzt sin nuw hus und hoffstatt gelegen Jn Ramungs hoff, von der Juden Schul über (gegenüber) und darin sin rechte, daz ist daz und er tail des huss daruff die Juden Jr Schul haben mit allem zugehörd, ist zinss aigen, gat ab dem allem und ab der Juden schul 6 Pfund Pfennig geltz der Ehingerinen, vor (vorher) nieman, mags angriffen, sigelt aman, actum quinta post die Viti et Modesti". 13.10.1424, S. 111: „Kirssman Jud tenetur maister Jo. Rennisdorff 16 Pfund Pfennig umb Yngber uff mitvasten, darnach an schaden nemen, ingesetzt sin hus und hoffstatt mit allen rechten und zugehörd, als er im daz vor (früher) och Jngesetzt hat nach wisung sins hoptbriefs". 10.7.1425, S. 161: „Ysach und Kirssman die Juden tenentur unverschaidenlich Jo. Münch 36 Gulden umb Ysen uff 25) Die Urkunde aus dem Wiener Staatsarchiv vgl. im Anhang I. 26) Der Eintrag im Ammangerichtsbuch S. 172 lautet: „Salman Jud hat bekent, das er Gotlieb dem Juden zu koffen geben hab sin hus und hoffstatt, daz man nempt zu dem Pantzer, gelegen an Blaicherstad, stost ainhalb an des Raiffysens und andret an Yentlinen hus, ist aigen, gat darab ein Pfund Pfennig ewigs geltz Jo. Appentegger und 3 Pfund Pfennig uff ain widerkoff H. Muntprat, mags lösen mit 54 Pfund Pfennig, also daz Gotlieb das nu hinfur innhaben und niessen sol. Der koff ist beschehen umb 200 Gulden mags lösen nach zwain jaren, wen er wil mit soviel geltz. Actum quarta ante Katherine, wer den brief inn hat, dem sond alle recht behalten sin". 2~) Aber auch in einem Vermerk vom 6.11.1448, Gn. La. Arch. Karlsruhe, Salem 141: „hus und hofstatt an Judengassen zur Muss, stost an Jentli der Judin und Hansen Brendelis husern". 28) Im Steuerbuch 1418 S. 216 erscheint unter Petershausen „Rosenveit 80 Pfund Heller, git 10 Schilling Heller". Im Steuerbuch 1420 S. 33 unter Paulsgassen: „Rosenveit 80 Pfund Heller ligend 60 Pfund Heller varend, git 8 Schilling Heller". *>) Dieser Steffan Göldli wird im Steuerbuch 1418 S.26b unter der Rubrik Tümpffel genannt mit „80 Pfund Heller, git 6 Schilling Heller". 30) Anhang II. 1f

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