Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Konstanz
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 6)
- Language
- German
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Heyraann Chone. Zur Geschichte der Juden in Konstanz Als Sicherheit für die aufgenommene Geldschuld wird dem Gläubiger gewöhnlich ein Grundstück als Pfand „ingesetzt": „hus und hofstatt oder wingarten", manchmal auch eine Mühle. Etwas Außergewöhnliches ist es, wenn die Apothekenbesitzer Johannes de Sala de Leonissa und Peter Jacob von Jsen de Bolonja für eine Schuld von 60 Gulden dem Gläubiger Low „alles ir gut in der Appoteke ofler sust, so si haben" einsetzen (10.12.1423 S. 17). Bei einem Weingarten wird häufig Lieferung von Wein zur Herbstzeit ausbedungen. Mit Rücksicht auf den erwünschten Koscher-Wein läßt man sich dann den Wein unter Aufsicht in eigene Fässer füllen15). In einigen Fällen werden Schmuckgegenstände als Pfand eingesetzt. Das geschieht meistens von Adligen16). Bei zwei Schuldaufnahmen erfolgt die Verpfändung von Handwerkzeug. Johann Schmid von Bernang versetzt dem Juden Gotlieb außer seinem Weingarten als Pfand „alles sin Schmidgeschier wie dez namen hat" (19. 5.1427 S. 26U). Frik Züricher setzt für eine Schuld „sini 2 schiff und schiff geschier, was dazu gehört" ein (29. 7. 1427 S. 234). Nur wenige Fälle sind es, in denen Juden von Christen Geld leihen. A. G. B. S. 42 a. 1423: „Kirssman Jud hat bekent von der 5 Pfund Pfennig järlichen geltz wegen, so er, Isaak, Salman, Low und Yentli Judin Kasparn Gumpost järlich pflichtig sind zu geben, die wieder koufflich sind mit 100 Pfund Pfennig nach innhalt dez hoptbriefs, dez Jm da das hoptgut und die zinss halb zugehört und järlich gepurt zu bezalen". Juni 1425 (S. 135) werden Kirssman und Low 52 Gulden an Werner Ehinger schuldig; am 1. 12.1425 (S. 174) Kirssman und Gotlieb dem Joss Minner 11 Rheinische Gulden by aim Wechsel uff Gregory d. i. 12. 3.1426. Oktober 1427 (S. 284) heißt es: Abraham Jud von St. Gallen gult und Gotlieb Jud mitgult tenentur unverschaidenlich Jm och (nämlich Werner Ehinger) 10) So heißt es (S. 273): „. . . ingesetzt allen win, der Jm in sinem wingarten wirdet, den er Jm under der Rennen in sine vass und geschierr geben sol und Jm den berechnen wie gemainer loff jedez jars darumb gat". S. 380 (IS. 10.142S): „Henni Wernli tenetur (schuldet) Säligman Juden und Jäntli uxor 83 Pfund Pfennig, ingesetzt sin wingarten, das er Jm den win, der in dem Garten wirdet, under den Rennen nach sin gewonhait und in Yri vass geben soll uff Rechnung". Im folgenden Eintrag mit denselben Personen heißt es: und ihnen „den zu herbstzit nach Jr gewonhait machen lassen, sunder Jnen järlich 1 fuder wins". 20. 12. 1428 (S. 395): „also das er Jm nu hinfür alle jar zu herbstzit under den Rennen uff rechnung an hoptgut und gesuch 4 fuder wins und sol in den lassen macnen nach Jr gewonhait". 21.3.1427 (S. 258): „Abraham von St. Gallen ... wachset und wirdet, den er Jm unter den Rennen in dez Juden vass antwurden sol". — 12.4.1425 (S. 146): für eine Schuld von 12 Pfund Pfennig wird Mathis dem Juden all der Wein versprochen, „der Jm noch hur in irem wingarten im surimoss gelegen ob des Schiltars wis wachset und wirdet, also daz sy Jn machen lassen son.d nach Jr gewonhait und Jm den rechnen als andere Jn nach gepur darumbe ir win gend". lö) 1423 (A.G.B. S. 25) wurden Sanwel von C. Stoffacher für eine Schuld von 71/2 Pfund Pfennig übergeben: ein Panzer, ain rot korallin-paternoster, ain näpfli mit silbrinen Beschlägen, 8 eilen graues Tuch ulmer, 2 eilen rotes kirss. 11.12. 1426 S. 222 erhält Sanwel von Co. Felix von Ravensburg als Pfänder: „2 silbrine bekki, ein vergüldete zerbrochene Kopf wigt allez 15 mark minder 4 lot". Oktober 1429 S. 473 erhält Säligman von Junker Albrecht von Honburg für eine Schuld von 100 Gulden einen „silbernen Gürtel behept by 13 mark silber". August 1424 S. 102 erhielt Gotlieb von Ritter Johann Swartz u. seinem Sohn Ulrich für 40 Gulden und 10 Pfund Pfennig als Pfand „2 silbrine Schüsseln wigen.3 mark und 2 let": später kommen dazu S.226 „2 guldne vingerli, hat daz ain ain adamas (= Diamant), das andere ain Balas (Rubin)". August 1426 S. 211 erhält Gotlieb von Junker Ulrich von Clingen für 90 Gulden „2 silbrine Köpff, 4 silbrin schalen, 5 silbrin becher, 10 silbrin löffei wigt alles 15 mark und 6 lot". 1429 (S. 503) Abraham von St. Gallen von Herrn Fr. von Hewen für eine Schuld von 30 Pfund Heller einen beschlagenen silbernen Gürtel. 8