Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zum Gedächtnis
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Heymann Chone. Zur Geschichte der Juden in Konstanz ihres Vaterlandes in wirkungsvoller Weise aufgewiesen. Als Mitarbeiter an den jüdischen Enzyklopädien und an jüdischen wie allgemeinen Zeitschriften brachte er wertvolle historische Einzelbeiträge aus der Geschichte der bayerischen Juden. Auch unsere Zeitschrift verdankt ihm solche Mitarbeit; die letzte Abhandlung, die er niederschrieb, war für sie bestimmt und ist in diesem Heft als Miszelle veröffentlicht. Reiches Wissen, gründliche Urkundenforschung und wissenschaftliche Schulung treten in allen seinen historischen Darbietungen zutage. Ich durfte dem langjährigen Freund am Grabe auch für seine wissenschaftliche Tätigkeit den Dank aussprechen, den er vollauf verdiente und der ihm auch an dieser Stelle gezollt sei. Max Freudenthal Zur Geschichte der Juden in Konstanz Von Heymann Chone Einzigartiges Material für die Kenntnis des Geschäftsb etriebes der Juden im Mittelalter enthält ein starker Band des Stadtarchivs Konstanz, das Amman-Gerichtsbuch. Auf 555 Seiten sind hier etwa 4000 Geschäftsabschlüsse verzeichnet, die vor dem Konstanzer Amman- Gericht in den Jahren 1423 bis 1434 zustandegekommen sind. Ungefähr ein Sechstel dieser Einträge betreffen Geldgeschäfte von Konstanzer Juden hauptsächlich aus den Jahren 1423 bis 14291). I. Drei große Bankiers ragen durch die Zahl ihrer Geschäfte und die Höhe der ausgeliehenen Summen hervor: Low, Sanwel, Seligman. Besonders über des letzteren wechselvolles Geschick sind mancherlei Dokumente erhalten. Es fällt auf, daß seine Frau Jentli sehr viele Geschäfte selbständig ausführt. Die auch sonst im Mittelalter häufige Erscheinung der Frau als Geschäftsträgerin wiederholt sich in Konstanz. Die Zahl der im Amman-Gerichtsbuch auftretenden jüdischen Personen ist 31, darunter 9 Frauen. Ihre Namen sind: Salman, Low, Sanwel (Samuel von Lindau, auch Samuel von Überlingen), Seligman, Kirssman, Hayim, Mathis, Aaron, Nassa, Josep, Conrat, Boman, Gotlieb, Moyses, Ysach der Vorsinger, Isaack, Jentli (Frau des R. Seligman), Süss, Schönli (Frau des Abraham von St. Gallen), Maitli (Frau des Hayim), Biümli (Frau des Gotlieb), Rössli (Frau des Eberli), Fröd, Gütli (Mutter von Low und Abraham), Ros, Abraham (Gütlis Sohn), Abraham von St. Gallen, Eberli, Märkli, Jakob, Gabriel. Zunächst wird es interessieren, welche Beträge von den einzelnen ausgeliehen wurden2). Sie reichen nicht aus, um über die Höhe des Vermögens genauen Aufschluß zu geben. In den für Konstanz vorhandenen x) Weiter zitiert unter A.G.B. Die Herausgabe dieses Bandes, soweit seine Einträge Juden betreffen, behalte ich mir vor. Dort werden dann auch die nötigen erläuternden Bemerkungen folgen. Es soll eine Art Judenbuch werden, ähnlich dem von Artur Goldmann herausgegebenen „Judenbuch der Scheffstraße zu Wien", Wien 1908. 2) Es seien nur 10 Juden besprochen, die übrigen erscheinen mit wenigen Einträgen. i* 3