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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 219

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 4
Article
Juden auf Marstrand
Date
1935-01-01
Page
Seite 219 (sequence 4)
Language
German
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Max Freudenthal. Juden auf Marstrand den drei wichtigen Handelsplätzen des Landes7)- Noch in demselben Jahre lösten Moses Salomon und Elias Magnus ihre Besitzgemeinschaft in Marstrand auf8); Magnus trat den Weg ins Innere des Landes an. Man erzählt von ihm9), daß er — 1730 geboren — schon als Kind das Wohlgefallen des Herzogs von Mecklenburg erregt habe und auf dessen Kosten erzogen worden sei, die Heimat aber verlassen habe, als man die Taufe von ihm verlangte. Klug und energisch verstand er auch in der neuen Heimat sich Gunst und Ansehen zu erwerben. Sein Versuch, sofort nach der Reichtagsproklamation von 1779 nach Stockholm vorzudringen, glückte zwar nicht. Aber er wußte die Gunst der Königin und von ihr den Titel eines Hoffaktors zu erlangen, die Freundschaft einflußreicher christlicher Kaufleute zu gewinnen und von der Marstrander Ratsbehörde das Zeugnis zu erhalten, er habe jederzeit seine Pflichten als Mensch und Bürger daselbst gewissenhaft erfüllt10). So setzte er durch, daß er am 23. Juli 1784 als erster Jude in die Bürgerliste von Göteborg eingetragen wurde, wobei zwei angesehene christliche Großkaufleute der Stadt die übliche Bürgschaft für ihn übernahmen. Der Magistrat, der sonst nur ganz geringe Gebühren für die Zulassung erhob, ließ sich für dieses Novum 100 Reichstaler zahlen. Elias Magnus machte jedoch von diesem teuer erworbenen Stadtrecht nur kurzen Gebrauch. Sein eigentliches Ziel war die Hauptstadt, in die er bereits im folgenden Jahre übersiedelte und in der er bis zu seinem Tode als Großkaufmann und Tabakfabrikant tätig blieb. Er starb am 28. August 1797. Der Grabstein auf dem Friedhof Kronoberg trägt ohne jede Titulatur und ohne jede der sonst üblichen Lobeserhebungen nur den schlichten Namen Elihu der Levite11). Von seiner Familie erwähnen die Marstrander Listen mit Namen seine Söhne Jakob und Magnus, seine Töchter Debora (Diana), Gitta und Blackma. Für sie hatte er Hauslehrer mitgenommen, David und Isaj, sowie jüdische Hausmädchen, die gewöhnlich Verwandte zu sein pflegten. Seine beiden älteren Söhne, die noch in Strelitz geboren waren, Lazarus und Joseph, erscheinen in Marstrand erst nach dem Wegzug ihres Vaters als Handlungsbeflissene im Hause ihres Schwagers Salomon Meyer aus Berlin, den Elias Magnus persönlich 1784 dem Magistrat zur Niederlassung angemeldet und zu seinem Schwiegersohn erkoren hatte. Lazarus begründete in Göteborg die Firma L. E. Magnus, wurde am 11. August 1795 als Bürger dort aufgenommen und war fünfzig Jahre lang Vorsteher der jüdischen Gemeinde12). Joseph wurde der Nachfolger seines Vaters in Stockholm13). Salomon Meyer verblieb bis 1794 in Marstrand. 7) Den Wortlaut des Reichstagsbeschlusses 1779 und des Judenreglements 1782 hat Valentin in seinen Urkundenteil S. 16 und S. 18 ff. aufgenommen. 8) Marstrands Magistrats Protokolle 1782, § 244, 13. November. 9) OIän, S. 103. 10) Marstrands Magistrats Protokoll« 1785, § 132, 10. Oktober. In seinem Gesuch gibt er an, daß er seit einem halben Jahre in Göteborg wohne, wonach Valentin, S. 211, zu berichtigen ist. u) Gamla Judiska Gravplatser i Stockholm, Judiska Litteratursamfundets Skriftserie VIII, Stockholm 1927, S. 88 No 14. Nach den von Kantor Martin Schachtel gefertigten und mir freundlichst zur Verfügung gestellten Abschriften der Grabsteine des alten Göteborger Friedhofs starb seine Frau Malka zu Göteborg am 23. 3. 1804. Soweit nicht anders bezeichnet, sind die Göteborger Todestage in allen Anmerkungen diesen Abschriften entnommen. 12) Grafskrifter pä Göteborgs Stads och närgränsande församlingars begrabningsplatser, Göteborg 1869, S. 180 gibt als Geburtstag 25. 2. 1770, als Todestag 21.5.1851 an. Ein anderer Sohn von Elias Magnus, namens Aron, starb 76 Jahre alt am 1.4.1850. 1S) Gamla Judiska Gravplatser a.a.O., S. 142 No 197: Joseph Magirusson, laut Register S. 160 geb. in Strelitz 8.6.1775, gest. 26.3.1846 (nach dem hebr.), 1847 (nach dem schwedischen Text). 21*

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