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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 167

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 2-3
Article
Der Wormser Reichsrabbiner Anselm
Date
1935-01-01
Page
Seite 167 (sequence 11)
Language
German
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Moritz Stern. Der Wormser Reichsrabbiner Anselm bischof bei Aschar 60 Gld. entlieh73). Bald darauf am 1. Mai 1446 wurde Seligman vom Mainzer Domkapitel auf sechs Jahre in Bingen aufgenommen74). Anschel muß sich also vor diesem Datum in Andernach aufgehalten haben. In Frankfurt a. M., wo er zuerst als junger Rabbiner tätig war75), hat er als alter Mann sein Leben beschlossen, wenn er mit dem Rabbi Anschel identisch ist, der zum Beth Din des Nathan Eppstein gehörte. Diese Frankfurter Wirksamkeit erfahren wir durch Moses Mainz, der als Mainzer Rabbiner76) wegen der Gültigkeit eines Scheidebriefes seinen Kollegen Simon Cohn zu Rabbi Seligman Bing Oppenheim (Seligmann Levi Zijjon) zu gehen veranlaßte und ebenso durch Boten die Frankfurter, Nürnberger und Regensburger Rabbiner befragte. In Frankfurt nennt Moses Mainz den Rabbi Nathan Levi nebst seinen Kollegen Rabbi Anschel77) und Rabbi Sanwil. Das Responsum Nr. 21, in dem Moses Mainz hierüber berichtet, ist imdatiert, doch läßt sich die Zeit ungefähr feststellen. Nathan Levi ist Nathan Eppstein (Eppenstein), der nach 1431 Frankfurter Rabbiner wurde78) und um 1460 dort starb79). Sein Nachfolger wurde der vorhin erwähnte Simon Cohn80), bisher Rabbiner in Mainz81), Neffe82) von Anschel. Der von Simon Cohn befragte Rabbiner Seligmann war 1452—1454 noch in Bingen ansässig83). Moses Mainz nennt ihn nach dem Oppenheimer Wohnorte. In Oppenheim wurde Seligmanns Wohnrecht am 18. November 1462 vom Pfalzgrafen Friedrich I. auf ein weiteres Jahr verlängert84). Er war also bereits vor 73) 1448 April 18, als Seligman schon in Bingen wohnte, erhielt er laut seiner Quittung von diesem Tage 180 Gld. zurück: Annalen, S. 100 Nr. 1144. 74) Weidenbach, Regesta Bingensia Nr. 481. 75) Vgl. oben Anm. 59—60. 76) Er war damals noch nicht in Bamberg, wie Horovitz, Frankfurter Rabbinen, I, 15 irrig angibt. 77) Das Fehlen der Levitenbezeichnung spricht nicht gegen die Identität mit dem hier behandelten Anschel. Auch Jakob Weil, David Sprinz und Isserlein lassen fort. 78) Sohn des Jakob von Eppstein, seit 1428 mit selbständigem Haushalt, in der Examinierung ca. 1431 noch nicht als Hochmeister bezeichnet: Bücher, S. 559. 79) VgL über ihn Horovitz a. a. O., I, S. 13—15 und Freimann, Einleitung zu Leket Joscher Nr. 110. Nathans Bruder ist „Symon Eppenstein“, seit 1442 mit eigener Stätigkeit, seit 1471 gewöhnlich „Symmel hoemeister“ genannt: Bücher, S. 561. Ueber Symmel (Semmel, Salman Eppstein, Meschullam Levi), gest 1486, siehe Resp. Moses Mainz Nr. 37 und 83; Horovitz I, S. 15 und Inschriften, S. 11 Nr. 124. 80) „Meister Symon“, der Hochmeister von Mainz, seit 1462 in Frankfurt: Bücher, S. 560—61, und Kracauer in MGWJ. 1916, S. 296, 298. Ueber ihn vgl. ferner Horovitz I, S. 16—18, und Freimann, Einleitung Nr. 132. 81) Resp. Moses Mainz Nr. 39 z. J. 1456. Die Mainzer Stadtrechnungen des Würzburger Staatsarchivs nennen ihn 1449—60. 82) Berliner in Hebr. Bibliographie 1869, S. 83; Güdemann III, S. 37 Anm. 1; Hirschfeld, Descriptive catalogue of the hebrew mss. of the Montefiore library, Nr. 146, S. 41. 83) Dort wurde er 1452 vom Mainzer Erzbischof Dietrich aufs neue aufgenommen: „Item zu Bingen. Seligman Raban von Andernach biß uf Martini und furter zwey jar, des jars uf Martini 20 fl. Demselben Judden ist als eynem rabi in sinem briefe zugesatzt der artykel: Wir erlauben auch dem obgnanten Judden, das er die gemelt zijt sich siner kunst möge gepruchen und regniren zu Binge als eyn hohmeister nach Juddischen rechten an geverde. Item Salman Seligmans son von Andermach auch so viel jar, des jars 15 fl . . . Item prescripti habent litteras sub dato Gemßheim am mitwoch nach dem suntag reminiscere anno etc. quinquagesimo secundo“ (Staatsarchiv Würzburg: Mainzer Ingrossaturbücher Bd. 26, Bl. 202 v.). Die Aufnahme des Jahres 1446 galt nur bis 1452. 84) „So haben wir Seligman und Baruch und andern Juden, iren kinden und gesinde, die uff dis zit ir wonung zu Oppenheim han, gegönnt“ . . . .: Abschrift aus 167

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