Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 2-3
Article
Der Wormser Reichsrabbiner Anselm
Date
1935-01-01
Page
Seite 168 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2259275-2259298-2259301-2261877--223-2261988
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Moritz Stern. Der Wormser Reichsrabbiner Anselm 1462 dort wohnhaft. In Nürnberg wandte sich Moses Mainz an die Rabbiner D. Sprinz, D. Frank und S. Levi. Bei einer anderen Gelegenheit — es handelte sich um einen Scheidebrief des Jahres 5215 (1454/55) — richtete Moses Mainz ein Gutachten an dieselben Nürnberger Rabbiner85). Dort sind die Vornamen der Adressaten ausgeschrieben86): David Sprinz, David Frank, Salman Levi. David Sprinz87) ist in Nürnberg seit 1449 ansässig, David Frank88) seit 1451. S. Levi89) ist Salman von Bingen, der 1455 in Nürnberg Bürger wurde90), nachdem sein Aufenthaltsrecht in Bingen abgelaufen war91). Nach alledem gehört Moses Mainz’ Responsum in die zweite Hälfte der fünfziger Jahre. Das wäre auch die letzte Lebenszeit Anschels (Anselms). dem Generallandesarchiv Karlsruhe, mir 1895 von der Direktion mitgeteilt. Der Schutzbrief wurde 1463 Sept. 5 für Seligman „mit sinem wibe und sin kinden, die noch nit zu iren tagen komen sint, und sinem gedingten gesinde“ auf sechs Jahre verlängert; für den Schutz waren an den Pfalzgrafen jährlich 50 Gld. zu zahlen, vop der Judensteuer an die Burgmaimen war Seligman befreit: ibid. Entsprechende Mitteilung an die Stadt Oppenheim vom gleichen Tage Montag nach St. Egidii, aber mit der Jahresangabe 1464: ibid. VgL Löwenstein, Geschichte der Juden in der Kurpfalz I, S. 24—25, ohne Identifizierung mit dem bekannten Rabbiner. 85) Resp. Nr. 9. Vierter Adressat ist dort der Nürnberger Rabbiner Jakob. Dieser ist, wie aus Isserleins Resp. Nr. 19 ersichtlich ist, Jakob Einstadt, derselbe, den Moses Mainz mit unserem Resp. Nr. 21 in Kenntnis setzte. 86) Ebenso im Resp. Isserleins Nr. 161; doch wird dort der Erstgenannte nicht mit vollem Namen David Sprinz genannt, sondern nur mit dem Vornamen in der Koseform Tewel. 87) Stern, Bevölkerung III, S. 77, 80, 293—98. Am 9. März 1458 wurde er nach kurzer Abwesenheit wieder aufgenommen. 88) a. a. O. III, S. 77. Am 28. März 1460 erhielt er Steuererleichterung. 89) Nicht zu verwechseln mit seinem Vater, dem Rabbiner Seligman von Bingen. An Salman allein richtete Moses Mainz seine Responsen Nr. 14 (Adresse: ars pbi -n'nfc rn) und Nr.82 Anfrager: jvx "b pbr). 90) Stern a. a. O., III, S. 79. Am 22. Oktober 1466 war er noch am Leben: ibid. 91) Siehe Anm. 83. 168

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.