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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 165

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 2-3
Article
Der Wormser Reichsrabbiner Anselm
Date
1935-01-01
Page
Seite 165 (sequence 9)
Language
German
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Moritz Stern. Der Wormser Reichsrabbiner Anselm nim48) in hebreo appellati, et eorum consortes, moderno tempore in ipsa civitate Ratisponensi residentes49).“ Die Herkunftsbezeichnung de Colen zeigt Köln als Anselms früheren Wohnsitz. Dort wurde er 1406 mit einer Jahressteuer von 20 Gld. aufgenommen50): „Ansem, filius olim Vyvus in Botengassen, 20 flor. Ren. tali conditione, quod ipse Remigii quadringentesimo sexto primum terminum persolvet.“ Er gehörte einer bekannten Kölner Judenfamilie an, weshalb ihn der Ortsname Köln zeitlebens begleitete. Sein Vater Vivus (Uri halevi genannt Feiwisch)51) war der Schwiegersohn des reichen Schaeff (Schaiff, Schoyf, und Sohn des Märtyrers Lipman von Osnabrück52). Von Anselms Brüdern werden erwähnt: Gompert53) (Gumpert, Ephraim halevi genannt Gumbrecht), Leyffmann54), Isaac55) und Bonhem56). Eine Schwester war mit David von Bingen57) verheiratet. Mit der Familie des Mainzer Rabbiners Jacob ha-Levi (Meharil) war Anselm nicht verwandt58). 48) Die Handschrift hat Rabon mit Kürzungsstrich über der Endung on. 49) 1435 April 7 sind Vorsteher der Gemeinde „Jössel, David von Lanndshut, Sanderman von Hall, Suessl, Schallman [einer der beiden Salman?] unnd Eysackh vom Rein [unser Eysack Reiner], all sechs Juden zu Regennspurg unnd die zeyt erwellt stewrmaister der Juden doselben“: Neuburger Kopialbuch 6f. 44 r. 1436 Okt. 31 wird die Gemeinde vertreten durch Schallman, Kalman (unser Kalmen Kohen), Suessel und Eysak vom Rein. Diese ließen durch Wolfhard, Abt des Gotteshauses St. Emmeran zu Regensburg, die Einigungsurkunde des Rates mit der Judenschaft 1429 Nov. 4. vidimieren: Juden in Regensburg fase. 28. Der erstgenannte Schalman ist mit Rabbiner David 1439 Zeuge der Urfehde des Mießer Juden Nasse: Jahrb. XXII, 25. Eysack Reiner wird im Resp. Israel Brünn Nr. 181 genannt, der Druck hat falsch: Deiner. 50) Handschrift AV107 des Stadtarchivs Köln, f. 9v. 51) Handschrift AV107 f. 1 zum Jahre 1372: „In deme eirsten Schaeff und Vivus syn eydum haint der stede gegeven zu vurentz 500 flor. ind [sulnn] vort alle jairs under yn beiden [geven] 100 flor.“ 1405 lebte Vivus noch, er kaufte damals ein Haus: Kober, Grundbuch des Kölner Juden Viertels, S. 135. 1406 ist er bereits verstorben. Mit Vyvus von Andernach kann er nicht identisch sein, wie Kober vermutet; in der Aufnahmeliste 1404 werden sie beide getrennt aufgeführt: „Vyvus de Andernaco cum genero et filia coniunctim 50 flor. Rinisch ... Vyvus gener quondam Schayfs 63 flor. R.“ (Hdschr. AV107f.8). 52) Zeitschr. f. hebräische Bibliographie XI (1907), S. 192. 53) Zuerst 1394: Knipping, Die Kölner Stadtrechnungen I, S. 76. 1399 vereinbart er mit Rat und Bischof eine jährliche Zahlung von 11 Gld. (Hdschr. A V 107 f. 6 r), 1404 : 20 Gld. (ibid. f. 9r), 1414: 32 Gld. (ibid. f. 10 v), dementsprechend zahlte er an die Stadt 1414: 10 Gld., 1415—1418 je 16 Gld. (Stadtrechnungen im Kölner Stadtarchiv und Knipping I, SS. 74, 76, 80—81.) Identisch mit Gomprecht von Köln, dem die Stadt Andernach 1390 Aug. 5 den Betrag von 32 Gld. schuldet (Annalen d. hist. Vereins f. d. Niederrhein, H. 59, S. 75 nr. 898)? 54) Nach dem Großvater benannt. Bei Kober, S. 73 Anm. 3, zum Jahre 1402. Identisch mit „Lyefman filius Vivus“, der mit seiner Frau Myngin 1388 mit jährlicher Zahlung von 21 Gld. an die Stadt aufgenommen wird (A V 107 f. 4r)? 1404 wird Myngin Witwe genannt: ibid. f. 9r: Stern, König Ruprecht von der Pfalz, S. 51 Anm. 1. 55) A V 107 f. 9v verzeichnet seine Aufnahme zum Jahre 1404 mit vereinbarter Zahlung von 20 Gld., fügt aber am Rande hinzu „non dedit“. 56) Fehlt bei Kober. Er wird 1406 mit jährlicher Zahlung von 22 Gld. aufgenommen: AV107 f. 9v. 57) Aufgenommen 1404 und von neuem 1414 mit jährlicher Zahlung von 16 bzw. 26 Gld.: AV107 f. 9r, 10 v. Die handschriftlichen Stadtrechnungen buchen als Eingang die an die Stadt fallende Hälfte, 1414: 8 Gld., 1415—1418: 13 Gld. — Ein Neffe Anselms, Enkel des Vivus und nach diesem benannt, wird gleichfalls 1404 aufgenommen; AV107 f. 9v. Ein anderer Neffe Namens Joseph, Sohn des Gumbrecht (Gompert), wohnte 1423 in Frankfurt a. M.: Ztschr. f. hebr. Bibliogr. a. a. O. Wie sein Onkel Anselm war er von Köln nach Frankfurt gezogen. 58) Brisch, Geschichte der Juden in Cöln II, S. 24, identifiziert ihn irrig mit dem Kölner Juden Gotschalk von Jülich und macht ihn so zum Bruder des 165

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