Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 2-3
- Article
- Der Wormser Reichsrabbiner Anselm
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 7)
- Language
- German
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Moritz Stern. Der Wormser Reichsrabbiner Anselm An demselben Tage wurden auch Anshelm und Schultheiß Konrad Gräferneuter, der eine der beiden christlichen Judenrichter, beauftragt25), keinen nach Regensburg ziehenden Juden dort wohnen zu lassen, der sich nicht mit ihnen beiden wegen seiner an den Herzog zu zahlenden Steuer einige. Ebenso wird den Regensburger Juden verboten, einen zuziehenden Juden länger als einen Monat zu dulden, ohne daß er sich wegen seiner Steuer an die Stadt mit dieser und wegen seiner Steuer an den Herzog mit Gräfenreuter und Anshelm geeinigt habe. Wer einen solchen Juden beherbergt, hat für jeden Monat an den Herzog 10 Gld. und an Gräfenreuter 1 Gld. Strafe zu zahlen. Wir Ludwig, von Gottes gnaden pfalczgraf bey Rein, herezog in Beyern und graf zu Mortain etc., bechenn offenlich mit dem brief: Als wir uns in den tädingen, die wir mit den ersamen weysen dem rat der stat zu Regenspurg, auch mit der Judischhait daselbs uberkomen sein, das all Juden, die in der stewer, dorumb sy iecz auf acht jar, von sant Johannstag sunwenden nachts vergangen26) zu raiten, abgetädingt haben nach innhalt des briefs, in von uns gegeben, begriffen sind27), furbas28) wenn sy der stat vorgenant zu Regenspurg willen haben, das sy inn die stat dannoch nit siezen sullen, sy sein dann mit uns auch ainig worden nach unserm nucz etc., darumb haben wir in geseezt Cunraten Gräfenreuter, schulthaissen zu Regenspurg, die zeit unsem Judenrichter, auch maister Anshelm Juden29), das sy dhainen Juden in die benante stat Regenspurg siezen lassen, die in die benante stewer nicht begriffen sind30), sy all und ir yeglicher besunder uberkomen dann vorauß mit in auch nach unserm nucz31). Auch sullent die Juden zu Regenspurg die benanten Juden oder Judinn, die in der vorgeschnben32) stewer nicht begriffen sind, nicht halten, hawsen, noch hofen zu hainwesen über ain monet33), derselbig herkoment Jud oder Judinn sey dann vor mit in und mit den von Regenspurg34) 25) Neuburger, Kopialbuch 6 f. 39 v — 40 r mit der Ueberschrift: „In sölicher form hat mein herre Ludwig Cunrat Gräfenrewter und maister Anshelm Juden yeden ainen brief geben“. Wiederum findet man schon dieselbe Urkunde für Gräfenreuter und Nasse von Ingolstadt ausgestellt, a. a. O. f. 28 v — 29 r mit der Ueberschrift: „In sölicher form hat mein herre herezog Ludwig Conraten Gräfenrewter schulthaissen und Nasse Juden ir ydem ainen brief geben“. Auch hier notiere ich die Vatianten, die diesmal wichtiger sind, mit N. 26) 24. Juni. 27) N statt des briefs — sind: „der brief, die wir und die egenanten von Regenspurg darüber geben haben, darinn lautter begriffen ist“. Urk. des Herzogs: Neuburger Kopialbuch 6 f. 27 v — 28 v, 38 v — 39 v; Gemeiner, Regensburgische. Chronik II, 471—472; Wiener, Reg. S. 190 Nr. 559. Urk. des Rats: Neub. Kopb. 6 f. 32 und Juden in Bayern fase. 5 (Vidimus 1431 April 10). Vertrag des Herzogs mit der Judenschaft: Neub. Kopb. 6 f. 26 v — 27 r. Sämtlich datiert 1429 Juli 1. Regensburg. 28) N: was furbas Juden oder Jüdin herein siezen wellen. 29) N statt auch — Juden: und Nasse unsem Juden von Ingolstat. 30) N statt die in — sind: in welhem wesen die sein und die in der stewer nit begriffen sind, die sy yczo geben. 31) N statt mit in — nucz: von unsemt wegen mit in, und das ain yeder Jud oder Jüdin so vil geb nach markzal irr hab, die er mit seinem aid betrewen sol, als dan der Juden ainer umb ir freyhait, die yczo in der stat siczent, geben hat, und nit minder zu unserm nucz, und davon sol Conraten Gräfenrewtter obgenant werden und gevallen der 20gist d. 32) N: vorgenanten. 33) N statt nicht halten — monet: in ainen yden jar nit lennger halten, hawsen noch hofen dann 14 tag. 34) N fügt hinzu: und mit den obgenanten Conraten Gräfenrewter und Nasse Juden von unsernt wegen. 6* 163