Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zum Anteil der Familie von Hirsch auf Gereuth am Kampfe um die bayerische Judenemanzipation
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
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Miszelle toritäten Eingaben eingereicht werden sollten. Dazu sind mir statistische Anaben notwendig. Ich beehre mich, ie höflichst zu ersuchen, das mitfolgende Formular gehörig berichtigen zu wollen und mir dann unverzüglich zu übersenden. Ich erlaube mir, noch zu bemerken: 1. Die im Ausland, speziell in Amerika, sich befindenden Glaubensgenossen werden, wenn sie nicht förmlich Auswanderungsbewilligung erhielten, fortwährend zur Bevölkerung der resp. Cultusgemeinden gezählt. 2. In der Rubrik „Bemerkungen“ belieben Sie besonders den Beruf derjenigen, die sich Künsten, Wissenschaften und Handwerken widmen, näher zu bestimmen. Ebenso bitte ich beantworten zu wollen, ob in Ihrer Gemeinde eine israelitisch - deutsche Schule besteht. 3. Es wurde ferner bestimmt, daß die Unterschriften zu den projektierten Eingaben schon jetzt gesammelt werden, und ich mache Sie daher darauf aufmerksam, daß Ihnen dieserhalb in den nächsten Tagen ein Umlaufschreiben zukommen wird, um diesem Anfordemis zu entsprechen. Die Bitte beifügend, diese Aufschlüsse unverzüglich zu erteilen, habe ich die Ehre hochachtungsvoll zu zeichnen Ihr ergebener David Bauer. Bemerkung: 23. 12. per Expreß nach Deggingen geschickt. Botenlohn soll Deggingen bezahlen.“ III. „Wohllöblicher Herr Cultus-Vorsteher! Nachdem mir von verschiedenen Seiten die Aufforderung zukam, über den Stand der Maßregeln, die man in unseren Angelegenheiten ergriff, genaue Mitteilung zu machen, so gebe ich mir die Ehre, hierüber sowohl für mich als auch im Namen meiner Kollegen Nachstehendes zu berichten: In Folge der von den Ausschußmitgliedem am 13. Juli L J. in Ichenhausen und am 22. und 23. Juli in Augsburg stattgefundenen Unterredungen wollte man eine Verbesserung unserer drückenden Verhältnisse durch eine möglichst von allen Glaubensgenossen der 7 älteren Kreise einzureichende Petition in Anregung bringen, und es schien vor allem die Mitwirkung Münchens notwendig. Zu diesem Behufe begaben sich Herr Weil von Wallerstein und der Unterzeichnete am 30. Juli dorthin. Von der am Morgen des 31. mit dem Vorstand der dortigen Kultus-Administration Herrn Lippmann Marx gepflogenen Unterredung war ich sehr wenig befriedigt; man versprach zwar Mitwirkung und Aufforderung nach Fürth ergehen zu lassen. Mir erschienen übrigens die hieraus entstehen sollenden Erfolge illusorisch, so daß ich, eine zweite Unterredung in größerem Kreise Herrn Weil allein überlassend, noch am nämlichen Tage zurückreiste. Meine Ahnungen verwirklichten sich auch vollständig; weder von München noch von Fürth, wohin man sich auch wandte, erhielten wir einen Buchstaben. Als nun am 9. Okt. 1. J. die königl. Regierung in Augsburg zwei sehr gravierende Edikte gegen uns erließ, schien eine weitere Zusammenkunft des Comitees unumgänglich notwendig. Es versammelte sich auch am 19.—21. Okt. in Augsburg. Zu jener Zeit erfolgten jene gedruckten Zuschriften von Würzburg, die Ihnen wahrscheinlich bekannt sind; sie blieben ohne jeden Erfolg von jener Seite. Man bestrebte sich nun die selbst in unseren Kreisen nicht von allen Glaubensgenossen zugesagte Teilnahme zu erzielen. Dies Bestreben wurde von Erfolg gekrönt, kostet aber den Unterzeichneten imendlich viel Mühe; besonders war es von großer Erheblichkeit, Herrn Isidor Obermeier als eifrig Mitwirkenden sich zugesellt zu sehen. Ende des vorigen Monats kam Herr Joel von Hirsch nach München. Er trat sogleich mit Obermeier in Verbindung, und ich erhielt von letzterem unterm 5. ds. M. die Aufforderung, am 8. nach Augsburg zu kommen, weil von Hirsch dorthin kommen werde. Ich begab mich auch am 8. nach Augsburg, allein Herr v. Hirsch kam weder am 8. noch am 9., und ich ging retour. Kaum zu Hause angelangt, erhielt ich ein Schreiben von Herrn Obermeier daß Herr v. Hirsch wirklich am 10. in Augsburg war und die Verabredung getroffen wurde, daß man am 14. ds. Mt. in München Zusammenkommen werde. Infolgedessen lud ich die anderen Mitglieder durch Eilbrief ein, sich dorthin zu begeben und in der Tat trafen auch an jenem Tage die Herren Obermeier, Weil, Landauer und der Unterzeichnete in München ein. 71