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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 70

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 1
Article
Zum Anteil der Familie von Hirsch auf Gereuth am Kampfe um die bayerische Judenemanzipation
Date
1935-01-01
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
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Miszelle zipationsbestrebungen der Juden des Kreises Schwaben und Neuburg betreffende Briefe wiedergeben, die Joel v. Hirschs Bemühungen erwähnen. Die Originale sind von dem gelehrten Berliner Antiquar Louis Lamm in Harburg (bei Donauwörth) aufgefunden wurden; auf seinen Abschriften beruht der nachfolgende Wortlaut: I. „Buttenwiesen, 28. November 1845. Sehr geehrter Herr Weil! Seit unserer Zusammenkunft in Augsburg haben wir uns gegenseitig nichts mitgeteilt, allein ich kann Ihnen versichern, daß diese Angelegenheit mich immer beschäftigt hat und daß ich unbeschreiblich viel Mühe damit hatte. Seitdem haben mir die Vorsteher der Gemeinden die Zusage gemacht, daß sie sich allen unseren Bestrebungen anschließen und die gleichen Leistungen hierzu bereitwilligst beitragen werden. Herr Isidor Obermeier nimmt sich der Sache mit größter Wärme an, und ich habe mich schon überzeugt, daß er sogar Geschäftssachen verschob, um sich den allgemeinen Angelegenheiten zu widmen. Herr Joel von Hirsch ist schon vorige Woche in München eingetroffen. Letzte Woche ist er auch eigens wegen unserer Verhältnisse in Augsburg gewesen. Er war fast den ganzen Tag bei Isidor Obermeier; nur bei Baron von Schätzler, der als Abgeordneter von Augsburg wichtig ist, machte' er noch einen Besuch. Er sagte, daß er nicht ohne Hoffnung wegen Revision des Ediktes sei. Er werde einzig und allein wegen dieser Sache 4—6 Wochen in München bleiben. Auch wegen der speziellen Sachen, die wahrscheinlich in den fränkischen Regierungsbezirken auch sehr schwer drücken, hat er mit dem Herrn Minister von Abel schon gesprochen und hat die begründete Hoffnung, daß Abhilfe erfolgen werde. Obermeier sagte uns noch, es sei höchst notwendig, daß zwei von unserem Kreise sich nach München begeben, um besonders mit von Hirsch zu conferieren. Er werde ein eigenhändiges Schreiben mitgeben. Gestern war Obermeier so gütig, mich bei Baron v. Schätzler vorzustellen, wo unsere Angelegenheit in vielfacher Beziehung besprochen und die wärmste Teilnahme zugesichert wurde. Sowohl Ihr Herr Schwager als auch ich sind der Meinung, daß sich zwei aus diesem Kreise nach München begeben sollten und es wäre uns sehr lieb, wenn Sie oder Herr Wassermann mitgingen. Es werden dann einige aus den oberen Bezirken in Augsburg übernachten und Dienstag den 15. XII. mit der ersten Fahrt hinübergehen. Was nun die beifolgende Eingabe betrifft, so ist solche in Augsburg durchgesehen worden und deren Mitunterschrift zugesichert worden. Sie belieben daher 4—5 Unterschriften beiläufig offenzuhalten. Sie werden dafür sorgen, daß die Eingaben in den unteren Gemeinden so schnell als möglich unterschrieben werden. Es genügt, wenn aus jedem Ort 8—10 Namen beigefügt sind. Fügen Sie die Bemerkung bei, daß Sie gütigst Reinhaltung der Eingaben empfehlen. Ob es bei der zusammengedrängten Lage Ihrer Gemeinden nicht notwendig wäre, solche durch eigene Boten cirkulieren zu lassen, überlasse ich Ihrer gütigen Einsicht. Daß aber Schnelligkeit dringendes Bedürfnis ist, mag zweifellos sein. Nach erhaltener Unterschrift belieben Sie solche ungesäumt an mich zurückzuadressieren. Ich habe diese Eingaben erst gestern in Augsburg in Empfang genommen, und wir haben es heute für gut befunden, Ihnen diese ungesäumt zu überschicken. Weiter will ich noch bemerken, daß Doktor Paur (?) die Correktur erst bei der Legalisierung vornehmen wird. Nach Voraussendung des Vorstehenden sage ich Ihnen noch, daß man es nicht für angemessen halt, bevor mit Herrn von Hirsch gesprochen wurde, weitere Eingaben einzureichen. Die Wichtigkeit der Besserung dieser traurigen Verhältnisse und besonders die Dringlichkeit der Zeit sind Ihnen zu bekannt, Ihr Eifer und die von Ihnen schon öfter gebrachten Opfer an Mühe und Zeit sind zu groß, als daß ich es noch nötig hätte, weiteres hinzuzufügen. Ich bitte um Ihre Meinungsäußerung und bin Ihr ganz ergebener David Bauer. Herrn Wassermann belieben Sie gütigst, mich bestens zu empfehlen.“ II. „Buttenwiesen, 18. Dezember 1845. Hochverehrter Herr Kultusvorsteher! Infolge unserer jüngsten Reise nach München wurde bestimmt, daß namens der Israeliten in Schwaben und Neuburg an die drei gesetzgebenden Au- 70

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