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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 45

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1935
Issue
Heft 1
Article
Der Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 45 (sequence 4)
Language
German
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Raphael Straus. Ein Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert 3. Vieh, das bereits auf dem Wege zu der Stadt ist, darf der Juden fleissch - hacker gleich den christlichen Metzgern nicht einkaufen. Er kann aber in der Stadt kaufen, „was ihn gelüst“, darf es aber nicht „hienieden“ bei den Fleischbänken der Christen, sondern nur „dort oben“ schlachten. 4. Diejenigen Teile, die die Juden nicht essen, dürfen die christlichen Metzger nicht — zum Weiterverkauf „hienieden“ — „dort oben“ kaufen, worüber die Meister Aufsicht führen sollen, sondern der Verkauf soll (an andere Käufer) „dort oben“ erfolgen. 5. Der Judenfleischhacker darf wie jeder andere Jude „an seinem gelt“, d. h. an Zahlungsstatt, Vieh annehmen, aber aiuch dieses nur „dort oben“ schlachten und verkaufen. 6. Der christliche Knecht darf dem Juden auch bei dem Fleischverkauf an der Bank helfen. Dieses Landshuter Ratsdekret von 1344 wird in seiner Bedeutung beleuchtet durch einen Regensburger Privatvertrag von 1420, durch den der dortige Judenfleischhacker die Judenfleischbank pachtet4»). Der Vertrag hat folgenden Wortlaut: „Ich Claws der Fleyschhacker, burger zu R., bekenn..., das ich von den Juden zu R. der obern fleischpenck aine bestanden han untz auf s. Jacobs tag schirst. davon sol ich in ze zins geben 12 s. R. pf., der sol ich in Vs pfund auf s. Goergen tag darnach, on alles verziehen, und sol den egenanten Juden ye 1 pfund ochsenfleischs umb 3 helbling geben, das gut fleisch ist. waer es aber nicht als gar gut fleisen, so sol ich und di egenanten Juden yeder tail ainen nemen, ich ainen Kristen und sy ainen Juden, di suellent es schätzen, wes es wert sey, und dapey sol es beleihen, und; darunder mag ich in di köpf wegen on das maul und on di hirnschal und die kinpain, darin di zen stendt, und sol in küfleischs und kalbenfleischs 1 pfund umb 1 pfg. geben, und sol es mit den köpfen halden als vor geschriben stet, und was ich farrenfleisch’ han, das sol ich in 1 pfund umb 1 pfg. geben und sol es besunder wegen, und sol in 1 pfund schaffleischs umb 3 helbling geben, auch ob ich ainem Juden oder mer in dem herbst zehen vordertail miteinander gäb, darunder ainer wär, der 10 pfund wäg oder mynner, darumb sollent si nicht reden, si sullent es ze frein helb. nemen als das ander, wäm ir aber mer dann ainer, alz vil ir dann sind, die 10 pfund wegent oder mynner, des sol ich in 1 pfund umb 1 pfg. geben, und auch süst im jar, welher voderer tail mynner hat dann 10 pfund des so ich in 1 pfund umb 1 pfg. geben, und was ich ramler lass sneiden, di sol ich in besunderwegen und 1 pfund umb 1 ch geben, auch sol ich di mitiger iren sneider oder wem si das (schaffe)nt, über nacht in einer Stuben lassen trücken, und sol in dann 1 pfund umb zwen pfg. geben, und was ich kalpfleischs han, des ain vordrer tail zwelf wigt oder mynner, des sol ich 1 pfund umb 3 hebl. geben, und sol in allerley fleisch wegen das ganz jar als oben geschriben stet on widerred, ausgenomen zwischen Pfingsten und Ostern sol ich das schaffleisch nach der hand hingeben als ich teurist mag. und was ich viechs mit andern fleischleuten chauf, das sol ich lebentichs mit in tailen. auch ob der Juden ainer oder mer rinder, schaf oder kelber chauften, wellent si mich dann die in meiner panck beraiten lassen, so sol ich in di darin beraiten, davon süllent sy mir geben ye von einem schaf 1 R. pf. ze Ion. auch ob der Juden ainer oder mer fleisch sniten am Hoff hie ze R., oder ob ander Juden von in chauften, darein sol ich nichtz reden, wann ich auch ain rindt austail und aus ainer seiten vier häufen mach, so schol ich chainen häufen wegen, es haben dann di Juden, di dasselb fleisch nemen wellent, vor los darumb geworfen, auch sol ich unverlich dem 4») Reichsarchiv München, Regensb. Reichsstadt Urk., fase. 353. 45

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